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Gasteinerbundesstrasse von Bertahof zum Mozartplatz

Leimböck - Czerne Kurve - Todengasse, Deutsche Kaffee und Jägeralm

Leimböck – Czerne-Kurve

Wir fahren mit unserem imaginären Auto von der Kreuzung beim Berthahof in Richtung Bahnhof hinauf.Dann kommt die scharfe, markante Kurve. Diese wird sowohl Leimböck-Kurve als auch Czerne-Kurve genannt – benannt nach den jeweiligen Besitzern der Fischzucht auf der linken Straßenseite.

Die Gebäude mit dem Fischteich auf der linken Seite waren bis 1986 die Fischerteiche von Ernst Leimböck. Mehr über ihn und seinen beruflichen Werdegang finden Sie am Standort Poserstraße 10. Er betrieb einen Fisch- und Wildhandel.

Nach dem Tod von Ernst Leimböck kaufte Herr Czerne aus Bad Hofgastein das Anwesen. Hier wird noch heute (2025) Fischzucht betrieben. [1]


Totengassl

Wir fahren weiter hoch auf der Gasteiner Bundesstraße Richtung Bad Gastein.Bis zum Neubau der Gasteiner Bundesstraße vom Berthahof bis zum Mozartplatz sowie der Zufahrtsstraße Erlengrundstraße in Bad Bruck in den 1970er-Jahren führte die sogenannte Totengassl von oben, links bei der ehemaligen Autowerkstatt Maggerle, steil hinunter nach Bad Bruck – über den Eggbauernweg bis zur Erlengrundstraße.

Dieser Wegabschnitt wurde laut Prof. Dr. Fritz Gruber bereits in der Bergbauzeit des 16. Jahrhunderts errichtet – und zwar vom Gewerken Strasser, als der sogenannte „Neuweg“ gebaut wurde. Er diente als Verbindungsweg zu seiner Schmelzhütte in Bad Bruck. [2]


Deutsches Café

Das Gebäude existiert heute nicht mehr. Es lag in der Nähe des Autohauses Maggerle, Gasteiner Bundesstraße 25. Nach dem Ersten Weltkrieg erwarben *Ida (1890 †1971) geb. Embacher und Josef Gruber (†1926) den Gasthof.

Nach dem Tod von Josef Gruber im Jahr 1926 musste die Witwe den Betrieb verkaufen. Mit ihrem zweiten Mann, Ignaz Pucher (*1901 †1959), errichtete sie an der Straße Richtung Bad Gastein ein neues Wohnhaus sowie Pferdestallungen auf der Gasteiner Bundesstraße 22–24. [3]


Siegi Moser berichtete wie folgt über Ida und das Gebäude "Deutsche Café":

"Frau Ida Pucher, geb. Embacher, war eine Schwester meiner Großmutter. Ihre Kindheit verbracht sie im Bauerngut ihrer Eltern in Bucheben, Gemeinde Rauris. Ida lernte Köchin in Zell am See und heirate danach den Dorfgasteiner Stoffbauernsohn Josef Gruber. Die beiden kauften den Gasthof Deutsches Cafe in Bad Gastein., Ida holte ihre Eltern nach Gastein, als sie alt und krank waren, Mutter Maria und Vater Anton Embacher, der gräflicher Oberjäger war. da in Bucheben die ärztliche Betreuung schlecht war. Meine Großmutter Eleonore, verh. Moser, hatte 6 Kinder in einem kleinen Bauernsachl  in Bucheben und meine Mutter war der Liebling ihrer Großmutter, die das kleine Mädchen gerne bei sich wollte. Und so kam meine Mutter Theresia Moser mit 4 Jahren ins Deutsche Cafe nach Bad Gastein. 

 Nachdem Tod von Josef Gruber musste Ida den Gasthof verkaufen. Sie lernte später Ignaz Pucher kennen und die beiden heirateten. Meine Mutter blieb in Gastein und so war Frau Pucher immer hier, wogegen meine richtige Großmutter ja in Bucheben war. Das Deutsche Cafe wurde im Herbst 1984 abgerissen für Ausbau der Bundesstraße. Ignaz Pucher (*1901 †1959), war Fiaker und nach dem 2. Weltkrieg kauften er und seine Frau Ida (1890 †1971) einen Baugrund gleich unterhalb der Bundesstraße und erbauten ein kleines Haus (heute Gasteiner Bundesstr. 24). Daneben errichteten Sie Stallungen für die Pferde. Noch vor 1950 waren sie aufgrund der Wirtschaftslage gezwungen, das Wohnhaus zu verkaufen. Hr. Pucher hat auch die Fiakerei inzwischen aufgegeben. Sie war nicht mehr rentabel und die Konzession übernahm Josef Herzog, der Sie zur Taxikonzession änderte. Pucher baute die Stallung zum Wohnhaus um (später Gasteiner Bundesstr. 22) und hier bin ich, geboren 1951, aufgewachsen. Ignaz Pucher starb 1959 und Ida Pucher 1971. Dann ging das Haus in den Besitz meiner Mutter Theresia Moser über.  Nachdem wir 2006 das Haus am Mozartplatz kauften verkauften wir unser altes Haus an Josef Pichler, der es 2008 abreißen ließ." [4]

1937 ist im Herold-Telefonbuch vermerkt, dass das Deutsche Café in den 1930er-Jahren von Anna Fammerajer geführt wurde. [5]


Nach dem Krieg soll Elli Salchegger aus Berlin (Foto aus den 1990er-Jahren) die Wirtin gewesen sein. Ihr Mann, Otto Salchegger, betrieb ein Taxiunternehmen. [6]


Mehrere Zeitzeugen erzählten unter vorgehaltener Hand, dass in den letzten Jahren in den 1970er jahren ein Besitzer aus Schwarzach kam. Eine Frau Herta war die Wirtin, und im ersten Stock soll sich ein heimlich betriebenes Puff (Bordell) befunden haben.[7]


In den 1970er-Jahren, als die neue Bundesstraße gebaut wurde, würde das Gebäude abgetragen.


Jägeralm

Mir wurde erzählt, dass sich auf demselben Grundstück auch die Jägeralm befand, etwas oberhalb des Cafés. Es war ein beliebtes Lokal, um fortzugehen. Beide Gebäude wurden abgerissen, als in den 1970er-Jahren die neue Gasteiner Bundesstraße gebaut wurde.


Wie schon erwähnt, führte vor dem Neubau der Straße und der Zufahrtsstraße Erlengrundstraße in Bad Bruck links bei der heutigen Werkstatt Maggerle die sogenannte Totengassl entlang – ein sehr steiler Weg hinunter Richtung Erlengrund/Eggbauerweg. Mühsam und gefährlich im Winter. Heute sind nur noch Reste der alten Mauern hinter der Leitschiene in der Nähe von Maggerle zu sehen. [8]


Fußnoten / Quellen:

[1] Name der Kurve – allgemeine Erwähnung und Erzählung von Einheimischen, Information von Ernst Leimböck eingeholt.

[2] Totengassl – Erzählungen zur Entstehung im 16. Jahrhundert, nach Prof. Dr. Fritz Gruber; publiziert auf der Webseite von Anton Lafenthaler.

[3] Deutsches Café – Erzählungen von Einheimischen, öffentliche Kommentare auf Facebook 2022; Ansichtskarte auf der Webseite Gastein im Bild (Anton Lafenthaler); Der Gasteiner Museumsbote, Heft 23, Oktober 2024, Text von Siegi Moser.

[4]https://www.findbuch.at/files/content/adressbuecher/1937_bsoe_sbg_tb/6__Uebrige_Fernsprechnetze.pdf[5[5] Erzählung von Hermann Schneeberger und Ich traf Elli Salchegger persönlich in den 1990er-Jahren als Taxigast und war sogar mit [5]hr essen.

[6] Erzählungen von Einheimischen, öffentliche Kommentare auf Facebook 2022.

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