
Verkaufskiosk Oberhuber, Kofler, Trödelladen Moser, Hexenhäusel
„Das Hexenhäusel“ – und seine Geschichte
Verkaufskiosk Maria Oberhuber
Maria Wazlawik und ihre Familie stammten ursprünglich aus Tschechien. Ein Teil der Familie ließ sich in Schwarzach nieder und eröffnete dort das Bestattungsunternehmen Wazlawik.
Maria kam eines Tages nach Bad Gastein, um die von ihr selbst angefertigte Wäsche zu verkaufen. Für jüngere Leser zur Erklärung: Früher gab es keine industriell gefertigte Haushaltswäsche. Alles, was in einem Haushalt oder Hotel benötigt wurde – Bettwäsche, Handtücher, Tischdecken, Servietten usw. – musste von Hand genäht werden.
Als Maria ihre Wäsche im Hotel Krone der Familie Bernabé vorstellte, lernte sie dort Friedrich („Fritz“) Oberhuber kennen, ihren späteren Ehemann. Die Familie Oberhuber stammte ursprünglich aus Kärnten. Maria und Fritz heirateten und bekamen vier Kinder.
Maria Oberhuber, geb. Wazlawik, verkaufte ihre Waren zunächst in einem kleinen Kiosk – dem heutigen Hexenhäusel. Schon bald entstand jedoch der Wunsch nach einem eigenen Wohn- und Geschäftshaus. Gemeinsam mit der Familie Kölbl kaufte die Familie Oberhuber ein Grundstück von Paula Lampl, geb. Straubinger, und errichtete daneben das Wohn- und Geschäftshaus, das heute die Adresse Mozartplatz 7 und 8 trägt.
Verkaufskiosk Rupitsch – später Kofler
Als die Familien Oberhuber und Kölbl im Jahr 1928 ihr modernes Wohn- und Geschäftshaus fertiggestellt hatten, wurde das bisherige Geschäft im Kiosk – dem heutigen Hexenhäusel – aufgegeben.
Nachfolgerin wurde während der Kriegszeit Elisabeth Rupitsch. In den 1950er-Jahren übernahm ihre Nichte Elisabeth Kofler, geb. Pescke aus Wien, den Kiosk ihrer Tante mütterlicherseits am Mozartplatz sowie später auch das Geschäft im Kötschachtal.
Der Kiosk war zunächst ein reiner Obstkiosk. Mit dem zunehmenden Wintertourismus erweiterte Elisabeth Kofler ihr Sortiment um Felle, Pelzmützen und Spirituosen. Besonders der 80-prozentige Stroh-Rum war bei den Gästen ein Verkaufsschlager.
Viele Bad Gasteiner erinnern sich noch daran, dass später vor allem die Tochter Marlene Kofler im Kiosk stand. Sie war ebenso fleißig wie ihre Mutter. Bereits ab 1965, nach ihrer Lehre zur Kauffrau im Geschäft ihrer Mutter, arbeitete sie – außer sonntags – täglich im Verkauf. Auch ihre um neun Jahre ältere Schwester Dagmar half vor allem in den 1960er-Jahren regelmäßig im Geschäft mit.
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Marlene erzählt:
„Wir haben über die Theke verkauft. Direkt geliefert haben wir nur, wenn ein Gast wollte, dass wir die Waren ins Hotel bringen. Innen waren Regale, es gab ein Schaufenster. Ich konnte auch dazwischen sitzen und musste nicht immer stehen. Vor dem Geschäft hatten wir Ständer, auf die wir die Obstkisten stellten. Mit Frau Kaserbacher im benachbarten Tabakgeschäft bin ich gut ausgekommen.“
Das Geschäft am Mozartplatz führte Marlene bis 1978. Danach wurde der Kiosk geschlossen und an den Grundstückseigentümer verkauft. Marlene hörte jedoch nicht auf zu arbeiten. Bereits seit 1968 kümmerte sie sich zusätzlich um das Geschäft im Kötschachtal, das sie später von ihrer Mutter übernahm.[1]
Mehr über das Geschäft im Kötschachtal finden Sie beim Standort Kötschachtal/ehemalige Hoteldorf Grüner Baum.
Erika M. Lederer:
„Das war die Frau Kofler, und im Winter hatte sie Pelze … Da bekam ich meine erste Pelzhaube.“
Caroline Hummel: „Und für uns Kinder hatte sie auf dem Schulweg oft ein paar Kirschen.“
Altwaren- und Trödelladen Moser
Ende der 1980er-Jahre befand sich hier – möglicherweise auch im Nachbarhaus, was ich noch nicht eindeutig klären konnte – der Altwaren- und Trödelladen Moser der Familie Heinz Moser. Heinz Moser war Malermeister, während seine damalige Frau das Geschäft führte. Zeitzeugen erzählten mir, dass Frau Moser gerne auf einen Plausch in die benachbarte Bauernstube am Mozartplatz 13 zu Frau Inge Rud ging.
Folgendes fand ich dazu im Handelsregister: Im Jahr 1988 gründete Heinrich „Heinz“ Moser die Firma IPE Handelsgesellschaft m.b.H. Hauptstandort war die Gasteiner Bundesstraße 20/22, wo seine zweite Frau Margitta Wintersteller aus Salzburg das Haus gekauft hatte. Wie viele Gasteiner in jener Zeit meldete Moser zahlreiche Gewerbe an – vom Antiquitätenhandel über Handel, Gold- und Silberschmiedearbeiten, Gebäudereinigung und Taxiunternehmen bis hin zum Zuckerbäckergewerbe.
Ende der 1980er-Jahre übernahm Heinz Moser außerdem das Ausflugslokal Jausenstation Marienstein im Anlauftal. Seine Betriebe in Gastein führte er bis 1989. Laut Register übersiedelte er anschließend nach Mallnitz und zog von dort bereits kurze Zeit später, etwa 1990/1991, nach Deutschland.
Hexenhnäusel - Karl Michesch,
Karl Michesch, auch „Puff-Charlie“ genannt, übernahm Anfang der 1990er-Jahre das Lokal und machte daraus eine Bar. Er betrieb auch ein Puff "Bunny Bar" auf der Birkenring 1
Um das Jahr 1998 ließ er das damalige Gebäude umbauen. Kurz darauf kam es zu einem Brand, der einen Totalschaden verursachte. Beim anschließenden Neubau wurde das Gebäude etwa doppelt so groß wie das ursprüngliche Haus errichtet.
Dabei verschwand auch der Glockenturm des Gasthofs Marienstein im Anlauftal und tauchte später auf dem Dach des Neubaus wieder auf. (Hier gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.)
Hexenhäusel - Nina & Hans Buchner
Im Jahr 2004 übernahmen Nina Buchner und ihr Mann Hans Buchner das Hexenhäusel.
Hans Buchner war ein bekannter Wirt im Gasteinertal. Zuvor führte er die Stubneralm und später die Bellevue Alm, wo er über viele Jahre für seine gute Küche und Gastfreundschaft bekannt war.
Anlässlich seines 70. Geburtstages schrieb Konrad Rauscher, langjähriger Reporter und Fotograf der Bezirkszeitung Pongau:
„Wer kennt ihn nicht, das Gasteiner Original, Wirt Hans Buchner. Normalerweise ist bei Hans im kleinen, gemütlichen Hexenhäusl – der urigsten Partylocation Gasteins – Partystimmung pur angesagt. Jetzt feierte Hans im Kreise seiner Freunde im Weitmoserschlössl seinen 70. Geburtstag. Auch dort fehlte es nicht an guter Laune. Unter den Gästen waren zahlreiche prominente Gratulanten, darunter Star-Chirurg Peter Panzenböck mit Gattin Irena, Starkoch Jörg Wörther und Promi-Hubschrauberpilot Helmut Leitner. Papa Joe & Co. sowie die „3 Verschärften“ sorgten für Stimmung, und Hans Wieland mit seinen Oberkrainer Freunden präsentierte als Überraschung das von Heinz Höll eigens komponierte ‚Lied vom Hexenhäusl‘.“
Hexenhäusel - Alexandra und Walter Pichler.
Die nächsten Pächter waren Alexandra und Walter Pichler.
Walter Pichler ist ebenfalls ein bekannter Wirt, seine Bekanntheit beruht jedoch vor allem auf seiner musikalischen Karriere. Er war Mitglied der Musikgruppe Gastein und begeistert mit seiner steirischen Harmonika seit vielen Jahren sein Publikum – sowohl auf der Bühne als auch im Hexenhäusel.
Seine mitreißende Art sorgt regelmäßig dafür, dass die Gäste auf den Tischen stehen und ausgelassen mitfeiern. Mit seinem Lächeln hat er zudem schon so manches Fanherz erobert.
Im Jahr 2025 erweiterte Walter Pichler seinen Bekanntheitsgrad nochmals, als er als erster Gasteiner den Mount Everest bestieg.
Fussnoten/Quellen
[1]Gespräche mit Irene Stockinger über Ihre Grossmutter. Gespräch und Schriftverkehr mit Marlene Höhenwarter-Kolfer Inserat von Oberhuber online gefunden.
[2]Schriftverkehr mit Familie Rud im März 2021
[3] Erzählungen von Einheimischen, Telefonat und nachrichten Kommunikation mit Hans Buchner in April 2021. Hermann Schneeberger, war kurz Besitzer vom GH Marienstein und erkannte das verlorene Turm.
[4] Konrad Rauscher Artikel https://www.meinbezirk.at/pongau/c-leute/hans-buchner-lud-zur-geburtstagsparty_a2059104#gallery=null
[5] Persönliche Beobachtung, vor Ort sowie Internet http://www.gruppegastein.at/gruppe.html Persönliche Beobachtung, Sozial Media im jahr 2025 https://www.meinbezirk.at/pongau/c-lokales/walter-pichler-bestieg-das-dach-der-welt_a7330280 gelesen Juni 2025






