top of page

Gasteiner Bundesstrasse 22 & 24

Ida & Ignaz Puchner Wohnhaus und Stallungen, Fam Peer, Familie Krapfenbauer - Haus Friedl, Wintersteller & Moser, Lokal Istanbul, Wohnhaus Pichler, Haus Sammie

Haus Nr. 22 & 24

Früher standen hier zwei Häuser. In dem heute nicht mehr vorhandenen Gebäude Nr 22, das südlich des bestehenden Hauses lag, ist Siegfried Moser aufgewachsen. Er war lange Jahre beim Bauamt der Gemeinde Bad Gastein tätig, gründete den Gasteiner Kulturkreis und war maßgeblich am Aufbau des Gasteiner Museums beteiligt.


Familie Pucher

Siegi Moser hat mir wie folgt berichtet:

Frau Ida Pucher (*1890 †1971), geb. Embacher, war eine Schwester meiner Großmutter. Ihre Kindheit verbrachte sie im Bauerngut ihrer Eltern in Bucheben, Gemeinde Rauris. Ida lernte Köchin in Zell am See und heiratete danach den Dorfgasteiner Stoffbauernsohn Josef Gruber. Die beiden kauften den Gasthof Deutsches Café in Bad Gastein. Ida holte ihre Eltern nach Gastein, als sie alt und krank waren – Mutter Maria und Vater Anton Embacher, der gräflicher Oberjäger war –, da die ärztliche Betreuung in Bucheben schlecht war.

Meine Großmutter Eleonore, verh. Moser, hatte sechs Kinder in einem kleinen Bauernsachl in Bucheben, und meine Mutter war der Liebling ihrer Großmutter, die das kleine Mädchen gerne bei sich haben wollte. So kam meine Mutter Theresia „Resi“ Moser mit vier Jahren ins Deutsches Café nach Bad Gastein.

Nach dem Tod von Josef Gruber im Jahr 1926 musste Ida den Gasthof verkaufen. Sie lernte später Ignaz Pucher kennen, und die beiden heirateten. Meine Mutter Theresia blieb in Gastein, und so war Frau Pucher für sie immer die Großmutter, während ihre leibliche Großmutter ja in Bucheben lebte. Das Deutsches Café&Gasthaus wurde im Herbst 1984 für den Ausbau der Bundesstraße abgerissen.

Ignaz Pucher (*1901 †1959) war Fiaker, und nach dem 2. Weltkrieg kauften er und Ida einen Baugrund gleich unterhalb der Bundesstraße und erbauten dort ein kleines Haus (heute Gasteiner Bundesstraße 24). Daneben errichteten sie Stallungen für die Pferde. Noch vor 1950 waren sie aufgrund der Wirtschaftslage gezwungen, das Wohnhaus zu verkaufen. Herr Pucher hatte inzwischen auch die Fiakerei aufgegeben, da sie nicht mehr rentabel war. Die Konzession übernahm Josef Herzog, der sie später in eine Taxikonzession umwandelte.[1]


Familie Krapfenbauer – später Haus Friedl

Das Wohnhaus Gasteiner Bundesstraße 24 wurde zunächst von der Familie Peer und später von der Familie Krapfenbauer aus Wien gekauft. Die Familie Krapfenbauer ließ das Haus auf seine heutige Größe erweitern und führte es viele Jahre als Pension Haus Friedl. Der Hausname erinnert an den früheren Grundbesitzer, den Eckbauer (Eggbauer) Friedrich Rehbichler.

Ludwig und Eleonore Krapfenbauer verkauften das Haus kurz nach 1965, und die Pension hatte danach zahlreiche Besitzer.

Unter anderem führte auch ein deutsches Ehepaar das Haus; sie betrieben im Erdgeschoss eher ein Wirtshaus. Zuvor war der Lokalbetrieb stärker auf Pensionsgäste ausgerichtet.[2]


Lokal Istanbul

Eines der Lokale im Erdgeschoss wurde zwischen 1989 und 1992 von Nazmiye Yalcin-Löffler, genannt „Yasmine“ († 2023), betrieben. Sie führte dort das Lokal Istanbul. Yasmine zog später nach Wels, wo bereits einige Mitglieder ihrer Familie wohnten.[3]


Margitta Wintersteller & Heinz Moser

Ende der 1980er Jahre erwarb Margitta Wintersteller aus Salzburg das Gebäude.Sie hatte den Böcksteiner Malermeister Heinz Moser kennengelernt und ihn später auch geheiratet. Sie wurde seine zweite Ehefrau. In erster Ehe war Heinrich „Heinz“ Moser mit Sonja Reinbacher verheiratet. Mit ihr bekam er zwei Söhne.

Folgendes fand ich im Handelsregister zu dieser Adresse:Im Jahr 1988 gründete Heinrich „Heinz“ Moser die Firma IPE Handelsgesellschaft m.b.H. Wie viele Gasteiner in jener Zeit meldete er zahlreiche Gewerbe an – vom Antiquitätenhandel über Handel, Gold- und Silberschmiedearbeiten, Gebäudereinigung, Taxiunternehmen bis hin zum Zuckerbäckergewerbe.Heinz Moser (*1951) führte den Betrieb nur bis 1989 weiter und übersiedelte laut Register anschließend nach Mallnitz.

Siegi Moser berichtete dazu, dass Heinz Moser das Ausflugslokal Jausenstation Marienstein im Anlauftal kaufte und nach Beendigung seines Malerbetriebes nach Mallnitz zog.

Das Haus Friedl hier an der Gasteiner Bundesstraße 24 erwarb anschließend Sepp Pichler.[4]


Wohnhaus Pichler

Josef „Sepp“ Pichler richtete im Haus Wohnungen ein, überwiegend für dauerhafte Mieter wie Saisonangestellte statt für Touristen. Er selbst gestaltete im Erdgeschoss – im ehemaligen Lokal – eine schöne Wohnung, in der er einige Jahre wohnte.[5]

  

Haus Sammi

Seit etwa 2018 trägt das Gebäude den Namen Haus Sammi. Die damaligen Käufer stammten aus den Niederlanden. Das Haus wurde von der Firma Sammie’s Hausbetreuung verwaltet, die auch kurzzeitig 2023–2024 das Lokal Café Cody’s in der Kaiser-Franz-Josef-Straße betrieb.

Im Jahr 2025 stand das Haus zum Verkauf – ob neue Besitzer gefunden wurden, weiß ich derzeit noch nicht.[6]


Haus Nr 22   - Das Gebäude ist nicht mehr vorhanden sondern jetzt eine Parkfläche

Siegi Moser erzählt weiter: "Pucher baute die Stallung zum Wohnhaus um (später Gasteiner Bundesstr. 22) und hier bin ich, geboren 1951, aufgewachsen. Ignaz Pucher starb 1959 und Ida Pucher 1971. Dann ging das Haus in den Besitz meiner Mutter Theresia Moser über.  Nachdem wir 2006 das Haus am Mozartplatz kauften verkauften wir unser altes Haus an Josef Pichler, der es 2008 abreißen ließ.  Als das Haus Nr 22 abgetragen wurde machte er ein grosse Parkfläche." [7]


Fußnoten / Quellen:

[1] Persönliches Gespräch mit Siegi Moser, Erzählungen von Einheimischen,

[2] Info und Fotos von Siegi Moser Dez 2025 [3] Zentralblatt 1988, Eintrag im Österreichischen Handelsregister , Erzählungen von Taxifahrer fas dort ein Lokal Istanbul war. Kontakt zu Yasmin ihre Schwester Persönliche Nurten Gökbel über die aktiven Jahre ihrer Schwester erzählte. Sterbejahr laut öffentlichem Facebook-Eintrag 2023.

[4] Persönliches Gespräch mit Siegi Moser, Erzählungen von Einheimischen, 

[5] Eigene Beobachtung (2016) im Rahmen einer Tätigkeit als Immobilienmaklerin vor Ort. Grundbuchauszug.

[6] Persönliche Beobachtung vor Ort und Online-Quelle: https://stayo.site/haussammie. aufgerufen 2024

[7] Siegi Moser hat mir von seinem Elternhaus und der Gegend erzählt. Die Fotos hat er auch zu verfügung gestellt.

bottom of page