
Schneiderei Witzigmann, Raupenunternehmen Stückl, Zeitungsverleger Capla & Gebrüder Baur Buchdruckerei, Pelz- und Tierpräparator Pflaum-Oberbichler Fahrradreparatur Herr Reisinger
Wohnblocksiedlung. Karl Heinrich Waggerlstraße Nr 35 - 43
Schneiderei Witzigmann
Hier war die Familie Alois Witzigmann und Maria geb. Taurer zu Hause. Ich schrieb an Eckart Witzigmann und fragte nach seinem Vater und seinem Werdegang. Prompt erhielt ich einen Auszug aus der Biografie sowie ein Foto der Familie von 1953.
Schneidermeister Alois Witzigmann (*1908 †1985) war zunächst als Schneider in unserer Wohnung tätig. Das störte den Sohn Eckart nicht, wie er in seiner Biografie schrieb: „Dass der Vater eines der zwei Zimmer in der Wohnung als Werkstatt brauchte, dass in der Küche gegessen wird, weil es kein Wohn- oder gar Esszimmer gibt, und dass mein Bett neben dem meiner Mutter und meines Vaters steht.“ Für den Vater Alois war das bereits großer Komfort. Denn als sein Sohn Eckart 1941 in Vorarlberg geboren wurde, stand er während des Zweiten Weltkriegs an der Ostfront in Murmansk und wusste nicht, ob das Leben noch eine Sekunde oder einen Tag dauern würde. Deshalb kam ihm der Siedlungsbau an der Karl-Heinrich-Waggerl-Straße paradiesisch vor, als er 1945 heimkehrte und froh war, nicht in Gefangenschaft geraten zu sein.
„Vom frühen Morgen an riecht es gut in der Wohnung, nicht nur nach Appretur und gedämpften Stoffen und dem Öl der Nähmaschinen, sondern auch nach dem, was die Mutter bereits um sechs Uhr auf den Herd setzt“, schrieb Eckart Witzigmann.
Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre zog Alois Witzigmann mit seiner Schneiderei von der Privatwohnung in der Karl-Heinrich-Waggerl-Straße zur Grillparzerstraße und übernahm dort die Schneiderei Mühl. Eckart Witzigmann eiferte seinem Vater nicht nach. Die Handwerk Schneider war ursprünglich ihn vorgesehen. Doch schon früh wusste er, dass er lieber den Kochlöffel schwingt als mit Nadel und Faden zu hantieren.
Eckart Witzigmann (*1941) in Vorarlberg geborenen und in Bad Gastein aufgewachsenen absolvierte von 1957 bis 1960 eine Kochlehre hier in Bad Gastein im Hotel Straubinger bei Ludwig Scheibenpflug. Nachdem er die Gesellenprüfung hatte wiederholen müssen, war er in zahlreichen Stationen in Spitzenküchen der Welt tätig. Nach seinen Wanderjahren durch dir Welt folgte Witzigmann 1971 dem Ruf des Münchner Nobelrestaurants Tantris, wo er als Küchenchef bereits zwei Jahre später seinen ersten Michelin-Stern erkochte; 1974 folgte gar der zweite Stern. Vier Jahre später eröffnete Witzigmann sein eigenes Restaurant - der Edellokal Aubergine in der Münchner Maximilianstraße. 1994 wurde dem Österreicher vom Gourmet-Führer "Gault Millau" der Titel "Koch des Jahrhunderts" verliehen. Mehr zum Eckart Witzigmann können Sie im Internat nachlesen. Eckart Witzigmann war mit Monika geb. Sperl, die bis zur Trennung 1988, verheiratet. Monika hatte beim Zahnärztin Dr Meran im Haus Tauriska gearbeitet. Sie wird dort bei der Textabschnitt erwähnt. Mit seinem Nobelrestaurant Aubergine in Mücnhen wurde er in Deutschland zur Legende. Als "Koch des Jahrhunderts" ging er weltweit in die Koch-Annalen ein. Kein anderer Koch hat die deutsche Küche nachhaltig so sehr geprägt wie er.Weiter wird auf Wikipedia erwähnt dass Eckart seine Tochter Véronique (* 1970) Autorin ist und ein Unternehmen mit Brotaufstriche und Feinkost betreibt, und sein Sohn Max (* 1974) ist als Journalist tätig. Seine Lebensgefährtin ist laut Wikipedia seit 2006 Nicola Schnelldorfer, Tochter des Eiskunstläufers Manfred Schnelldorfer.
Klaus Stückl - Raupenunternehmung
Zwischen 1970 - 1975 hatte Klaus Stückl einer Raupenunternehmung auf der Adresse Siedlung 8. er kam au der Steiermark und lebte bis zu Ende in eine Wohnung auf der Karl Heinrich Waggerlstrasse 35. [2]
Zeitungsverleger Capla & Gebrüder Baur als Buchdruckerei
Josef Capla war in bis 1958 Zeitungsverleger: er war wohnhaft in der Siedlung laut Register Zentralblatt 1959)
Im Heroldes Telefonbuch 1957 steht Gebrüder Baur als Buchdruckerei angegeben. Wo die waren weiss ich noch nicht.
Tierpräparatorin Luise Pflaum - Oberbichler
In dieser Siedlung wohnte auch Frau Luise Pflaum. Sie handelte mit Tierhäuten, Leder, Pelzen und ähnlichem und war im Herold-Telefonbuch als Tierpräparatorin eingetragen. Luise heiratete Erwin Oberbichler, der Förster und Leiter der Forstabteilung in der Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau war. Später wohnten sie ein Haus in der Schareckstraße 20.[3]
Sonja Walter geb. Lafenthaler beschrieb der Gegend wie folgt: „Wir haben bis 1956 in der Böcksteiner Straße 2 gewohnt, zusammen mit der Familie Ritsch: Christl Kraut, Oberrauter und anderen. Die Böcksteiner Straße 2 war, wenn du über die Ache fährst, rechts. Zuerst kam ein kleines Haus, dann die Böcksteiner Straße 2 (jetzt stehen dort neue Häuser Nr 38). Vor dem Palfnerbach war noch ein Haus. Vorne wohnte Liesi, und hinten haben Renate und Heinz Bergner sowie Werner Pflaum gewohnt. Im Eierspeisblock, (Heute Plfnerstrasse 1 - 5), gab es eine Wäscherei und einen Schuster. Wo der Palfnerbach in die Ache mündet, hat Frau Luise Pflaum etwas mit Tierhäuten gemacht, und Herr Reisinger hat dort Fahrräder repariert. Gegenüber der Böcksteiner Straße 2 (auf der linken Seite) wohnte im ersten Haus die Familie Tatzer, dann kam der große, alte Wohnblock mit dem Durchgang. Dort lebten die Familien Maschinder, Kössler, Lackinger, Schett usw. An Geschäften gab es eine Tabaktrafik und Schreib- und Spielwaren Lenglachner. Im Haus Leimböck gab es ein Fischgeschäft und den Konsum. Das Café Wien war dort, wo jetzt der Eurospar ist. Das Café Medwed und das Lebensmittelgeschäft Oberhuber waren vor dem Nußdorfer Hof. Am Palfnerbach gab es eine kleine Filiale von Gugganig (Hauptgeschäft Badberg), etwa 10 Quadratmeter groß, wo wir Zucker, Mehl, Salz, Äpfel und Ähnliches kauften. Offene Milch in 1- oder 2-Liter-Kannen, Topfen und Joghurt gab es nur in der Molkerei gegenüber vom Nußdorfer Hof. Kleidung konnte man Ende des Sommers auf dem Kirchtag in Hofgastein kaufen. Ich habe 1965 bei Frau Hilde Schwabl (neben dem Eislaufplatz) Kosmetik, Fußpflege und Massage gelernt.“[4]
Fußnoten/Quellen:
[1]Schriftverkehr im Jahr 2021 mit dem Büro vom Eckart Witzigmann. Inserate fand ich im Badeblatt und eine Quittung beim Erna Hofer als ich das Haus kaufte.
[2] Zentralblatt 1975 Eintr. Handelsregister Österreich. Persönliche Kontakt als er später im Leben Taxi fuhr.
[3] Eintrag Herold Telefonbuch. Erzählung von Elfi Oberbichler
[4] Schriftverkehr in April 2021 mit Sonja Walter geb. Lafenthaler






