
Haus Cäcilia - Gendarmerie
Kurhaus Cäcilia - Frühstückspension. - Text zum Haus kann gerne ergänzt werden. Wer war Cäcilia?
Gendarmerie Bad Gastein
1962/1963 zog die Gendarmerie von der Grenzbergstraße 2 in das Kurhaus Cäcilia um. Der Gendarmerieposten blieb dort bis zum Jahr 2000, bevor er zur Hauptschulstraße 2 verlegt wurde (siehe entsprechenden Textabschnitt). Es gab auch einen Gendarmerieposten in Böckstein am Blümlweg 2, der von 1902 bis 1966 bestand (siehe entsprechenden Textabschnitt).
Die jüngeren Generationen mögen sich fragen, was der Unterschied zwischen Gendarmerie und Polizei war: Die Gendarmerie war für ländliche Gebiete zuständig, während die Polizei die städtischen Gebiete betreute. 2005 wurde die Bezeichnung „Gendarmerie“ abgeschafft. Die Bundespolizei ist ein bewaffneter, größtenteils uniformierter, ziviler (nichtmilitärischer), jedoch nach militärischem Muster organisierter Wachkörper der Republik Österreich. Sie wurde im Jahr 2005 durch die Zusammenlegung der bis dahin eigenständigen Wachkörper Bundesgendarmerie, Bundessicherheitswachekorps und Kriminalbeamtenkorps eingerichtet. Die Bezeichnung auf Uniformen und Fahrzeugen lautet seither „Polizei“.
Anne Stromberger, eine gebürtige Tirolerin, erzählte mir, dass sie von 1963 bis 1991 als Reinigungskraft beim Gendarmerieposten arbeitete. Sie und ihr Mann Kurt waren zudem Hausmeister im Nachbarhaus in der Stubnerkogelstraße 45.
Kurt Stromberger war zunächst Schuster in der Karl-Heinrich-Waggerl-Straße, in der Nähe des Hotels Bellevue, und arbeitete ab 1968, als die Felsentherme eröffnet wurde, dort als Bademeister. Außerdem betreute das Ehepaar Stromberger das Buffet am Fußballplatz (siehe Textabschnitt „Fußballstadion Ederplatz“).
Im Haus der Gendarmerie in der Stubnerkogelstraße 47 gab es eine Arrestzelle, in der verhaftete Personen kurzfristig festgehalten wurden, beispielsweise wegen starker Trunkenheit, Schlägereien oder Verdacht auf Diebstahl. Der Gendarmerieposten hatte einen eigenen Eingang zum Haus. Nach dem Auszug der Polizei im Jahr 2000 wurden die ehemaligen Polizeiräumlichkeiten in eine Mietwohnung umgewandelt.
Im oberen Teil des Hauses gab es damals wie heute Mietwohnungen. Wann das Kurhaus Cäcilia seine Tätigkeit als Frühstückspension einstellte, ist derzeit nicht bekannt.
Früher gab es auch die sogenannte Ortspolizei. (Ergänzen Sie dies mit dem Text von Herrn Oberthaler.). [1]
Wachdienst Chwoyka & Co – ÖWD
Ich fand zahlreiche Einträge im Register sowie Inserate der Firma Wachdienst Chwoyka & Co aus Wien. Laut den Inseraten hatte diese Firma ab 1958 eine Dienststelle in Bad Gastein sowie in einigen anderen Orten in Österreich. Der vollständige Name lautete „Chwoyka & Co Kommanditgesellschaft“. Diese Firma existiert tatsächlich noch immer und ist heute besser bekannt unter der Abkürzung „ÖWD“.
Auf der Homepage des ÖWD ist Folgendes zu lesen:
„Seit 1906 führt die Salzburger Familie Chwoyka das Traditionsunternehmen Österreichischer Wachdienst bereits in der dritten Generation. Seit der Gründung des Betriebs im Jahr 1906 gelten Sicherheit und Vertrauen als oberste Prinzipien der Geschäftsführung. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der ÖWD zu einem Paradeunternehmen mit beachtlichen Kennzahlen entwickelt. Heute sind es die drei Enkel des Firmengründers, die die Geschichte des ÖWD weiterschreiben.“[2]
„Ach, die gute alte Zeit … Früher war alles besser“
Viele wünschen sich zurück in die Vergangenheit: Jeder wusste seinen Platz, man hatte Respekt voreinander, das Leben war sicher und einfach, und die Butter war billiger. Generell war alles besser. Oder? Wie fällt der Vergleich zwischen der Zeit ab den 1960er Jahren und heute wirklich aus? Gab es tatsächlich mehr Zusammenhalt, immer weiße Weihnachten und ein besseres Fernsehprogramm?
Von den meisten Menschen wird eine Veränderung als bedrohlich wahrgenommen: Gut 54 % wünschen sich, in der Vergangenheit zu leben, weil damals bekanntlich das Leben besser war. Die Kindheit wird verklärt zu einer Zeit, in der das Leben nichts als unproblematisch und Klasse war – zumindest meinen 87 %, eine schöne oder sehr schöne Kindheit erlebt zu haben. Zu den meisten tagespolitischen Themen vernimmt man immer wieder die pessimistische Grundaussage, dass heute alles den Bach hinuntergeht, während Welt und Leben damals wunderbar glatt liefen.[2] Auf unsere selektive Erinnerung ist auf jeden Fall wenig Verlass, wenn es um eine objektive Bewertung der Vergangenheit geht. Doch wie soll man dann beurteilen, ob früher alles besser war? Wie kann man den Zustand der Welt gestern und heute unvoreingenommen vergleichen? „Die Antwort lautet: durch Zählen“, schreibt Steven Pinker, Professor für Psychologie an der Harvard University in Cambridge nahe Boston. In einem Buch widmet er Kapitel für Kapitel Themen wie Lebenserwartung, Gesundheit, Ernährung und Wohlstand, aber auch ideellen Werten wie Demokratie, Bildung und Gleichberechtigung. Fazit: Früher war so ziemlich alles wesentlich schlechter.[3]
Wenn Sie über 40 sind, müssen Sie noch vorsichtiger sein mit Nostalgie-Effekten. Laut den Forschern Jonathan Koppel und David Rubin ist der sogenannte Reminiszenz Bump "eines der robustesten Ergebnisse in der autobiografischen Gedächtnisforschung". Er bezeichnet die Tatsache, dass die allermeisten Menschen über 40 mehr Erinnerungen von ihrer Jugend und ihrem frühen Erwachsenalter haben als für die Zeit danach. Aber, warum ist das so? Eine Vermutung besagt schlicht, dass diese Lebensjahre zwischen 15 und 25 besonders prägend sind. Laut Wissenschaftlern wie Clare Rathbone und ihren Kollegen aus England kann es sein, dass wir uns deshalb deutlich besser an diese Zeit erinnern, weil wir in diesem Alter unsere Identität als Erwachsene entwickelt und etabliert haben. Wir erlebten vieles zum ersten Mal, das später zum Erwachsensein dazugehört: den ersten Job, den ersten Kuss, die erste Wahl. Diese prägenden Ereignisse sind tiefer im Gehirn verankert. Das bedeutet auch, dass die Affinität für Nostalgie und damit falsche Erinnerungen an die Vergangenheit mit dem Alter zunimmt. Verzerrungen und Verklärungen werden immer wahrscheinlicher. Dabei merken wir meist nicht, wie fehlerhaft unser emotionales Gedächtnis arbeitet und haben deswegen ein übermäßiges Selbstvertrauen in die Zuverlässigkeit unserer Erinnerungen. Wir meinen zu wissen, wie großartig die Vergangenheit war und meckern über das, was die junge Generation heute so anstellt. Und wenn junge Menschen zum Beispiel auf Statistiken verweisen, die klar zeigen, dass es der Menschheit heute besser geht als je zuvor, kriegen sie von den Nostalgikern zu hören: "Wart Ihr denn dabei?!" [5]
Fußnoten/Quellen:
[1] Erzählungen von Einheimische, Gespräch mit Anni Stromberger, E Mail Verkehr mit Inspektor Kurt Engl https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgendarmerie, aufgerufen Feb 2021 und https://de.wikipedia.org/wiki/Bundespolizei_(%C3%96sterreich) gelesen 2021 https://www.stadtbekannt.at/frueher-war-alles-besser/ gelesen am 18. Mai 2021
[2] Compass 1958 + 1959 Industri www.zedhia.at https://www.owd.at/unternehmen/geschichte[
[3] https://www.faz.net/aktuell/wissen/psychologie-und-statistik-frueher-war-es-ganz-bestimmt-nicht-besser-15795904.html gelesen 19. Mai 2021
[4] https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/nostalgie-warum-frueher-alles-besser-war-a-1120337.html gelesen 19. Mai 2021





