top of page

Konsum Anlauftal

Konsum Anlauftal und öffentliche Bade– und Duschmöglichkeit

Konsum Anlauftal

Konsum

In einem Gebäude unmittelbar neben dem Tunnel war das Geschäft der Konsumgenossenschaft Union. (Gebäude nicht mehr vorhanden)

Den Konsum gab es hier schon vor dem zweiten Weltkrieg. Konsumleiter war damals Hans Winzer (*1900†). Über ihn wurde von den Einheimischen nicht so viel berichtet, aber einige erwähnten seine Söhne. Über der Sohn Werner Winzer (*1929†2008) gibt es im Internet folgendes zu lesen: Werner machte nach dem Krieg bei der Spedition Lagermax in Salzburg Karriere und wurde Vorstandsdirektor. Dazu war er 1978 bis 2006 Honorarkonsul des Königsreiches der Niederlande in Salzburg. Sein Bruder Fredi Winzer hat das Mayreder-Winzer Reformhaus in Salzburg gegründet, das sein Sohn Christian Winzer übernahm.[1]


Zurück zum Konsum im Anlauftal: 

Horst Wierer (*1940) erzählte mir, dass er zwischen 1956 und 1959 bei dem damaligen Filialleiter Herrn Fillaffer Lehrling hier im Anlauftal war. "Damals gab es keine Kühltruhen oder Ähnliches, sondern große Betonbottiche, die mit eiskaltem Wasser aus dem Anlauftal gefüllt wurden, welches regelmäßig erneuert wurde. Dort lagerten wir unter anderem die Milchkannen. Zwischen 12 und 15 Uhr hatten wir Mittagspause, und ich bin jeden Tag nach Bad Hofgastein nach Hause gefahren, um zu essen, und dann wieder retour."

Eduard Schwaiger, auch gebürtiger Bad Hofgasteiner und bis 2023/2024 Filialleiter bei Eurospar in Bad Gastein, begann seine Lehre beim Konsum in Hofgastein. Danach musste er kurz im Konsum Anlauftal aushelfen, und er erzählt, wie er dort schon um 06:00 Uhr in der Filiale sein musste, da es vor Ort einen Holzofen gab. „Der Ofen musste angezündet werden, damit es in der Filiale warm genug war, wenn die ersten Kunden kamen.“[2]


Konsum Anlauftal sperrt 1981 zu

Das Konsumgeschäft im Anlauftal sperrte 1981 zu, da der Konsum in Böckstein Ort auf der Böcksteiner Bundesstraße 57 durch einen Zubau vergrößert wurde.(Siehe Brief bei der Fotos) Damit konnten sie dort ein breiteres Sortiment anbieten und daher das Geschäft hier schließen, erzählt Sepp Oberhuber, ebenfalls ein ehemaliger Konsummitarbeiter. 

Franz aus dem Anlauftal erinnert sich: „Ja, das waren noch Zeiten, den Konsum gab es noch in den 1970er Jahren und Frau Adele Lidl war Verkäuferin.“ 

Alexander, auch im Anlauftal aufgewachsen, ergänzt, dass nach seinem Wissen neben Frau Liedl ein Herr Janschner Filialleiter war. „Wir bekamen alles, was man in diese Zeit zum Leben brauchte“, schrieb Franz bei den öffentlichen Kommentaren auf Facebook im Internet, als ich oder Johann Kofler dort Fotos und Fragen postete und um Hilfe bzw. Informationen bat und auch bekam. Während des gesamten Projektes waren diese öffentlichen Kommentare auf Facebook eine Möglichkeit, um Ansichten und Erinnerungen von vielen Einheimischen zu bekommen.[3]


Öffentliche Bade- und Duschmöglichkeit

„Neben dem Konsum gab es eine öffentliche Bade- und Duschmöglichkeit“, berichtet Alexander, und erwähnt, dass diese über einen gesonderten Eingang zu erreichen war. Ein Waschhaus war ein öffentliches Badehaus bzw. eine öffentliche Dusche. Weitere Waschhäuser gab es in Altböckstein am Karl-Imhof-Ring 16, am Bahnhof beim Thermalkurhaus sowie in Badbruck beim Kurhaus.

Öffentliche Volksbäder in Österreich trugen oft den Namen Tröpferlbad, vor allem in Wien, aber auch anderorts. Die Volksbäder wurden so genannt, weil bei großem Andrang die Wasserreservoirs überbeansprucht waren und das Wasser zwar floss, jedoch nur noch spärlich – eher tröpfelnd – aus den Brausen kam.[3]


Tandler Greisdorfer

Nach dem Konsum, der die Räumlichkeiten zum Schluss nur als Ausstellungsraum genutzt hatte, kam ein Tandler, ein Kleinwarenhändler. „Der Tandler hat alles Mögliche verkauft und gesammelt.“, erinnern sich die Anlauftaler. Laut Register war der Tandler Johann Greisdorfer bis 1989/1990 tätig und verkaufte Sauerkraut, Honig und andere Waren.[4] 


Danke an Jan Sendlhofer für alle alten Konsum-Unterlagen seiner Oma und seines Opas Granegger, wie Mitgliedskarten, Belege, Einladungen und Briefe.


Fussnoten/Quellen:

[1] Info zur Familie Winzer erhalten von Elfi Oberbichler plus öffentliche Info im Internet aufgerufen 21. Okt 2022 wie z.B. https://www.cash.at/industrie/interviews/bio-nahrungsmittel-christian-winzer-der-bionier-21622 / Name Hans Winkler und seine Konsumleitung -  Seite 137 im Buch“ Zersprengt die Dollfusskette“ Laurenz Krisch.

[2] Kurzes persönliches Gespräch in Nov. 2024 mit Wierer Horts https://www.sn.at/wiki/Horst_Wierer und im Mai 2021 mit Eduard Schwaiger. Schriftverkehr Feb 2021 mit Sepp Oberhuber, damaliger Lehrling bei Konsum Böckstein. 

[3]  öffentliche Kommentare Betreff die öffentliche Bademöglichkeiten, gepostet auf Facebook-Posting im Jänner 2021 von Alexander Sablating und Franz Mühlhaus. 

[4] Eintrag im Zentralblatt 1990 Handelsregister Compas www.zedhia.at Betreff Tandler Greisdorfer sowie öffentliche Kommentare auf Facebook Feb 2021

bottom of page