
Deutsches Café & Gasthaus sowie Jaga Alm (Die Gebäude sind nicht mehr vorhanden)
Deutsches Café & Gasthaus
Das Gebäude existiert nicht mehr wurde in den 1980er Jahren abgetragen. Das Haus lag genau entlang der Gasteiner Bundesstrasse, etwas oberhalb des heute noch vorhandene Gebäuden "Autohauses Magerle" Gasteiner Bundesstraße 25. Etwas hinter, mit Zugang bei der Ecke von Haus auf der Nordseite, war ein Fussweg zur Jaga Alm - Das Gebäude ist auch nicht mehr vorhanden.[1] Der deutsche Filterkaffee Der Name „Deutsches Café“ soll – wie mir erzählt wurde – daher stammen, dass dort Filterkaffee serviert wurde und nicht, wie sonst üblich, aufgebrühter Kaffee bzw. Kaffee aus der Kaffeemaschine mit Siebträger. Im internet ist wie folgt über Filterkaffee nachzulesen: Der Filterkaffee wurde 1908 von der Dresdner Hausfrau Melitta Bentz erfunden, die eine Lösung für den bitteren Kaffeesatz und den schlechten Geschmack beim traditionellen Aufbrühen suchte; sie durchlöcherte einen Messingtopf, legte Löschpapier hinein und kreierte so den ersten Papierfilter, der Kaffee klar und ohne Satz durchließ, was zur Gründung der Firma Melitta führte.
Problem: Kaffeesatz und bitterer Geschmack durch das Aufbrühen in Stoffbeuteln.
Lösung: Melitta Bentz experimentierte mit einem durchlöcherten Messingtopf und Löschpapier aus den Schulheften ihrer Söhne.
Ergebnis: Ein klares, kaffeesatzfreies Getränk.
Patentschutz: Sie meldete die Erfindung am 20. Juni 1908 als Gebrauchsmuster an.
Unternehmensgründung: Im selben Jahr gründete sie mit ihrem Mann Hugo die Firma Melitta und begann die Produktion.
You Tube Video über wie Melitta Bentz die Filter erfand [2]
Ida & Josef Gruber
Nach dem Ersten Weltkrieg erwarben Ida (*1890 †1971), geb. Embacher, und Josef Gruber (†1926) den Gasthof Deutsches Café & Gasthaus. Nach dem Tod von Josef Gruber im Jahr 1926 musste die Witwe den Betrieb verkaufen.
Siegi Moser berichtete wie folgt:„Ida Pucher, geb. Embacher, war eine Schwester meiner Großmutter. Ihre Kindheit verbrachte sie im Bauerngut ihrer Eltern in Bucheben, Gemeinde Rauris. Ida lernte Köchin in Zell am See und heiratete danach den Dorfgasteiner Stoffbauernsohn Josef Gruber. Die beiden kauften den Gasthof Deutsches Café in Bad Gastein. Ida holte ihre Eltern nach Gastein, als sie alt und krank waren: Mutter Maria und Vater Anton Embacher, der gräflicher Oberjäger war, da in Bucheben die ärztliche Betreuung schlecht war. Meine Großmutter Eleonore, verh. Moser, hatte sechs Kinder in einem kleinen Bauernhäusl in Bucheben, und meine Mutter war der Liebling ihrer Großmutter, die das kleine Mädchen gerne bei sich wollte. Und so kam meine Mutter Theresia Moser mit vier Jahren ins Deutsche Café nach Bad Gastein.“[3]
Ida & Ignaz Pucher
Nach dem Tod von Josef Gruber musste Ida den Gasthof verkaufen. Sie lernte später Ignaz Pucher kennen, und die beiden heirateten. Meine Mutter blieb in Gastein, und so war Frau Pucher immer hier, wohingegen meine leibliche Großmutter in Bucheben war.
Das Deutsche Café wurde im Herbst 1984 für den Ausbau der Bundesstraße abgerissen. Ignaz Pucher (*1901 †1959) war Fiaker, und nach dem Zweiten Weltkrieg kauften er und seine Frau Ida (*1890 †1971) einen Baugrund gleich unterhalb der Bundesstraße und erbauten ein kleines Haus (heute Gasteiner Bundesstraße 24). Daneben errichteten sie Stallungen für die Pferde. Noch vor 1950 waren sie aufgrund der Wirtschaftslage gezwungen, das Wohnhaus zu verkaufen. Herr Pucher hatte die Fiakerei inzwischen ebenfalls aufgegeben. Sie war nicht mehr rentabel, und die Konzession übernahm Josef Herzog, der sie zur Taxikonzession änderte. Pucher baute die Stallung zu einem Wohnhaus um (später Gasteiner Bundesstraße 22), und hier bin ich, geboren 1951, aufgewachsen. Ignaz Pucher starb 1959 und Ida Pucher 1971. Danach ging das Haus in den Besitz meiner Mutter Theresia Moser über. Nachdem wir 2006 das Haus am Mozartplatz kauften, verkauften wir unser altes Haus an Josef Pichler, der es 2008 abreißen ließ. [4]
1937 ist im Herold-Telefonbuch vermerkt, dass das Deutsches Café in den 1930er-Jahren von Anna Fammerajer geführt wurde. [5]
Nach dem Krieg war Elli Salchegger aus Berlin die Wirtin. Ihr Mann, Otto Salchegger, betrieb ein Taxiunternehmen. Der Sohn Ferdinand "Fredl" Salchegger wurde Koch.[6]
Mehrere Zeitzeugen erzählten mir „unter vorgehaltener Hand“, dass in den letzen Jahren ein Besitzer aus Schwarzach/St. Johann kam und Hermine „Hermi“ die Wirtin war. Im ersten Stock soll sich ein heimlich betriebenes Puff (Bordell) befunden haben. Ein etwas prekäres Thema: wer damals mit wem dort verbunden oder verwandt war.[7]
Die Jaga Alm
Mir wurde erzählt, dass sich auf demselben Grundstück auch die Jaga Alm befand, etwas weiter hinten, oberhalb des Cafés in nördlicher Richtung. Auf den Fotos ist am Eck des Gebäudes ein Hinweisschild zu sehen.
Laut Aussagen führte ein Fußweg von der Bundesstraße hinauf zur Jaga Alm – ein beliebtes Lokal, um auszugehen, etwas zu trinken und auch zu essen. Einer der letzten Köche dort, so erzählte mir Siegi Moser, war Ferdinand „Fredl“ Salchegger. Seine Mutter hatte zuvor das Deutsches Café & Gasthaus geführt.
„Ich war damals etwa 19–20 Jahre alt und habe dort oft gegessen, da ich in der Nähe gewohnt habe. Fredl wurde später Chefkoch im Seniorenheim Bad Gastein.“[8]
Beide Gebäude – das Deutsches Café & Gasthaus und die Jaga Alm – wurden 1984 abgerissen, als die neue Gasteiner Bundesstraße gebaut wurde.[9]
Fußnoten / Quellen:
[1] Deutsches Café – Erzählungen von Einheimischen, öffentliche Kommentare auf Facebook 2022; Ansichtskarte auf der Webseite Gastein im Bild (Anton Lafenthaler); Der Gasteiner Museumsbote, Heft 23, Oktober 2024, Text von Siegi Moser. er hat auch die Fotos zu verfügung gestellt
[2].Filterkaffee https://de.wikipedia.org/wiki/Kaffeefilter
[3] Information von Siegi Moser sowie Fotos
[4] Information von Siegi Moser in Dez. 2025
[5] Aufgerufen im Internet Herold Telefonbuch 1937 https://www.findbuch.at/files/content/adressbuecher/1937_bsoe_sbg_tb/6__Uebrige_Fernsprechnetze.pdf
[6] Erzählung von Hermann Schneeberger. Ich traf Elli Salchegger persönlich in den 1990er-Jahren als sie Taxigast war und ich war sogar mit ihr damals Essen. Über der Sohn erzählte mir Siegi Moser Dez. 2025
[7]Erzählungen der Einheimischen, oft nur „unter vorgehaltener Hand“ erzählt, betreffen ein etwas prekäres Thema: wer damals mit wem verbunden oder verwandt war …öffentliche Kommentare auf Facebook 2022.
[8] Erzählungen von Einheimischen sowie Info von Siegi Moser Dez. 2025 [9] Abrissjahr hat mir Siegi Moser erzählt. Er hat ganz in der Nähe gewohnt












