
Oberhuber Gemischtwarenhandel, Meinl Delikatessen, Hilde Futtig Antiquitäten, Frisörin Herma, Mode- und Schneiderei Arnsteiner, Tapezierer- und Einrichtungsgeschäft Pfingstmann, Ordination Dr. Mayerhofer & Dr. Wimmer. Dazu gab es seitlich das Lokal „Tennisstüberl“ und Umkleideräume, danach „Skiers Food“, „Chill Out“ und als letztes das thailändische Restaurant „Kho Samui“.
Wohn- und Geschäftshaus Nr. 8
Das Wohn- und Geschäftshaus wurde Mitte der 1940er-Jahre von den beiden Eigentümerfamilien Fritz Oberhuber und Familie Kölbl erbaut und war 1948 fertiggestellt.
Im Erdgeschoss betrieben die Eigentümer zunächst eigene Geschäfte, später wurden die Räumlichkeiten vermietet. In den Obergeschossen befanden und befinden sich die Wohnungen der Familien. [1]
Folgende Geschäfte befanden sich im Haus Nr. 8 – im rechten Teil, wenn man vor dem Gebäude steht:
1948 – 1957 Oberhuber Maria, Gemischtwarenhandel
1957 – 1958 Meinl – Geschäftsführer war Michael Hemm
1952 - ? Hilde Futtig baute auf eigene Kosten einen Zubau beim Haus, wofür sie weniger Miete zahlen musste, und betrieb dort ihr Antiquitätengeschäft.
1961 - ? Frisörin Herma Zieten, war Sie im Zubau? Wann wurde alles zusammen gelegt ?
1963 – 1974 Mode- und Schneiderei Annie Arnsteiner
1975 – 1986 Tapezierer- und Einrichtungsgeschäft Pfingstmann
Seit 1987 – 2022 Ordination Dr. Martin Mayerhofer, Allgemeinmedizin
Seit 1. Juli 2022 Ordination Dr. Wimmer Allgemeinmedizin [1]
Gemischtwarenhandlung Oberhuber
Maria Wazlawik und ihre Familie kamen ursprünglich aus Tschechien. Ein Teil der Familie blieb in Schwarzach, wo sie das Bestattungsunternehmen Wazlawik er öffneten. Maria kam eines Tages nach Bad Gastein, um die von ihr angefertigte Wäsche zu verkaufen.
Für jüngere Leser als Information: Früher gab es keine fabrikneue Wäsche. Alles, was in einem Haushalt oder Hotel benötigt wurde – Bettwäsche, Handtücher, Tischdecken, Servietten usw. – musste von Hand genäht werden. Als Maria ihre Wäsche im Hotel Krone bei der Familie Bernabé vorstellte, traf sie Friedrich („Fritz“) Oberhuber, ihren zukünftigen Ehemann. Die Familie Oberhuber stammte ursprünglich aus Kärnten. Maria und Fritz heirateten und bekamen vier Kinder.
Maria & Fritz
Maria Oberhuber, geb. Wazlawik, verkaufte ihre Waren zunächst in einem Kiosk (heutige Bar Hexenhäusl). Maria wollte jedoch ein Wohn- und Geschäftshaus bauen. Daher fragte sie Schneidermeister Franz Kölbl, ob er mitmachen wolle, um gemeinsam ein Doppelhaus zu errichten.
Kölbl wohnte privat im Schlossgraben, einem sehr feuchten Gebiet hinter dem damaligen Hotel Badeschloss – also dort, wo heute der „Bettenturm“ des Hotels Badeschloss steht. Beruflich hatte Kölbl ein Verkaufslokal im linken Pavillon am Kinoplatz. Kölbl stimmte zu, und die beiden Familien Oberhuber und Kölbl kauften das Grundstück von Paula Lampl, geb. Straubinger.
Das heutige Gelände unterhalb der Gebäude Nr. 7 und 8, einschließlich der Tennisplätze und der Schwarzenberg-Anlage, gehört bis heute der Familie Dr. Schachinger. Dr. Wolfgang Schachinger (*1936 – †2023) war der Sohn von Paula Lampl. Sie war eine gebürtige Straubinger.
Es wird erzählt, dass die Straubinger-Töchter damals nur Grundstücke erbten, während der Sohn das renommierte Hotel Straubinger erhielt. Dass die Töchter auf lange Sicht besser ausgingen, wissen wir heute.
Dr. Wolfgang Schachingers Schwester ist Ulrike Bellmann, wohnhaft im Haus Hubertus. Mehr über die Dynastie der Hotelfamilie Straubinger können Sie online nachlesen.
Oberhuber und Kölbl stellten das Haus im Jahr 1948 fertig, und ein modernes Geschäft konnte eröffnet werden. Das frühere Geschäft im Hexenhäusl wurde aufgegeben; Nachfolgerin dort war Elisabeth Rupitsch. Schon in den 1950er-Jahren übernahm ihre Nichte Elisabeth Kofler, geb. Pescke aus Wien, den Kiosk ihrer Tante mütterlicherseits. Später erinnern sich viele daran, dass die Tochter Marlene Kofler im Kiosk stand. (Mehr dazu am Standort Mozartplatz 11.)
Maria Oberhuber betrieb ihr Lebensmittelgeschäft im Haus Nr 8 bis 1957. Laut Register hatte sie im letzten Jahr auch Tabakrechte. Ihr jüngstes Kind, Fritz Oberhuber jun., half im Geschäft mit.
Fritz & Elfi
Fritz jun. heiratete die Kaufmannstochter Elfriede („Elfi“) Wimmer aus Bad Gastein. Ihr Vater war Filialleiter im GeWa, später Konsum, in der heutigen Poserstraße 10 / K. W. Waggerlstraße, wo sich heute eine Arztordination befindet.
Fritz und Elfi übernahmen das Wohnhaus und bekamen zwei Töchter. Neben dem Haus verläuft eine Treppe ins Untergeschoss. Das Lokal war ursprünglich ein Lagerraum für Oberhubers Lebensmittelgeschäft. Hier unten standen unter anderem Kannen mit Milch. Wenn im Geschäft oben Milch gebraucht wurde, ging man hinunter, um aus dem größeren Behälter Milch hochzupumpen.
Oft blieben die Kunden auf ein Glas Milch – und so entstand mit der Zeit eine Art Milchbar. Immer mehr entwickelte sich das Lokal zu einem Stüberl, und der Gemüsegarten des Hauses wurde zunehmend zu einem Gastgarten.
1950 mietete sich der Tennisclub im unteren Teil des Hauses ein, und da nun mehr Menschen rund ums Haus waren, wurde das Oberhuber-Stüberl ausgebaut und die Terrasse hergerichtet.
Fritz Oberhuber und seine Frau Elfi verpachteten ab 1957 das Lebensmittelgeschäft oben und führten dann das Imbiss-Stüberl Oberhuber. Mehr dazu unten im Text. [1]
Meinl Delikatessen
In den Jahren 1957 und 1958 befand sich Meinl Lebensmittel & Delikatessen im Haus Nr. 8. Geschäftsführer war Michael Hemm. Das Gesch äft wurde geschlossen, weil im Haus Lothringen ebenfalls eine Meinl-Filiale eröffnet worden war. Zur Ski-WM 1958 in Bad Gastein waren beide Geschäfte geöffnet.Das kleinere Geschäft hier am Mozartplatz spezialisierte sich auf Spirituosen, Schokolade und Delikatessen, während im Haus Lothringen das Angebot größer war.Lesen Sie mehr über Meinl und Michael Hemm am Standort Haus Lothringen. [2]
Antiquitäten Futtig
Hilde Futtig baute auf eigene Kosten – dafür musste sie weniger Miete zahlen (belegt durch Vertrag) – einen Zubau beim Haus und betrieb ab 1952 ihr Antiquitätengeschäft.Hilde Futtig hatte ihr Hauptgeschäft in Wien, Wipplingerstraße 18. Der Zubau im Haus Nr. 8, rechts vom Gebäude, ist heute noch zu sehen und bildet nun einen Teil der Ordination Dr. Wimmer.
Schauen Sie sich die ursprünglichen Baupläne und Fotos an, um zu sehen, wie das Haus damals aussah – dann wird der Zusammenhang deutlich. Ob Hilde Futtig ihr Geschäft zuvor im Haus Nefer (Mozartplatz 4) hatte, ist nicht ganz sicher, obwohl es eine entsprechende Aussage gibt. Sicher ist, dass sie später mit ihrem Geschäft in das Haus Quisisana, Kaiser Franz Josef-Straße 19, übersiedelte – vermutlich schon in den 1960er-, sicher aber in den 1970er-Jahren.
Der Zubau im Haus Nr. 8 kam späteren Mietern zugute.[3]
Mode Arnsteiner
1963 kam Anna Arnsteiner, geb. Schuffert, verheiratet mit Schneidermeister Paul Arnsteiner, als Mieterin in das ehemalige Lebensmittellokal. Anna Arnsteiner hatte ihre Meisterprüfung im Kleidermacher-Handwerk abgelegt.Zuvor hatte sie gemeinsam mit ihrem Mann in einer Schneiderwerkstatt auf der damals sogenannten Mittelstraße (heutige K.H. Waggerlstraße) unterhalb der ehemaligen Villa Hollandia gearbeitet. (Mehr dazu am Standort K.H. Waggerlstraße.)
1963 ergab sich die Möglichkeit, ein neues Geschäft am Mozartplatz 8 zu eröffnen. Aufgrund ihrer langjährigen Berufserfahrung erhielt Anna Arnsteiner einen Gewerbeschein für den Handel mit Damenoberbekleidung und Schneiderei.Ihr Mann Paul führte seine Werkstatt in der Waggerlstraße noch etwa ein Jahr weiter, bevor sie geschlossen wurde.
Die Kunden von Mode Arnsteiner waren sowohl Einheimische als auch Gäste aus aller Welt. Über die Jahre wurden acht Lehrmädchen ausgebildet.1970 übersiedelte das Geschäft in die Grillparzerstraße.[4]
Tapezierer Pfingstmann
Von 1975 bis 1986 nutzte die Firma Pfingstmann das Geschäftslokal im Haus Nr. 8. Anschließend zog sie 1986/87 als Übergangslösung ins Bärenheim mit Verkaufslokal am Bahnhofsplatz.
Gernot Pfingstmann erzählt:„Das Ganze im Bärenheim diente damals als Übergangslösung, bevor wir zu unserem jetzigen Standort in Bad Bruck gezogen sind. Im Bärenheim, Böcksteiner Bundesstraße 24, befand sich die Werkstatt, und gleichzeitig hatten wir ein Verkaufslokal am Bahnhofsplatz 9. Zuvor war der Verkaufsraum am Mozartplatz 8.“
Die Geschichte der Möbel- und Tapezierer-Werkstatt Pfingstmann ist eine Geschichte mit vielen Stationen – Bad Bruck, Mozartplatz 8, Bahnhofsplatz usw.Weitere Texte und Fotos zur Geschichte der Pfingstmann-Werkstatt finden Sie am Hauptstandort Badbruckerweg 6. [5]
Ordination Dr. Mayerhofer & Dr. Wimmer
1987 kam Dr. Martin Mayerhofer. Zuvor hatte er etwa zwei Jahre auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Haus Schubert, Mozartplatz 2, seine Ordination geführt, die er von Dr. Ernestine Plötzeneder übernommen hatte.
Im Haus Nr. 8 ergab sich dann die Möglichkeit, eine größere Ordination einzurichten. Dr. Mayerhofer war Arzt für Allgemeinmedizin, Unfall- und Sportmedizin mit Zertifikat für Palliativmedizin. Im Jahr 2022 ging er in Pension.
Seit 1. Juli 2022 führen das Ärzteehepaar Barbara und Markus Wimmer die Ordination weiter.[6]
Tennis- und Imbissstüberl, später auch Restaurant
Auf der rechten Seite des Hauses führt eine Treppe hinunter zu einem Gastlokal. Zuerst war dieses Lokal das Oberhuber-Stüberl, später das Tennisstüberl. Hinter dem Haus befanden sich mehrere Tennisplätze, auf denen der Bad Gasteiner Tennisclub und Gäste spielten. Die Tennisplätze sind seit der Jahrhundertwende 1900/2000 nicht mehr aktiv.
Das Lokal war ursprünglich ein Lagerraum für Oberhubers Lebensmittelgeschäft. Hier unten standen unter anderem Kannen mit Milch. Wenn im Geschäft oben Milch gebraucht wurde, ging man hinunter, um aus dem größeren Behälter Milch hochzupumpen. Oft blieben die Kunden auf ein Glas Milch – und so entstand mit der Zeit eine Art Milchbar. Nach und nach wurde das Lokal zu einem Stüberl, und der Gemüsegarten des Hauses entwickelte sich zunehmend zu einem Gastgarten.
1950 mietete sich der Tennisclub im unteren Teil des Hauses ein. Da sich nun mehr Menschen rund ums Haus aufhielten, wurde das Oberhuber-Stüberl ausgebaut und die Terrasse hergerichtet. Friedrich (Fritz) Oberhuber und seine Frau Elfi, geb. Wimmer, verpachteten ab 1957 das Lebensmittelgeschäft im oberen Bereich und führten dann das Imbiss-Stüberl Oberhuber bis etwa 1987.
Fritz war außerdem Besitzer des Valeriehauses in Sportgastein, das er zehn Jahre lang in Eigenregie führte. Später wollte er sich mehr dem Skilehrerberuf widmen und verpachtete auch das Stüberl im Haus. Gemeinsam mit seiner Tochter Iréne habe ich die Reihenfolge der P ächter so gut wie möglich zusammengestellt. Etwaige Fehler können gerne berichtigt werden – kontaktieren Sie mich per WhatsApp oder E-Mail.
Das Tennis-Clubhaus am Mozartplatz – das heutige Gebäude (Stand 2025) steht etwas hinter dem Haus Oberhuber, mit Zugang vom ARBÖ-Parkplatz – existierte ursprünglich nicht. Die Clubräumlichkeiten mit Umkleideräumen und Duschen befanden sich anfangs im unteren Teil des Hauses Oberhuber (heutiger Mozartplatz 8), direkt neben den damaligen Tennisplätzen. Dort entwickelte sich auch das Gaststüberl, das „Tennisstüberl“, betrieben von Fritz Oberhuber (1929–2009).
Im Laufe der Jahre wurde die Tennisanlage vergrößert. Unten am Mozartplatz bzw. bei der Schwarzenberg-Anlage wurde 1966 ein Tennis-Clubhaus errichtet und 1967 eingeweiht.
1972/73 plante der Tennisclub eigentlich, die Anlage am Mozartplatz zu erweitern. Wegen des Einspruchs der Grundbesitzerin Paula Lampl / Dr. Schachinger scheiterte dieses Vorhaben, sodass man beschloss, stattdessen am Poserplatz eine Erweiterung vorzunehmen. Mehr über den Tennisclub Blau-Weiß können Sie am Standort Poserstraße lesen. [1]
Die Stüberl und ihre Pächter
Zuerst war das Stüberl eng mit dem Tennisclub verbunden.
Nach Fritz Oberhuber kamen das Ehepaar Norbert und Sibylle Pirnbacher, später führten sie auch das Café im Heilstollen. Einige erinnern sich das Pirnbacher früher die Discothek im Keller vom Hotel Weismayer hatte.
Danach kam im Tennisstüberl Peter Zeiner und Franz Watzl – genaue Jahreszahlen sind noch nicht bekannt.
2001–2003 hieß das Lokal „Skiers Food“. Betreiber war Peter Häggblom mit einem Partner aus Schweden. Peter hatte Anfang der 1990er-Jahre als Reiseleiter bei der Firma Lion Alpin gearbeitet. Nach dem Lokal hier eröffnete er die Häggbloms Bar in der Kaiser Franz Josef-Straße 40.
2004–2007 wurde das Lokal unter dem Namen „Chill Out“ von Åsa Lindebner, geb. Wieland, geführt.
2007–2009 führte Ulf Isaksson das Lokal weiter und behielt den Namen Chill Out.
2009–2010 betrieb Paiyawan („Paiya“) Khamchomphu, verh. Ellmauer, das thailändische Restaurant Kho Samui.
Ab 2010 wird das Lokal privat von der Familie Oberhuber/Stockinger genutzt. [1]
Fußnoten / Quellen
[1] Persönliches Gespräch Herbst 2024 mit Iréne Stockinger, geb. Oberhuber. Belegt durch Baupläne, Grundbuch und Verträge. Ergänzt durch mündliche Erzählungen ihrer Eltern und eigene Erinnerungen. Oberhuber darv tabak waren verkaufen Compass 1957 Handel www.zedhia.at
[2] Persönlische Gespräch Herr Michael Hemm im jahr 2022. Er hat auch die Fotos zu verfügung gestellt.
[3] Eintrag Futtig und Inserate Futtig 1953 - Persönliches Gespräch mit Christa Stöckl in März 2021 sowie Eintrag in Compass 1974 HandelÖsterreich. Verträge mit Oberhuber
[4] Persönliches Gespräch 2022 und 2024 mit Anna Arnsteiner. Sie hat auch die Fotos zu verfügung gestellt.
[5] Persönliche Gespräche mit Gernot Pfingsmann Herbst 2021
[6] Persönliche Beobachtung. EWrzählungen von Einheimischen über Ord. Haus Schubert. Veträge mit Oberhuber/Stockinger
Mehr über die Familie Straubinger https://de.wikipedia.org/wiki/Hotel_Straubinger. und https://www.sn.at/wiki/Carl_Straubinger
Eintrag Futtig - Persönliches Gespräch mit Christa Stöckl in März 2021 sowie Eintrag in Compass 1974HandelÖsterreich
Dr Mayerhofer













