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Hauptschulstraße 2

Wohnhaus Rud. Lebensmittelgeschäft Weiland, Raumausstatter Mitterhofer und Farben Kreuzthaler

Böcksteiner Bundesstr. 4/ Hauptschulstr. 2 

Wohnhaus Rud 

Das Haus mit Eingang Hauptschulstraße 2 wurde von der Familie des Landesrats Walter Rud (*1926 †2008) als Wohnhaus in den 1960er Jahren erbaut und 1970 fertiggestellt. Walter Rud stammte aus der Tischlerfamilie Bacher/Rud. Die gesamte Familiengeschichte der Tischlerfamilie Bacher/Rud lesen Sie an der Adresse Böcksteiner Bundesstraße 6 und Abschnitt Rud Hauptschulstraße 4. 


Walter Rud heiratete Margarethe, und sie bekamen den Sohn Herwig. In den 1960er- und 1970er-Jahren arbeitete Walter Rud als Geschäftsführer für die Fertighäuser "Wigohäuser". Sein Bruder Heinz Rud, Tischlermeister vor Ort, und seine Mitarbeiter in der Tischlerei Rud trugen oft zur Fertigstellung der Wigohäuser bei. Walter war aktiv als Alpenvereins-Obmann und Landtagsabgeordneter in der Salzburger Politik. In den 1970er Jahren bis 1982 war er Geschäftsführer im Heilstollen . Ende 1990er Jahren wurde das Haus verkauft.[1]


Polizeiposten

Im Jahr 2000, im Zuge des Totalumbaus des Hauses und der Errichtung des neuen Polizeipostens, wurde der Eingangsbereich und der Verkaufsraum des Geschäfts im Erdgeschoss maßgeblich umgebaut und vergrößert. Zuerst war der Eingang auf der länglichen Seite Richtung Böcksteiner Bundesstraße 4. Danach, sowie jetzt, befindet sich der Eingang an der Ecke Richtung Hauptschulstraße. Gleichzeitig verschwand die Hecke rund um das Haus, stattdessen entstand eine Zufahrt/Haltebereich für das Geschäft und den Polizeiposten. Eine Garage unterhalb des Hauses für Autos wurde ebenfalls neu gebaut. 

Der alte Gendarmerieposten befand sich in der Stubnerkogelstraße 47. Bis 2005 gab es in Österreich eine Polizei und eine Gendarmerie. 2005 kam es zur Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie durch die Zusammenführung von Bundessicherheitswachekorps und Bundesgendarmerie zum einheitlichen Wachkörper Bundespolizei. [2]


Lebensmittel Weiland 

Im Geschäftsteil Richtung Straße gab es zuerst nur einen Eingang von der Seite, deshalb die Adresse Böcksteiner Bundesstrasse 4. Dort befand sich in den 1970er Jahren das Lebensmittelgeschäft Weiland. 

Heinrich W. erinnert sich auf Facebook: „Hier habe ich in den 1970er Jahren öfters eine Extrawurstsemmel mit Gurkerl um 1,50 Schilling gekauft.“ 

Fatima ergänzt: „Anschließend kam das Geschäft Konsum Textil. Verkäuferin war Angelika Egger und Lehrling Lydia Sagmeister." [3]


Konsum Textil 

Konsum-Lebensmittelgeschäfte gab es schon länger im Ort. In den 1970er Jahren befand sich der Konsum Bad Gastein an der Ecke Poserstraße 10/Karl Heinrich Waggerl Straße, im jetzigen Gästehaus Gabriele (damals Kurhaus Leimböck). Der Eingang war auf der Seite der Ache. Heute (2024) neben der Ordination von Dr. Christine Schmidt.  

In der Karl Heinrich Waggerlstraße ist noch die Treppe am Haus zu sehen. Der Eingang zu ehemalige Konsum beim Haus Gabriele ist zugemauert. 


Warum startete Konsum auf einmal eigene Textilgeschäfte? In den 1970er Jahren verringerte sich die Zahl der Bezirkskonsumgenossenschaften aufgrund von Fusionen und zwischen 1971 und 1977 wurden kleinere und unrentable Konsumläden geschlossen. Gleichzeitig stieg die Anzahl größerer Selbstbedienungsläden. 1973 eröffnete sogar das erste Konsum-Einrichtungshaus in Österreich. Das Warensortiment wurde also auf „Non-Food“ und hauptsächlich Textilien erweitert. So auch hier in Bad Gastein, wo beschlossen wurde, ein separates Konsum Textilgeschäft zu öffnen. 

Als der Konsum mit seinem Lebensmittelhandel auf den jetzigen Standort in der Böcksteiner Bundesstraße 1 zog (wo sich jetzt Eurospar befindet), wurde das Textilgeschäft hier im Haus geschlossen und dorthin verlegt, weil das neue Haus mehr Platz bot. 


Raumausstatter Mitterhofer 

Als dritter Geschäftslokalbesitzer im Haus kam Rudolf „Rudi“ Mitterhofer mit einem Maler-, Einrichtungs- und Tapezierergeschäft. In den 1980er Jahren verkaufte er auch Schul- und Bastelartikel und bot ein Schlüsselservice an. Anita Wimmer erinnert sich, dass das Sortiment bei Mitterhofer immer auf dem neuesten Stand war: „Dort gab es die besten Stifte und die schönsten Radiergummis.“ 

Mitterhofer absolvierte von 1964 bis 1967 eine kaufmännische Lehre bei Sport Hinter in der Grillparzerstraße. Er merkte schnell, dass der Beruf des Verkäufers nicht seine Zukunft war, und wechselte in die Raumausstattungsbranche, wo er bei der Firma Möbel Sendlhofer in Badbruck die erforderliche Handwerkskunst erlernte, erzählt er bei unserem Treffen. „1982 habe ich meinen eigenen Handwerksbetrieb mit Raumausstattung und Farbenhandel in der Böcksteiner Bundesstraße eröffnet. Die Liegenschaft habe ich vom Konsum käuflich erworben“, erzählt er weiter. 

Rudi und seine Frau Roswitha waren immer tüchtige Gewerbetreibende und betrieben parallel zum Einrichtungsgeschäft in der Hauptschulstraße 2 zwei Modeboutiquen: das Geschäft „Che Bella“ im Haus Austria (Kaiser Franz-Josef-Straße 3) und ein Geschäft in Bad Hofgastein mit Marken wie Esprit, Marco Polo, Schildkröt usw. „Damals in den 1980er Jahren waren viel mehr Hotels offen und die Leute kauften auch noch vor Ort ein“, erzählt Rudi. 

Nicht nur im Handel, sondern auch in der Gastronomie machte sich Mitterhofer einen Namen. Zuerst mit dem Bier-Pub „Filou“ (1988–1998) in der ehemaligen BP-Tankstelle, dem jetzigen ARBÖ-Parkplatz unterhalb des Mozartplatzes. Die Tankstelle wurde zu einer gemütlichen kleinen Bar und einem beliebten Treffpunkt umgebaut. 

Zwischen 1998 und 2003 betrieben er und seine Frau die Erlebnisdiskothek „Central Park“ und das Bier-Pub „Pilsquell“, beide im Kongresshaus. Mehr dazu unter die jeweilige Textabschnitte/Adresse 

Mitterhofer ist ein Mann mit Visionen und ein sogannanter „Macher“, der immer offen für neue Ideen ist und diese auch umsetzen kann. Rund um das Jahr 2000 bekam er die Möglichkeit, sich an einer Projektentwicklung für das Einkaufszentrum „Citypark“ in Iglau in Tschechien zu beteiligen. „Das war ein Riesenprojekt und das Einkaufszentrum wurde mehrmals als bestes Einkaufszentrum von Tschechien ausgezeichnet“, erwähnt Rudi. 

„Nach der Rückkehr im Jahr 2008 und bis zum heutigen Tag bin ich nach wie vor in der Raumausstattungsbranche tätig. In der Freizeit beschäftige ich mich mit meinem Hobby, dem Krampuskopfschnitzen, und der Musikgruppe ‚The Burns.“ Das Lokal in der Hauptschulstraße 2 ging von Rudi Mitterhofer Anfang der 1990er Jahre an den vier-ten Geschäftsinhaber, die Firma Raumausstatter Kreuzthaler. [4] 


Raumausstatter Kreuzthaler 

Die Firma Kreuzthaler ist heute (2023) schon in der vierten Generation mit einer Leidenschaft für Farben und Einrichtung aktiv. Auf der Homepage steht, dass alles bei der Firma Kreuzthaler mit einem kleinen Malereibetrieb vor über 80 Jahren in Bad Hofgastein begann. Man entwickelte sich zu einem modernen Handwerksbetrieb mit zwei Farbengeschäften. Die dritte Generation Kreuzthaler waren die zwei Schwestern Roswitha und Margit Kreuzthaler. Sie heirateten zwei Brüder aus Hofgastein, Franz und Rupert Sendlhofer. Jedes Pärchen betrieb selbständig einen Standort: in Bad Gastein waren Rosi und Rupert, in Bad Hofgastein Margit und Franz. 

Im Internet auf der Homepage ist zu lesen, dass zwischen 1993 und 2021 die Betriebe Kreuzthaler Bad Gastein und Kreuzthaler Bad Hofgastein getrennt voneinander geführt wurden und an den jeweiligen Standorten ausgebaut wurden. Im Sommer 2021 ist der Entschluss gefallen, wieder zusammenzufügen, was zusammengehört: Die beiden Einzelunternehmen Kreuzthaler Bad Gastein und Bad Hofgastein werden zu Kreuzthaler GmbH Gastein. Die Firma hat im Laufe der Jahre viele aktive Handwerker, die vor Ort in den Hotels und Privathaushalten Einrichtungsarbeiten ausführen, wie Böden verlegen, malen, tapezieren, Vorhänge und andere Einrichtungsgegenstände installieren. Zudem arbeiten Schneiderinnen und Tapezierer in der Werkstatt, um Möbel neu zu beziehen und Vorhänge, Kissen, Tischdecken usw. zu nähen. 

Im Geschäft, heute mit Eingang Hauptschulstraße 2, werden auch Papier und Bürobedarf verkauft, sowie Schultaschen und Schulartikel. Früher gab es auch Süßigkeiten. Viele einheimische Kinder mit ihren Eltern haben im Laufe der Jahre vor Ort Schulmaterial und Schultaschen eingekauft. „Oft sind wir am Schaufenster gestanden und haben die neuen Schultaschen bestaunt“, wird als Kommentar von Einheimischen ge-äußert, wenn über Kreuzthaler in ihrer Kindheit gesprochen wird. Janette erinnert sich auch in einem öffentlichen Kommentar auf Facebook, wie sie auf dem Weg zur Volksschule manchmal die sauren roten Schlangen oder noch viel öfter das essbare Papier um ein paar Schilling gekauft hat.[5] 


Fußnoten/Quellen:

[1] Schriftverkehr mit Elke Rud im März 2021 und 2023

[2] Persönliche Beobachtung vor Ort. sowie https://de.wikipedia.org/wiki/Zusammenlegung_von_Polizei_und_Gendarmerie

[3] Öffentlicher Kommentar auf Facebook, Famili eRud har auch bestätigt das Weiland dort war sowie ein Foto zu verfügung gestellt. Meine Schwiegermutter und Schwägerin haben auch von Geschäft erzählt.

[1] Betreff Textilgeschäft haben Einheimischen davon erzählt sowie öffentliche Kommentare auf Facebook. Dazu haben https://de.wikipedia.org/wiki/Konsum_Österreich aufgerufen am 16. Okt 2022

[4] Öffentlicher Kommentar von Anita Wimmer auf Facebook April 2023,. Persönliches Gespräch 14. Mai 2023 und kurzer Schriftverkehr mit Rudi Mitterhofer. Sowie die Seite https://www.prontopro.at/pro/fa-rudolf-mitterhofer und www.rumi.at aufgerufen in Okt 2022

[5] Persönliche Beobachtungen vor Ort, Dazu die Homepage https://www.kreuzthaler.at/ueber-uns-kontakt/ueber-uns-team/aufgerufen im Okt 2022. Öffentliche Kommentare auf Facebook 2022

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