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Gasteiner Bundesstrasse 1

Verkaufpavillion Brandstetter, Massageinstitute Müller, Friseursalon Herma, Wohnhaus Palliardi dann Moser

Verkaufspavillonvon Brandstetter - Lampenschirme & Beleuchtungskörper

An der Stelle, wo sich heute das Haus Gasteiner Bundesstraße 1 befindet, stand im Jahr 1928 ein Verkaufspavillonvon Ernst und Johanna Brandstetter. Brandstetter erhielt zunächst eine Bewilligung für sieben Jahre und später eine Verlängerung, wie Siegfried Moser, der heutige Bewohner des Hauses, berichtet.

Die Familie Brandstetter stammte aus Wien, wo sie seit 1896 eine Lampenschirmerzeugung sowie eine Fertigung von Beleuchtungskörpern und Craqueléwaren betrieb. Im Handelsregister Compass der 1940er- und 1950er-Jahre ist vermerkt, dass Johanna Brandstetter eine Firma für Leuchtkörper in antiken Stilarten führte, mit einer Filiale in Bad Gastein, Hauptstraße 8.

Im Jahr 1955 errichtete Johanna Brandstetter anstelle des hölzernen Verkaufspavillons ein Wohn- und Geschäftshaus. ImErdgeschoss befanden sich das Geschäftslokal und ein Büro bzw. Magazin, im ersten Stock zwei Zimmer und ein WC.

1960 ging das Haus an die Tochter Elisabeth Gasteiger, geb. Brandstetter, über. [1]

Sie dürfte das ehemalige Verkaufslokal mit Büro und Lager weitervermietet haben.

 

Massageinstitut Oskar Müller

Von 1960 bis 1963 war Oskar Müller selbst als Masseur im Erdgeschoss dieses Hauses eingemietet.Ab 1963 bis 1969 führte Peter Röck (*1939) das Institut Müller weiter.

Peter Röck, gebürtig aus Bad Hofgastein, hatte ursprünglich den Beruf des Zimmerers erlernt, wollte jedoch lieber Masseur werden – sehr zum Missfallen seines Vaters.Er ließ sich jedoch nicht aufhalten, absolvierte die entsprechende Ausbildung und machte sich 1963 in Bad Gastein (damals Adresse: Badgastein 280, heute Gasteiner Bundesstraße 1) selbstständig.Er übernahm das Institut von Oskar Müller.

Später kaufte Peter Röck in Bad Hofgastein ein Wohn- und Geschäftshaus, das Haus Gastuna in der Weißgerbergasse 13.Seine Frau Elfriede Röck, ebenfalls aus Bad Hofgastein stammend, trug denselben Nachnamen, war jedoch nicht mit ihm verwandt.Gemeinsam führten sie dort ein Massage- und Behandlungsinstitut und bekamen drei Kinder.

Sohn Thomas Röck übernahm später den elterlichen Betrieb im Haus Gastuna in Bad Hofgastein.Sohn Gerhard Röck führt gemeinsam mit seiner Frau Gabi das Dunstbad Röck in Bad Gastein, Bismarckstraße 2. [2]


Mobiler Massageservice und Therapiestationen

Wie es damals üblich war, boten die Masseure zusätzlich mobile Behandlungen an.Mit ihren tragbaren Massagetischen gingen sie von Hotel zu Hotel, um die Gäste direkt in den Zimmern zu behandeln.Dieser Service wurde von den Gästen sehr geschätzt, erzählte Peter Röck seinem Sohn Gerhard Röck, dem heutigen Inhaber des Dunstbads Röck in der Bismarckstraße 2.Die Gäste schätzten es, dass sie im eigenen Zimmer duschen, behandelt werden und anschließend gleich im Hotelbett ruhen konnten.

In den 1960er- und 1970er-Jahren kam es zunehmend dazu, dass die Hotels und Kurhäuser eigene Therapiestationeneinrichteten. Dort wurden Räumlichkeiten für Masseure und Physiotherapeuten zur Verfügung gestellt. Die Behandlungen wurden damals meist von den Gebietskrankenkassen bezahlt – nicht immer vom Gast selbst – und es gab viele Aufträge.Natürlich gab es daneben auch zahlreiche Privatpatienten, die einen guten Masseur zu schätzen wussten – damals wie heute. [2]


Friseursalon Herma

Im Jahr 1970 eröffnete Herma Zieten im Erdgeschoss einen Friseursalon. Wie lange sie genau dort tätig war, ist mir derzeit nicht bekannt. Sie war vorher im Haus Oberhuber am Mozartplatz 8 rund um das Jahr 1961. [3]


Wohnhaus Palliardi – später Moser

1996 erwarben der Fotograf Egon Palliardi und Astrid Wallner das Haus. Sie ließen es komplett sanieren und bauten im Jahr 2000 das Dachgeschoss mit einem neuen Dachstuhl und einer neuen Dacheindeckung aus.

Egon Palliardi war unter anderem bei Foto Gastuna in der Grillparzerstraße angestellt und war fleißig dabei, das Geschehen im Ort zu dokumentieren. [4]


Seit 2006 gehört das Haus Siegfried Moser.

Siegfried Moser gründete 1993 den Gasteiner Kulturkreis, dessen Obmann er auch war.Der Verein bestand bis etwa 2017.

Heute (2025) ist Siegfried Moser Obmann und aktiver Betreuer des Gasteiner Museums in der Kaiser-Franz-Josef-Straße 14, im Haus L’Europe. [5]

 

Fussnoten/Quellen:

[1] Eintrag Compass 1946/47 Industrie Österreich Firmenkundliche Beschreibung portal www.zedhia.atBericht von Siegfreid Moser die aus der Grundbuch einiges an Material sowie erzählungen von Einheimischen bekam sowie seine persönliche Beobachtungen

[2] Oskar Müller steht im Herold Telefonbuch 1965 als Masseur auf Adresse Badgastein 280 

[3] Info von Gerhard Röck in mai 2023

[4] Compas 1961 Handel www.zedhia.at bestätigt durch Irene Stocker Betreff Mozartplatz 8 dann Erzählungen von Einheimischen dass sie hier vor Ort war und durch Siegfried Moser/Hausbesitzer

[5] Persönliche Kontakt und Erzählung von Siegfried Moser

 

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