top of page

Böcksteiner Bundestrasse 22

Milchhof Breitfuß, Milchhof Wieland, Fotograf und Musiker Wieland, Schiederin Szandther, Skibum Accomadtion, Grafik-Marketing Mine, Fotograf Marktl

Tunnel zum Milchhof 

Auf der rechten Seite von uns, auf der Böcksteiner Bundestraße, sehen wir einen Tunnel unter der Eisenbahn. Wir fahren durch diesen Tunnel durch und kommen zur Böcksteiner Bundesstraße 21 und 22. Böcksteiner 


Bundesstraße 22 

Milchhof Breitfuss 

Das Wohn- und Geschäftshaus der Pongauer Molkerei-Genossenschaft, die vermutlich 1941 gegründet wurde, hatte in Bad Gastein sowie in Radstadt und St. Johann Filialen. Herr Sebastian Breitfuß (*1912 †2008) war bereits während des Krieges und bis in die 1980er Jahre Geschäftsleiter des Großhandels der Molkerei in Bad Gastein. Von hier aus wurde hauptsächlich an Hotels und Firmen verkauft. Ab und zu kamen auch Privatpersonen vorbei, um einzukaufen, jedoch nutzten diese meistens die kleineren Geschäfte in ihrer Wohngegend. Offiziell durften hier nur Waren an die Gastronomie und Wiederverkäufer abgegeben werden.

Herr Breitfuß betrieb außerdem ein eigenes Einzelwarengeschäft am Birkenring 29, wo seine Frau Maria (*1914 †1966) die Kunden bediente. Im Geschäft der Molkerei arbeiteten die Verkäuferinnen Frau Wilma und Frau Ernestine Hedina (*1927 †2018). Die beiden wohnten auf der gegenüberliegenden Seite im Haus Kofler.


1974 wurde die Pongauer Molkerei-Genossenschaft mit der Lungauer Molkereigenossenschaft fusioniert, und daraus entstand die Tauernmilch Bischofshofen.[1]


Milchhof Wieland 

Der Lungauer Hans Wieland (*1956) hatte bei der Lungauer Molkereigenossenschaft gelernt und kam durch die Fusion zu Tauernmilch Bischofshofen. Dort lernte er seine spätere Frau Maria, geb. Wirnsperger (*1958), kennen – ebenfalls eine Lungauerin. Nach einigen gemeinsamen Berufsjahren in Salzburg kamen sie 1986 nach Bad Gastein, wo Hans die Geschäftsleitung von Herrn Breitfuß übernahm. Mit der Übernahme gingen Frau Wilma und Frau Hedina in den Ruhestand, und Hans und Maria mussten das Geschäft alleine führen. „Wir zwei schufteten jeden Tag von früh bis abends, bis alles reibungslos lief“, erinnern sie sich.

Zwischen 1986 und 1995 waren Hans und Maria bei der Tauernmilch angestellt. Zwei Jahre zuvor, 1993, wurde die operative Gesellschaft Alpenmilch Salzburg gegründet, die durch den Zusammenschluss von Milchhof Salzburg (72 %) und Tauernmilch Bischofshofen (28 %) entstand. Diese Veränderungen führten dazu, dass Hans und Maria Wieland ab dann auf selbstständiger Basis arbeiten mussten.

Von 1995 bis 2005 führten sie das Geschäft als Pächter auf eigene Rechnung weiter. In dieser Zeit verloren die Molkereien ihre Monopolstellung und wurden privatisiert. Dadurch war nun auch der Detailverkauf offiziell möglich, und dank der Loyalität der Privatkunden und Gastronomen hatte das Geschäft Erfolg. Doch auch der beste Service konnte nicht verhindern, dass das Geschäft 2005 dem Preisdruck und der Konkurrenz der Supermärkte nicht mehr standhalten konnte.

Ab 2006 arbeiteten Maria und Hans beim Großmarkt AGM in Bad Hofgastein.[2]


Die 43:er und Fotograf Wieland 

Hans Wieland war schon immer ein begabter Musiker, sowohl als Solokünstler als auch mit seiner Band "Die 43.er". Er hat mehrere Alben produziert und Konzerte gegeben. Eine weitere kreative Seite lebt er als Fotograf aus, und im Laufe der Jahre konnten Besucher seine Werke bei verschiedenen Ausstellungen bewundern. [3]


Schneiderin Szandthner 

Im Obergeschoss des „Milchhof"-Hauses befinden sich Mietwohnungen. In den 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre wohnte ganz oben im Haus eine Schneiderin namens Giesela Szandtner. Sie betrieb ihre Schneiderei in einem Raum gegenüber ihrer Wohnung, der einen kleinen Kundenbereich mit einer Schneiderpuppe und Stoffen enthielt. Laut Christa Glawitsch hatte sie wahrscheinlich eine Singer-Nähmaschine. „Damals war ich jung, und Frau Szandtner schien mir schon ziemlich alt zu sein. Sie nähte hauptsächlich Damenbekleidung, gelegentlich auch Herrenbekleidung. Ich weiß, dass sie auch Lehrlinge ausgebildet hat."[4]


Skibum Accomodation 

In den 1980er/1990er Jahren wurden die Wohnungen im Haus generalsaniert, erzählt Maria Wieland. Sowohl vor als auch nach der Sanierung waren die Wohnungen sehr begehrt bei jungen Schweden, die während der Wintersaison in Bad Gastein arbeiteten. Tauernmilch verkaufte das Haus 2009 an einen schwedischen Unternehmer. Anna Örneskans und Anders Broman aus Schweden übernahmen die Verwaltung des Hauses. Der „Milchhof“ blieb eine beliebte Unterkunft für Skibums, vorwiegend junge schwedische Saisonarbeiter.


Der Begriff „Skibum“ stammt aus dem Englischen, wobei „bum“ auf jemanden mit einem unsteten Lebensstil verweist. Skibums sind in der Regel junge Menschen, die einige Jahre hauptsächlich dem Skifahren oder Snowboarden widmen. Sie verbringen die Wintersaison in Skigebieten und finanzieren ihren Lebensunterhalt durch Nebenjobs in Restaurants, Bars oder Sportgeschäften. Ihr Ziel ist es, nur so viel zu arbeiten, wie nötig, um ihre Grundbedürfnisse zu decken, da sie hauptsächlich das Skifahren und ihre Freizeit genießen möchten.

Das Haus wechselte 2022 den Besitzer. Anna Örneskans und Anders Broman sind seit dem 1. Oktober 2022 Pächter des Campingplatzes Erlengrund in Badbruck, und der neue Besitzer verwaltet das Haus nun selbst. Die Wohnungen werden nach wie vor (Stand 2024) von Dezember bis April hauptsächlich an „Saisonschweden“ vermietet.[5]


Grafik-Marketing Mine Creative Agency. 

Im alten „Milch-Geschäft“ im Erdgeschoss hatte der gebürtige Bad Gasteiner René Benedikter von etwa 2010 bis 2015 sein Büro und Atelier mit seiner Firma Mine Creative Agency. In der Grillparzerstraße 14 betrieb er außerdem das Lokal „Mine“ in der ehemaligen Metzgerei Bayr, das er später in „Revolution“ umbenannte.

Renés Marketingfirma hatte also ihren Sitz hier im Milchhof. Er produzierte Marketingvideos, 2D- und 3D-Animationen sowie Fotos im Auftrag von Firmen und Privatpersonen. Der Fotograf Manuel Marktl übernahm viele dieser Aufträge. Zudem organisierte René Events und DJ-Auftritte. [6]


Fotograf Marktl 

Der Fotograf Manuel Marktl (*1990), auch „Bobo“ genannt, wurde in Spanien geboren und wuchs in Kärnten auf. Was als Hobby begann, entwickelte sich schnell zu seiner Berufung. Nach dem Abschluss der HTL in Klagenfurt erhielt er die Gelegenheit, als Fotograf zu arbeiten. Im Laufe der Zeit hatte er die Ehre, mit großartigen Kunden und Sportlern auf der ganzen Welt zusammenzuarbeiten und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Diese führten ihn vom Fotografieren bei Schneestürmen auf den Gipfeln der japanischen Alpen bis zu den Dünen der Namib-Wüste.

Manuel kombinierte all diese Erfahrungen und spezialisierte sich auf kommerzielle Outdoor- und alpine Vor-Ort-Produktionen sowie auf Sportfotografie. Er hat seinen Sitz in Bad Gastein und München. Durch die Teilnahme an zahlreichen Seminaren und praktischen Workshops konnte er sich kontinuierlich weiterentwickeln, und so arbeitet er seit vielen Jahren erfolgreich als selbstständiger Fotograf.[7]


Fußnoten/Quellen:

[1] Erzählungen von Einheimischen plus Telefonbuch von 1937 https://www.findbuch.at/files/content/adressbuecher/1937_bsoe_sbg_tb/6__Uebrige_Fernsprechnetze.pdf 

und Daten vom Grabstein. https://de.wikipedia.org/wiki/Alpenmilch_Salzburg aufgerufen Aug 2021

[2] Persönliches Gespräch mit Hans und Maria Wieland Frühling 2021.

[3] Schriftverkehr mit Maria Wieland im Juli 2023. Persönliche Beobachtung

[4] Persönliches Gespräch mit Christa Glawitsch im Aug 2021. Sie steht auch im Heroldstelefonbuch 1957

[5] Persönlicher Kontakt mit Anna und Anders im Laufe der Jahre. Dazu persönliche Kontakt mit Tauernmilch 2009 als interessierte Käufer. Text zu Skibum Aufgerufen Sommer 2021 https://www.derstandard.at/story/1295570796382/ski-bum info zum Haus durch persönlichen Kontakt durch die Jahre mit Örneskans/Broman und auch Kontakt mit dem Hausbesitzer R.N:2021.

[6] Homepage http://www.minecreative.at/plus persönlicher Kontakt zu Réne Benedikter im Laufe der Jahre

[7] Persönliche Kontakt auch als Kundin, Öffentliche Homepage mit Text Seite https://manuelmarktl.com/about

 

 

bottom of page