
Kindergarten Bad Gastein
Kindergarten Bad Gastein.
Der erste Kindergarten befand sich ungefähr in der jetzigen Hauptschulstraße 12. (siehe altes Foto). Das Gebäude war ein einfaches Holzhaus. Gertraud Hoffmann erzählt vom ersten Kindergarten: „Besonders ein rosarotes Puppenhaus blieb mir und meiner Schwester in Erinnerung. Im Garten gab es ein Ringelspiel (Karussell), das immer von den Kindern in Betrieb genommen wurde. Tante Rosi stellte regelmäßig einen Putzeimer hin, weil den Kindern natürlich schlecht wurde und sie sich übergeben mussten.“ Im ersten Kindergarten, in der einfachen Holzbaracke, war Tante Rosi – Rosa Wenger (*1925 †2004) – Leiterin, sowohl dort als auch im neuen Haus ab 1967/68, bis zu ihrer Pensionierung 1980.
Tante Gerlinde Mayer (*1949 †2019) war schon als Tante im alten Gebäude dabei und übernahm die Leitung von Rosi Wenger. Als Gerlinde Anfang der 2000er Jahre in Pension ging, wurde Tante Christl Fleissner geb. Gruber (*1962 †1996) (zur Leiterin ernannt. Sie verstarb jedoch unerwartet im Sommer darauf, sodass Tante Gerlinde wieder einspringen musste, bis Tante Irmi Knauseder ein paar Jahre übernahm. Ursula Lindebener, geb. Pichler, ist nach Irmi Leiterin. Viele Frauen waren und sind beliebte „Tanten“ der Gasteiner Kinder. [1]
Kinderbetreuung lief über Jahrhunderte „irgendwie mit“. Dass man Kinder bereits vor der Schule in eine Betreuungseinrichtung gab, ist eine relativ moderne Erfindung. Erst im Jahr 1830 wurde in Wien die erste „Bewahranstalt“ für „Proletarierkinder“ gegründet.
Noch bis 1980 durften ausschließlich Frauen als „Tanten“ arbeiten. Ab dann begann man, das Kind mehr in den Mittelpunkt zu stellen. Bis dahin galt Disziplin als oberstes Erziehungsziel. Mit dem neuen Blick aufs Kind begann man, den Beruf der Kindergartenpädagogin neu zu definieren und die Ausbildung zu ändern. Der Begriff „Tante“ wurde tabu.
Christa Kohl nennt es in ihrer Diplomarbeit „das Goldene Zeitalter der Kernfamilie“ das der wirtschaftliche Aufschwung in den 1950er Jahren es vielen Familien, einen Lebensstil in einer Kernfamilie ermöglichte. Die Kernfamilie mit dem Vater als Geldverdiener und der Mutter, die ausschließlich zu Hause war, und mit ein bis zwei Kindern, leben zu können. Durch diese Hegemonie der bürgerlichen Familie im Rahmen einer Ehe war es kaum möglich, eine andere Form des Zusammenlebens zu tolerieren. Die typische Kernfamilie, bestehend aus Vater, Mutter und zwei Kindern, war in den beiden Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg das Idealmodell einer Familie geworden. Vorher und auch nachher hat es keine so große Anzahl an Kernfamilien mehr gegeben. [2]
Neue Standort
Ende der 1960er Jahre wurde ein neuer Kindergarten am heutigen Standort – Zimburgweg 2 - gebaut. Das Ge-bäude von damals ist auch nicht mehr vorhanden, sondern wurde abgetragen. Das jetzt sichtbaren, moderne, grünen Gebäude ist 2012 entstanden. Der Kindergarten, das Kinderzentrum KIZ wie es heute heißt, würde komplett neu gebaut. Kinder zwischen 1,5 – 6 Jahren werden betreut. Wie schon erwähnt ist Ursula Lindebner seit mehrere Jahren Leiterin.[3]
Fußnoten/Quellen:
[1] Erzählungen von Waltraud Kofler und eigene Beobachtungen in den 1990er und Anfang 2000 er Jahren
[2] Artikel aufgerufen 23. Mai 2022 https://kurier.at/leben/kindergarten-einst-bewahranstalt-heute-erste-bildungseinrichtung/400594265. und Diplomarbeit Christa Kohl „Historische Vorbedingungen und die Situation lediger Mütter und unehelicher Kinder in Österreich in den 1950er Jahren“
Als Pdf unter: https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/download/pdf/336392?originalFilename=true
[3] Eigene Beobachtungen und https://www.bad-gastein.at/unsere-einrichtungen/ aufgerufen








