
Volk– und Hauptschule Bad Gastein
Volk– und Hauptschule Bad Gastein I
m Schuljahr 1946/47 gab es in Österreich fünf Schultypen; allgemeinbildende „Mittelschulen“, Gymnasien, Realgymnasien für Knaben, Realgymnasien für Mädchen, Realschulen und Frauenoberschulen. In Mädchenrealgymnasien wurde das Unterrichtsfach darstellende Geometrie durch Körper- und Gesundheitslehre ersetzt. In Frauenoberschulen gab es Unterricht in Erziehungslehre, Kinderpflege sowie Kochen. Erst durch das Schulgesetzt von 1962 wurde Mädchen der Zugang zu allen Bildungseinrichtungen gewährt. 1975 wurde die Geschlechtertrennung in allen öffentlichen Schulen aufgehoben.
Die Hauptschule Bad Gastein gab es ab 1958 in dem neu errichteten Hauptschulgebäude. Vorher mussten alle Kinder nach Bad Hofgastein fahren, um die Hauptschule zu besuchen. Nach Erweiterungsbauten rund 1975 übersiedelten auch die Volksschulen Böckstein und Volkschule Bad Gastein in dieses Gebäude.
Volkschule
Oberschulrätin Marianne Kravanja, geb. Leinberger (*1935†2020) wurde 1979 Direktorin der Volksschule Bad Gastein. 1956 hatte sie ihrer Matura ihre Lehrbefähigungsprüfung abgelegt. Sie unterrichtete zuerst wie erwähnt an der Volksschule Böckstein, in der sie ab 1968 die Schulleitung übernahm. 1979 kam Sie zur Volkschule Bad Gastein hier auf der Hauptschulstraße, wo sie bis 1998 blieb, als sie in Pension ging.
1996 bis 2011 hatte Hildegard Langmaier die Position Schulleiterin inne und 2011 - 2018 Astrid Höhenwarter. Seit 2018 ist Birgit Jankela Volksschulleiterin.
Die Kindererziehung hat sich durch die Geschichte verändert und für jüngere Leser kann es interes-sant sein zu wissen, dass es bis Mitte der 1970er Jahre Eltern erlaubt war, ihre Kinder mit Ohrfeigen und generell allen Mitteln, die nicht zu körperlichen Schäden führten, zu züchtigen. Explizit gesetzlich geregelt ist das Gewaltverbot in der Erziehung erst seit 1989.
In den Schulen hatte das Lehrpersonal bis 1974 das Recht, „schlimme Kinder mit dem Rohrstaberl zu bestrafen“. Erst seit 1974 sind Schläge, Beleidigungen und Kollektivstrafen in der Schule verboten. Heute wissen wir, dass „brav sein“ um jeden Preis nicht immer eine Erfolgsgeschichte ist, denn Kinder, die geschlagen werden, geben oft ihre erlebte Gewaltsituation an andere weiter. Ihr Verhalten lediglich per Angstkonditionierung anzupassen, ohne Verständnis dafür, reicht nicht. Zudem erhöht die Gewaltsituation die Wahrscheinlichkeit, dass sie die erlittene Gewalt später, wie schon erwähnt, an andere weitergeben.
Hauptschule - Mittelschule & Schihauptschule
Heute heißt es in Österreich nicht mehr Hauptschule, sondern seit 2012 wurden die Hauptschulen in Österreich mittels Stufenplans zu Mittelschulen umgewandelt und umbenannt. In der Anfangsphase wurde der Schultyp als Neue Mittelschule bezeichnet und seit dem Schuljahr 2020/21 ist Mittelschule der offizielle Name.
Ab 1975 kam nicht nur die Volkschule in dieses Gebäude, auch die Skihauptschule Bad Gastein wurde ins Leben gerufen. Oberschulrat Theobald Kriegl (*1928†2011) war Initiator und erste Direktor der Schihauptschule Bad Gastein. Online können Sie mehr über die vielen erfolgreichen Schüler nachlesen wie; Petra Kronberger, Ulrike Mayer (†) Andreas Fischbacher, Hermann Maier, Marcel Hirscher, Anna Fenninger-Veith, Reinfried Herbst, Phillip Schörghofer, Hans Grugger, Kurt Engel, Robert Zoller, Manfred Gstatter, Hans Peter Steina-cher, Bernhard Gruber, Jacqueline Gerlach, Adriana Jelinkova und Patrick Schweiger, einige davon haben es bis Olympia-Gold geschafft. Marcel Hirscher ging jedoch nicht hier in Bad Gastein zur Schule, sondern besuchte - wie viele Absolventen - die Schihotelfachschule in Bad Hofgastein.
Die Haupt- und Schihauptschule später Mittel - Mittelschischule Bad Gastein
wurden von folgenden Direktoren geleitet :
• 1948–1961: Rudolf Eder
• 1961–1967: Hans Prosser
• 1967–1972: Sebastian Hinterseer
• 1973–1989: Theo Kriegl
• 1989–2007: Ernst Labacher
• 2007–2012: Dieter Stark
• Seit 2012: Josef Wutscher
Öffentliche Bibliothek – Bücherei
Es gab im Hauptschulgebäude an der Hauptschulstraße bis 2022 eine öffentliche Bibliothek. Diese wurde im Herbst 2022 geschlossen, und alle dort befindlichen Bücher kamen zur Gemeinde Bad Gastein in die Karl-Heinrich-Waggerl-Straße 29. Dort wurden meterlange Bücherregale aufgestellt, in denen sich nun die rund 1000 Bücher aus der ehemaligen Bibliothek befinden.
In der Gemeinde können alle Besucher die Bücher kostenlos mitnehmen. Bücher können während der Öffnungszeiten abgeholt oder zurückgebracht werden.[1]
Fußnoten/Quellen: [1] Eigene Beobachtungen und https://www.bad-gastein.at/unsere-einrichtungen/ aufgerufen
[1] Diplomarbeit Christa Kohl „Historische Vorbedingungen und die Situation lediger Mütter und unehelicher Kinder in Österreich in den 1950er Jahren“
Als Pdf unter: https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/download/pdf/336392?originalFilename=true
[1] https://www.sn.at/wiki/Marianne_Kravanja
[1] https://www.sn.at/wiki/Volksschule_Bad_Gastein und https://www.volksschule-badgastein.at/
[1] https://www.stadtbekannt.at/frueher-hatte-die-jugend-noch-respekt/ gelesen 18. Mai 2021
[1] Info aufgerufen 15. Mai 2023 https://www.sn.at/wiki/Theobald_Kriegl
[1] Aufgerufen 15. Mai 2023 https://www.sn.at/wiki/Mittelschule_und_Skimittelschule_Bad_Gastein aufgerufen 11. Aug 2023 https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelschule(Österreich)
[1] War selbst Besucher, Postwurf und perönliche Beobachtung https://www.sn.at/salzburg/politik/ausgelesen-bad-gastein-hat-keine-bibliothek-mehr-126103603



