Reiterbauer & Familie Lederer
Kötschataltal 21 - Gasthof Reiterbauer & Familie Lederer mit Fiaker
![[object Object]](https://static.wixstatic.com/media/785ffe_05963de0813440559630dd343b253964~mv2.jpeg/v1/fill/w_680,h_385,al_c,q_80,usm_0.66_1.00_0.01,enc_avif,quality_auto/Image-empty-state.jpeg)
Das Reitbauernlehen
Die Geschichte der Familie Lederer ist eng mit dem Kötschachtal verbunden. Das „Reiterbauer“-Haus war über Generationen hinweg das Zuhause der Familie Lederer. Erika Lederer, geb. Oberrauter, Ehefrau von Josef „Sepp“ Lederer, schildert die Geschichte wie folgt:
„Reiterbauer ist ein alter Familienhof gewesen... wann Familie Lederer genau übernommen hat wissen wir nicht, müsste so um 1870 oder früher gewesen sein... Reiterbauer stand genau neben dem Grünen Baum bevor es im Jahre 1923 abgebrannt ist. Danach wurde es an der heutigen Stelle wieder aufgebaut. Dazu gehörte auch eine Alm (die Reiteralm) nahe der Poserhöhe, die im Sommer immer bewirtschaftet wurde. Später, ca. 1980, wurde sie an den Söllner-Bauern verkauft. Dieser verkaufte sie wiederum. Auch einige Wiesen und Baugründe im Kötschachtal gehörten noch dazu. Das Foto, das ich dir mitschicke, müssten die Familie Blumschein im Original haben... ich habe es nur markiert, damit man sich das vorstellen kann. Die Eltern waren Maria und Josef Lederer und Sepp, Peter, Pauli, Maresa und Walter – das sind die Kindern".
29. September 1923 – „Brand des Reiterbauerngut“. dazu enthält die Feuerwehrchronik dass Nicht nur der Reiterbauer sondern auch das Hoteldorf Grüner Baum war vom Feuer nicht verschont bleib.
23. März 1951 – „Brandalarm Reiterbauer Kötschachtal“."Gasthaus Reiterbauer".
Siehe hier ein altes Foto vor der Brand 1923
Eine Lawine und die Christophoruskapelle
Der Reiterbauer stand, wie schon erwähnt, ursprünglich dort, wo später das Landhaus Grüner Baum errichtet wurde. Ende des 19. Jahrhunderts soll eine Lawine den Hof beinahe zerstört haben. Laut der Dokumentation wurde die Christophoruskapelle errichtet, nachdem die Lawine den alten Reiterbauerhof verschont hatte. Das ist eine schöne Geschichte, die ich bisher jedoch nicht unabhängig belegen konnte. Ich habe sie auf der Webseite „Gastein im Bild“ gefunden. Hier sind ein Foto der Christophoruskapelle im Kötschachtal und die Geschichte dazu zu finden.
Fiaker Sepp Lederer
Josef Lederer (1913 1990) man nannte ihn „Daddy“ hat Marie Zöggeler (*1915-1987) aus Meran in Südtirol geheiratet.
Ihr Vater hat jeden Sommer die zum Hof gehörende Reiter Alm bewirtschaftet. Die Reiter Alm befand sich nahe der Poserhöhe und wurde ca. 1980 verkauft.
Nach dem Krieg, als wieder mehr Gäste kamen, gab es Kutschenfahrten, zuerst mit Sepps Vater und dann mit Sepp junior. Seit ungefähr 1966 fährt Sepp jun. und er fährt noch heute (2026).
„Als Sepp die Konzession von Fiaker Brandstätter in den 1960er-Jahren übernahm, durfte er sich auf allen Standplätzen aufstellen. Die Standplätze befanden sich im Zentrum beim Wasserfall, am Mozartplatz und am Bahnhof“, erzählt Erika weiter. Damals fuhren sie mit den Gästen auch oft im Ort und beim Wasserfall herum.
Früher war das Gewerbe der entgeltlichen Personenbeförderung, also Fiaker und Taxi, reglementiert, und nur eine gewisse Anzahl an Fuhrwerken durfte tätig sein. Das führte dazu, dass Konzessionen teuer gehandelt und verkauft wurden, wenn ein Konzessionsinhaber in Pension ging. Ende der 1980er-Jahre wurde diese Reglementierung für die entgeltliche Personenbeförderung aufgehoben.
„In den letzten dreißig Jahren bringen wir die Gäste meistens nur noch zum Gasthof Prossau hinein, wo sie etwas essen und trinken. Wir fahren im Sommer mit der Kutsche und im Winter mit dem Schlitten.“
Gasthof & Pension Reiterbauer
Die Familie Lederer lebte von der Landwirtschaft sowie von Fiaker- und Fuhrwerksdiensten für Gäste und Einheimische. Von den 1950er- bis in die 1980er-Jahre wurden im Reiterbauer auch Pensionsgäste beherbergt. Später wurde nur noch das Wirtshaus betrieben.
Peter Lederer absolvierte im benachbarten Hoteldorf Grüner Baum eine Kochlehre. Anschließend arbeitete er auf einem Schiff und war einige Jahre in Wuppertal in Deutschland in der Gastronomie tätig. 1976 kehrte er nach Bad Gastein zurück und übernahmen zusammen mit seiner Frau Elfi den Gasthof und die Pension Reiterbauer. Peter führte den Betrieb als Pächter seiner Mutter Marie Lederer.
1990 wurde der Reiterbauer an die Familie Blumschein vom benachbarten Hoteldorf Grüner Baum verkauft. Beim Verkauf wurde vereinbart, dass Peter und Elfi Lederer den Betrieb weiterhin als Pächter führen. Somit wechselten zwar die Eigentümer, die Führung des Reiterbauers blieb jedoch weiterhin bei Peter und Elfi.
1999 übernahmen Erika und Sepp Lederer die Pacht des Wirtshauses und führten den Betrieb bis 2008. Ihre Tochter Nina war im Betrieb angestellt.
2008 übernahmen Manfred und Lene Lafenthaler die Pacht. Sie führten das ehemalige Restaurant Reiterbauer unter dem Namen „Gasthof Sonnenschein“ weiter. Mehr dazu im Text unten.
Fünf Geschwister
Die Geschwister von Sepp Lederer waren Paul, Walter, Peter und Maresa.
Paul Lederer (1950- 2016) erlernte bei der Autowerkstatt Magerle den Beruf des Mechanikers. Im Winter arbeitete er als Skilehrer bei Heinrich Zehentner, im Sommer als Ausflugsfahrer bei Taxi Gerl und Taxi Irausek in Bad Hofgastein. Später gründete er den Skiverleih Lederer am Stubnerkogelparkplatz und führte diesen viele Jahre. Heute wird der Skiverleih von seiner Tochter Martina weitergeführt. Paul spielte außerdem Gitarre und war aktives Mitglied im Trachtenverein D’Hüttenkogler.
Walter Lederer (1956 -2024) war gelernter Maler und lange Zeit bei der Firma Kettner beschäftigt. Wie sein Bruder Paul arbeitete auch er als Skilehrer bei Heinrich Zehentner. Später war er im Winter bei Windischbauers Waldgasthof im Angertal tätig und arbeitete im Sommer für die Janus-Hotelgruppe, unter anderem im Salzburger Hof. Walter war außerdem ein aktiver Schuhplattler im Trachtenverein D’Hüttenkogler, ebenso wie sein Bruder Peter.
Peter Lederer (1949 -2013) führte gemeinsam mit seiner Frau Elfi viele Jahre den Gasthof und die Pension Reiterbauer. Zusätzlich übernahmen die beiden das Gästehaus Elfi in der Nähe des Stubnerkogelparkplatzes welche Hauptsächlich Elfi betreute. Peter fuhr bei Taxi Schett als Taxifahrer.
Maresa Lederer, „Maresi“ genannt, heiratete nach Oberösterreich. [1]
Gasthof Sonnenschein – Manfred und Lene Lafenthaler
Von 2008 bis 2011/2012 waren Manfred und Lene Lafenthaler Pächter. Die beiden hatten zuvor bereits zwei Gastronomiebetriebe in Böckstein geführt: den Gasthof Radhausberg in Altböckstein, Karl-Imhof-Ring 28, und das Restaurant Vier Jahreszeiten, Standort Böcksteiner Bundesstraße 82.
Hier renovierten sie einiges im Innenbereich und betrieben das ehemalige Restaurant Reiterbauer unter dem Namen „Gasthof Sonnenschein“ von 2007 bis 2011. [2]
Gasthof Reiterbauer – Matthias Fuchs und Zita Gal
Von 2011/2012 bis 2015 waren Matthias Fuchs und Zita Gal Pächter und führten den Betrieb wieder unter dem Namen „Gasthof Reiterbauer“.
2015 kauften Zita und Hias das Café-Restaurant Gamskar, Standort Gamskarstraße 15.
Seitdem ist der Gasthof Reiterbauer geschlossen. Gleichzeitig schloss auch das Hoteldorf Grüner Baum. Es wurde sehr ruhig im Kötschachtal und vor allem verschwand einiges an Gastronomie. [3]
Reiterbauer-Krampus-Pass
Auch beim Brauchtum gibt es eine Verbindung: Die Reiterbauer-Pass wird mit dem Gründungsjahr 1967 angeführt.
Fußnoten/Quellen:
[1] Erika Lederer, geb. Oberrauter, verheiratet mit Sepp Lederer, hat mir bei diesem Projekt sehr geholfen – allgemein, aber vor allem mit vielen Informationen über das Kötschachtal und die Familie Lederer. Auch Anni Lederer, verheiratet mit Pauli Lederer, hat mich, ebenso wie Erika, mit Material, Bildern und Informationen unterstützt. Daten vom Grabstein.
Die Geschichte der Kapelle ist auch auf „Gastein im Bild“ nachzulesen: Gastein im Bild – Kapelle im Kötschachtal
Feuerwehrchronik Bad Gastein: Freiwillige Feuerwehr Bad Gastein – Chronik
[2] Persönliche Beobachtung vor Ort und kurze Abstimmung mit Manfred wegen der Jahreszahl.
[3] Persönliche Beobachtung vor Ort, wann Zita und Hias kamen und wann sie wegzogen. Bad Gastein ab 1945 – Gamskarstraße 15














