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Paracelsusstraße 11

Fraiss Saiten - Familienmusik aus Bad Gastein und Musiklehrerin Anneliese Genslucker

Familie Fraiss & Fraiss Saiten

Jakob und Margit Fraiss mit ihre Töchtern Katrin und Magdalena bietet Österreichische Volksmusik und internationale Folklore, Melodien von heute und aus vergangenen Zeiten - mit Zither, Hackbrett, Gitarre, Klarinette und Gesang. Ein musikalischer Genuß auf höchstem Niveau!


Jakob Fraiss stammt aus eine sehr musikalische Familie und ist auf der Reitlpromenade aufgewachsen. Sein Vater stammte aus Steiermark und seine Mutter aus Oberösterreich. Beruflich war er bei der Post


Margit Fraiss (geb. Gensluckner): Ist im Pinzgau/Taxenbach geboren und mit 6 Monaten mit meinen Eltern und meiner älteren Schwester nach Böckstein gekommen.


Elisabeth Pohl hat mit Jakob und Margit im Herbst folgendes Gespräch geführt. Artikel in der Zeitschrift "Gasteiner Museumsbote" Nr 23 Herbst 2024 erschienen.


GASTEINER PERSÖNLICHKEITEN IM GESPRÄCH

Interview mit Margit und Hans Jakob Fraiss


Elisabeth Pohl (EP): Eure Familie ist für Musik bekannt. Seid ihr alle Gasteiner?

Jakob Fraiss (JF): Geboren bin ich tatsächlich in Bad Gastein, ich bin Salzburger, Österreicher, Europäer. Ich fühle mich „einheimisch“, auch wenn der Vater Steirer und die Mutter Oberösterreicherin waren.

Margit Fraiss geb. Gensluckner (MF): Ich bin im Pinzgau/Taxen- bach geboren und mit 6 Monaten mit meinen Eltern und meiner älteren Schwester nach Böckstein gekommen.

E.P.: Wie und wo haben Sie ihre Frau kennengelernt?

J.F.: Bekannt wurden wir durch die musikalische Nachbarschaft der Bürgermusik und Knappenmusik, in denen wir als Aushelfer öfter zusammentrafen. Der Name „Gensluckner Dirndln“ war ein Begriff für häusliches Musizieren. Was uns aber näher brachte muss Margit erzählen.

M.F.: Nach einer Bergmesse am Kreuzkogel hörten wir in fröhlicher Runde Klaviermusik von Keith Jarret, der zu unserem Erstaunen ein Lieblingsmusiker von uns beiden war. Weitere Gemeinsamkeiten folgten und ließen die Funken sprühen.

E.P.: Wie wichtig ist Musik in Ihrem Leben?

M.F.: Nach meiner Familie ist sie das Wichtigste im Leben. Begonnen wurde meine Zitherausbildung in Gastein bei Pepi Fritzenwallner und Adi Tatzer und dann mit dem Studium in Salzburg abgeschlossen und mit Hackbrett ergänzt. 39 Jahre war ich Lehrerin im Musikum Salzburg-Gastein, wo ich viele Kinder für Zither und Hackbrett begeistern konnte. Meine besonders geschätzten Saitenensembles sind die „Hausmusik Gensluckner“, unsere „Fraiss.Saiten“, der „Saitenstreich“ und der „Gasteiner Saitenklang“. Seit 14 Jahren singe ich im Chor Gasteinklang mit großer Freude. In meiner Jugend in der Knappenmusik und später mit meiner Familie in der Bürgermusik war auch Klarinette mein Instrument.

J.F.: Seit frühester Kindheit begleitet mich die Musik mehr als alles andere. Ursprünglich hängt es möglicherweise mit einer Sehschwäche zusammen, die Mutter Natur durch Hörstärke kompensieren wollte. Das ehemals große Kurorchester mit internationalen Solisten und suchthaftes Radiohören vermitteltten allerlei Klangerlebnisse. Der aktive Anfang war üblicher- weise Blockflöte, dann der gemeinsame Akkordeonunterricht mit Walter Monauni – es verbanden uns auch Modelleisenbahn, Taschenpartituren, Auftritte im Kindergarten und bei den Senioren, letztlich die Politik – bis auf ärztlichen Rat wegen eines Lungenleidens Blasinstrumente buchstäblich besitzergreifend die Freizeit ausfüllten. Schlagzeug war ebenso wichtig wie Stromgitarre, aber persönliche Nähe durch Namensgebung erreichten später nur „Silbergansl“ /Altsaxophon), „Lange Lotte“ (Bassklarinette) und „Sepp“ (Tuba).

E.P.: Welchen Stellenwert hat Musik in Ihrer Familie?

J.F.: Wir haben zwei Töchter, jetzt in Salzburg und Bad Hofgastein, einen Sohn in der Schweiz und sind sehr stolz auf alle drei. Beim Mittagstisch wird von Musik gesprochen, abends ist sicher jemand von uns in einer Probe, bei der Vorbereitung für ein Projekt oder den Unterricht; vielleicht selbst in einem Konzert. Katrin und Magdalena haben nach ihren Studien eine professionelle Laufbahn als Musikerinnen eingeschlagen. Katrin lehrt an der Kindergartenschule Salzburg (BAfEP), studiert sinfonische Blasorchesterleistung in Mannheim, dirigiert die Bürgermusik, leitet die Young Sinfonic Wings und ist Bundes- jugendreferentin des Blasmusikverbandes.

Magdalena, die Klavierlehrerin am Musikum Salzburg im Gasteinertal, Korrepetitorin für den Schulsprengel Pongau, Mit- arbeiterin im Kulturhaus Nexus in Saalfelden und umsichtige Jugendreferentin der Bürgermusik.

Auch wenn ich anfangs mit Katrin vierhändig Gitarre spielen durfte und von Magdalena per Gutschein die Erlaubnis für fünf Klarinettenstunden erhielt, hat Margit den Löwenanteil bei der Weitergabe an musikalischer Leidenschaft.

E.P.: Welche Musik ist Ihre Lieblingsmusik?

J.F.: Obwohl ich diese Frage erwartet habe, habe ich keine kurze Antwort. Die ungeheure Vielfalt der Musik erschwert die Auswahl ungemein. Wenn man sich vorstellt, wie viele Meter an Büchern gefüllt sind mit Versuchen die Merkmale zu definieren von U- und E-Musik, Volks- oder Volkstümlicher Musik, Schlager und Jazz, Pop- Rock, Streich-, Blasmusik oder gemischter, leichter und schwerer, Kammer- und Orchestermusik etc... Alle haben ihre Berechtigung. In der Blasmusik mag ich vor allem jüngere Kompositionen in denen neue Klänge hörbar werden, kammermusikalisch Ella Fitzgerald mit Joe Pass, großorchestral Richard Strauss, und a cappella unvergesslich mit Margit in Krems gehört die Motette „Spem in Allium“ (Hoffnung auf einen anderen) von Thomas Tallis, obwohl digital.

M.F.: Aus den großen Musikepochen ist es die Romantik mit Liszt, Chopin, R. Strauss, Mahler, Bruckner..., die zu meiner Lieblingsmusik zählt. Österreichische Volksmusik habe ich von Kindheit an lieben gelernt, wir haben sehr viel gesungen mit unseren Eltern. Volksmusik aus aller Welt, ganz besonders Musik aus Südamerika, gehört auch zu meinen Favoriten. Der Klang von Zupf- und Streichinstrumenten berührt mich am meisten, aber auch jedes andere fein und dynamisch gespielte Instrument kann mein Herz erobern.

E.P.: Haben Sie auch „Musikkonserven“ aufgenommen?

M.F.: Es gibt Aufnahmen mit der „Hausmusik Gensluckner“, 2 CDs und LP, mit den „Fraiss.Saiten“ auf CD und Rundfunk- aufnahmen, TV-Sendungen „Klingendes Österreich“ und ORF- Frühschoppen, manche gemeinsam mit dem „Gasteiner Viergesang“, dem Chor „GastEinklang“ und der „Gasteiner Tanzlmusi“.

E.P.: Wie weit reicht Euer musikalischer Einfluss?

J.F.: Gemeinsam Musik machen bewirkt einen Austausch. Jedes Ensemble, dem ich angehören durfte, Schulband Jacky Brothers, Hubertus Quintett, Hausmusik Gensluckner, Fraiss. Saiten, Gasteiner Tanzlmusik und Alphornbläser und mein favorisierter Lebensbegleiter die Bürgermusik Bad Gastein konnte mir was geben und umgekehrt. Nicht nur Menschen machen was mit Musik, Musik macht was mit den Menschen. Vielen verdanke ich wie und was ich bin: mit Margit seit glücklichen 41 Jahren, besonderen Bürgermusikanten wie Franz Josef Stachl oder Hans Kendlbacher die meinem Dirigat 30 Jahre folgten, den Brüdern Naglmayr, mit denen ich viele Länder bereiste. Die Verwirklichung unseres Musikheimes, die 10 Jahre, 5 Pläne und 3 Bürgermeister beanspruchte, ist mein größter Erfolg.

M.F.: Wir haben mit verschiedenen Saitenmusikensembles und Chören in Gastein, Salzburg, Wien, Burgenland, Frankreich, Deutschland, Holland, Tunesien, USA und Kanada musiziert und gesungen. Mit jedem Ton, den man spielt oder singt, lässt man etwas zurück und beeinflusst seine Zuhörer. Großen musikalischen Einfluss habe ich auf Musikschüler ausgeübt, die längere Zeit im Unterricht waren."

Interview: Elisabeth Pohl (E.P.), Oktober 2024 [2]


Mehr über Bürgermusik Bad Gastein finden Sie auf der Adresse Hauptschulstrasse 18


Annelies Gensluckner

Annelies Gensluckner, die Schwester von Margit, ist ebenfalls musikalisch begabt. Sie wurde in Taxenbach geboren und kam schon als kleines Kind nach Bad Gastein. Auf ihrem Facebook-Profil ist zu lesen, dass sie nach ihrer Matura am BORG in Bad Hofgastein an der Universität Mozarteum Salzburg studierte. Sie arbeitete beim Musikum Salzburg und brachte dort vielen Kindern, unter anderem, das Gitarrespielen bei.

Im Internet fand ich, dass Annelies Gensluckner als erste Kapellmeisterin im Pongau eine Kapelle leitete.

„Hans Edgar Kerschbaumer führte die musikalischen Geschicke der Knappenmusik Böckstein, die er mit kurzer Unterbrechung bis 1997 leitete. Zwischenzeitlich stand die Musiklehrerin Annelies Gensluckner als erste Kapellmeisterin im Pongau der Kapelle vor.“[3]


Text kann gerne ergänzt werden und Fotos sind willkommen.


Fußnoten/Quellen:

[1] https://www.facebook.com/fraiss.saiten/

[2] Interview: Elisabeth Pohl (E.P.), Oktober 2024 "Gasteiner Museumsbote" Nr 23 Herbst 2024 [3] https://www.facebook.com/anneliese.gensluckner/ sowie https://www.schwerttanz.at/knappenmusikkapelle.html

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