
Linke Teil - Schneiderei Kölbl, Porzellan Klonfar, Trachten Gabriele, Immobilienbüro Immogastein, private Wohnraum
Geschäfte am Mozartplatz 7 – linker Teil des Wohn- und Geschäftshauses
Das Wohn- und Geschäftshaus wurde Mitte der 1940er-Jahre von den beiden Eigentümerfamilien Fritz Oberhuberund Familie Kölbl erbaut und war 1948 fertiggestellt.
Im Erdgeschoss betrieben die Eigentümer zunächst eigene Geschäfte, später wurden die Räumlichkeiten vermietet.In den Obergeschossen befanden und befinden sich die Wohnungen der Familien. [1]
Folgende Geschäfte befanden sich im Haus Nr. 7 – im linken Teil, wenn man vor dem Gebäude steht:
Schneiderei Kölbl, ab ca. 1948
Porzellan Eduard Konfar, ab 1957
Trachten Gabriele, ab den 1980er-Jahren, zunächst mit Gabriela Aigner-Kölbl selbst, später von ihrer Verkäuferin Marianne Scharattenecker weitergeführt, bis ca. 2000
Immobilienbüro Immogastein Real Estate – Ingmari Sköld Schneeberger, 2013–2017
Die Räumlichkeiten werden heute privat als Wohnraum genutzt.
Schneiderei Kölbl
Als das Haus um 1948 fertiggestellt war, zog Franz Kölbl (*1901–1971) mit seiner Frau Josefine (*1901–1952) sowie allen Schneidern und Schneiderinnen in das neue Haus ein. Im Obergeschoss befand sich die Wohnung der Familie.
Zuvor hatte die Familie Kölbl im Schlossgraben hinter dem Badeschloss gewohnt – dort, wo sich heute der Hotelturm des Badeschlosses befindet. Diese Wohnung in der Nähe des Wasserfalls war feucht und kalt, auch im Sommer.
Es wurde mir erzählt, dass Franz Kölbl sein früheres Schneidergeschäft am Kinoplatz hatte, und zwar im linken Pavillon Richtung Hotel L’Europe.
Maria Oberhuber sprach Franz Kölbl damals an, ob er Lust hätte, ein Doppelhaus zu bauen – und so beschlossen sie gemeinsam, Mitte der 1940er-Jahre das Haus zu errichten. Das Grundstück kauften sie von Paula Lampl, geb. Straubinger.
Franz Kölbl wurde 1952 Witwer und heiratete später Johanna (1920–2005). [2]
Porzellan Klonfar
Die Firma Eduard Klonfar wird ab 1958 im Handelsregister Compass erwähnt, möglicherweise bestand sie jedoch schon früher.In einer Chronik aus dem Archiv Bad Hofgastein heißt es:
„In den Jahrzehnten ihres Bestehens konnte sich die Firma mit einer Filiale in Bad Hofgastein (Kurgartenstraße) und dem Hauptgeschäft in Bad Gastein einen guten Namen schaffen.In den Geschäften wurden Erzeugnisse bedeutender Porzellanmanufakturen angeboten – unter anderem Meissner-, Dresdner-, Herender- und Fürstenberg-Porzellan.Gediegenes Fachverständnis und die Liebe zu den schönen Dingen garantierten eine fachmännische Beratung, die weit über das Übliche hinausging.“
Porzellan Klonfar hatte neben Mozartplatz 7 ein Geschäft im Haus Wagenpichler, Kaiser-Franz-Josef-Straße 26. Im Kongresszentrum und in Bad Hofgastein.[3]
Trachten Gabriele - Gabriele Aigner-Kölbl
Gabriele Aigner-Kölbl ist im Haus Kölbl aufgewachsen.In den 1980er-Jahren eröffnete sie hier ein Trachtengeschäft, das sie viele Jahre erfolgreich führte.Bei „Gabriela Trachten“ fanden die Kunden Mode für Damen und Herren sowie die passenden Accessoires für jedes Trachten-Outfit.
Gabriele heiratete nach Liezen in der Steiermark, wo sie gemeinsam mit ihrem Mann Richard Aigner im „Stadthaus Arkaden Liezen“ das Geschäft „Trachtenhaus Aigner“ führte.
Ihr Mann Richard stammt aus dem Traditionshaus Aigner, über das im Jahr 2020 in der Bezirkszeitung Liezen zu lesen war: „Nach 100 Jahren wechselt das traditionsreiche Moden- und Trachtenhaus Aigner in der Arkade Liezen den Besitzer.Das 1920 gegründete Familienunternehmen war von 1968 bis 1990 am Hauptplatz in Liezen ansässig und ist in den 90er-Jahren in die neu gebaute Arkade übersiedelt.“
Gabriele und Richard gingen anschließend in Pension und verbringen seither wieder mehr Zeit in Bad Gastein, im Haus Kölbl. [4]
Trachten Gabriele – Marianne Schrattenecker
Marianne Schrattenecker, gebürtige Oberösterreicherin, kam Anfang der 1990er-Jahre nach Bad Gastein. Sie war einige Jahre bei Eurospar beschäftigt. Im Jahr 2000 begann sie als Verkäuferin bei Trachten Gabriela am Mozartplatz 7 zu arbeiten – einem Geschäft, das sie gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Wolfgang Kaiser, gebürtiger Deutscher, im Jahr 2007 von Gabriela Aigner-Kölbl übernahm.
2009 gingen Marianne und Wolfgang eine Partnerschaft im Haus Lothringen ein, um dort tätig zu sein. Bis 2012 führten Marianne und Wolfgang gleichzeitig das Geschäft am Mozartplatz 7 sowie das Geschäft im Haus Lothringen. 2012 schlossen sie ihr erstes Geschäft am Mozartplatz 7 und führten den Betrieb im Haus Lothringen bis 2019 weiter. Mehr Informationen dazu finden Sie beim Standort Haus Lothringen. [5]
Das Lokal stand anschließend einige Jahre leer.
Immobilienbüro - Immogastein Real Estate
Ingmari Sköld Schneeberger (*1965) gebürtige Schwedin begann 2011 als Immobilienmaklerin bei Remax Spirit in St. Johann im Pongau zu arbeiten. Wie viele andere Remax-Makler war sie dort selbstständig, aber in ein Team eingebunden. Nebenberuflich absolvierte sie die Ausbildung zur konzessionierten Immobilienmaklerin, da sie ein eigenes Büro in Bad Gastein eröffnen wollte. Im November 2013 beendete sie die Zusammenarbeit mit Remax und eröffnete im Dezember 2013 ihr eigenes Büro unter dem Namen Immogastein Real Estate am Mozartplatz 7.
Der Mietvertrag lief bis 2017, danach beschloss sie, ab April 2017 nicht mehr aktiv als Maklerin tätig zu sein. [6]
Das Lokal wird heute von den Eigentümern privat als Wohnraum genutzt. [7]
Fussnoten/Quellen:
[1] Hausbau-Information von Irene Stockinger, geb. Oberhuber.
[2] Erzählungen von Einheimischen über Kölbl, Eintrag im Compass 1958 (Handel) und Information vom Grabstein.
[3] Konfar – allgemeine Erzählungen, Inserat, Schriftstück aus einer Chronik im Archiv Hofgastein, gelesen im Mai 2021.
[4] Gabriele Aigner-Kölbl – persönliche Beobachtungen, Erzählungen von Einheimischen, Kontakt mit Gabi sowie online:
meinbezirk.at – Moden- und Trachtenhaus Aigner wechselt Besitzer
[5] Persönliche Beobachtungen und Gespräche mit Marianne und Wolfgang (September 2021).
[6] Persönliche Information von Gabi Kölbl.
[7] Eigene Beobachtungen, Stand 2025.







