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Böcksteiner Bundesstraße 56

Elektromaschinenbau Neumüller dann kamen Schlosserei Nähr, Schlosser Moser, Autohaus -Autowerkstatt Lugger und Malerei Kodras.

Böcksteiner Bundesstraße 56

Elektromaschinenbau Neumüller. 

Ing. Franz Neumüller (*1917†1990) war der Sohn von Josefine (*1891†1977) und Karl Neumüller (*1887†1970). Vater Karl war Betriebsleiter im Sägewerk der Firma Franzmaier, das sich bei der Hohen Brücke befand (Anm. heute Köstchachtalerstraße 2-4.) Dort hat die Familie Neumüller auch gewohnt. Franz ging nach der Schule einige Jahren nach Wien, wo er  seine Frau Antonia traf. Nach dem Krieg kehrte Franz mit seiner Antonia nach Bad Gastein zurück. Er war jetzt Ingenieur und wurde Fabrikant.[1]  


Herbert Gruber (*1931) erzählt, wie er ganz jung, als Hilfsarbeiter bei Neumüller anfangen durfte. „Es war so“, beginnt Herbert: „Herr Neumüller konnte das in Böckstein gelagerte Material, das vom Bergbau übriggeblieben war, gut gebrauchen. Da mein Vater Josef dort Zugang hatte, wurde der Kontakt hergestellt, und so bekam ich als 16-Jähriger die Stelle als Hilfsarbeiter“. In der Zeitschrift „Der Gasteiner Museumbote" von Februar 2022 erzählt Herbert Gruber, dass er den Beruf nie hätte erlernen können, da er in Algebra keine Ahnung hatte. (Die Algebra ist eines der grundlegenden Teilgebiete der Mathematik; es befasst sich mit den Eigenschaften von Rechenoperationen. Im Volksmund wird Algebra häufig als das Rechnen mit Unbekannten in Gleichungen bezeichnet) „Wenn Herr Neumüller nicht jeden Samstag mit uns drei Lehrlingen gelernt hätte, hätte ich es nicht geschafft. Bis mittags wurde gearbeitet, und danach hatten wir Unterricht bis in den Abend. Die Berufsschule für alle Lehrberufe befand sich damals in Bad Hofgastein. Für die Gesellenprüfung musste ich dann nach Salzburg." [2]  

Neumüllers erste Werkstatt befand sich im Haus in der heutigen Böckteiner Bundesstraße 25, damals bekannt als Böcksteinerstraße 28. „Herr Neumüller war wohlhabend", erzählt Herbert Gruber weiter. „Er kam in der Umbruchzeit nach dem Krieg nach Bad Gastein und hat hier vieles aufgebaut und entwickelt. Zu Beginn brachte er viele Maschinen aus Wien mit. Wir haben die Maschinen am Bahnhof abgeladen und in die alte Schneeberger-Wäscherei gebracht, dem ersten Standort der Firma Franz Neumüller. Dort habe ich also meine Ausbildung gemacht!" Herbert blieb bis 1975 in der Firma.  Herbert Gruber seine Ausbildung abgeschlossen hatte, durfte er sich der Entwicklung von Motoren widmen. „Wir haben 42 Schleifmaschinen hergestellt. Neumüller Schleifmaschinen waren weithin bekannt, von Dornbirn bis Wien und Graz. Sie wurden überall auf Messen ausgestellt, und ich habe sie vorgeführt", erzählt Herbert stolz.

Franz Neumüller war laut Handelsregister Hersteller von Elektrowerkzeugen, Schleifmaschinen, Elektropoliermaschinen, Motoren mit biegsamen Wellen, Terrazzoschleifmaschinen, Parkettboden- und Hobelschleifmaschinen sowie Kontaktschleifmaschinen. Im Handelsregister steht auch vermerkt, dass er 1954 einen Ausstellungspavillon am Bahnhofsplatz hatte. 


Ingenieur Neumüller besaß viele Immobilien und Grundstücke wie z.B. das Haus Marienstein im Anlauftal, den alten Steinbruch in Böckstein, das alte Sägewerk usw. Später baute er die Geschäftskolonnade gegenüber dem Bahnhof, neben dem Thermalkurhaus. Einen Teil des Grundstücks für das neue Werkgelände in Nr. 56 bekam er durch ein Tauschgeschäft mit der Gemeinde Bad Gastein, berichtet Herbert Gruber. Wir haben bereits im Textabschnitt "Böcksteiner Steinbruch" darüber berichtet, wie Anton Mittermayr, ein Kaufmann in Böckstein und damaliger Manager für den aufstrebenden Tourismus in Böckstein, den Steinbruch störend fand. „Der Steinbruch, den Neumüller von Baumeister Hugo Dick gekauft hatte, war ihm zufolge laut und schmutzig und passte nicht zum Tourismus. Also fädelte er das Ganze so ein“, erzählte uns Gruber weiter, „dass die Gemeinde den Steinbruch übernahm. Im Gegenzug bekam Franz Neumüller etwas mehr Grundstücke hier, wo das neue Werksgelände mit Werkstätten und Maschinenhallen, Wirtschafsgebäuden usw. entstand. Die Firma Ing. Franz Neumüller war viele Jahre ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. 


Die Firma Neumüller gab es bis 1978, seine Werkstätte schloss er jedoch schon 1975. Mehr über Neumüller gibt es zu lesen bei Böcksteiner Bundesstraße 120 +122,  Steinbruch Böckstein und am Bahnhof Bad Gastein. [3]


Mehr über Herbert Gruber finden Sie auf Böckteiner Bundesstrasse 70+72 und beim Krankenhaus Bad Gastein Badbergstrasse 40. 


Schlosserei Nähr 

Das Werkgelände und die einzelnen Lokale/Garagen wurden ab Mitte der 1970er Jahre von anderen Firmen gemietet. Der gebürtige Böcksteiner Walter Nähr gründete 1974 – nach einer Lehre in der Schlosserei Werbnigg seine eigene Firma unter dem Namen Schlosserei Nähr. Später verlegte er seinen Betrieb nach Bad Hofgastein. Er hatte auch laut Inserate zu sehen, Eine Filiale in Badbruck. 

Von Anfang an lag der Schwerpunkt seiner Tätigkeit hauptsächlich auf dem Bau und der Montage von Zäunen.[4]


Schlosser Moser 

Als Nachmieter des Lokals, in dem Nähr zuvor tätig war, kam die Schlosserei von Josef Moser, erzählt Helga Lugger. Dies war ein Einmannbetrieb, der keine Lehrlinge oder Mitarbeiter beschäftigte, sondern selbst Straßenlaternen und andere Produkte für die Gemeinde Bad Hofgastein herstellte. Moser war etwa 15 Jahre lang in diesem Bereich tätig. [5]


Autohaus -Autowerkstatt Lugger 

Die Autowerkstatt Josef und Helga Lugger hatte auch ihren Standort hier von 1976 bis 2007. Eigene Textabschnitt mit Foto beachten!! [6]


Malerei Kodras 

Die Malerei Kodras hatte ebenfalls hier auf dem Gelände ihr Lager, erzählte mir Helga Lugger. [7]


In jüngerer Zeit wurden die Räumlichkeiten hauptsächlich als Lager genutzt.[8]


Fußnoten/Quellen:
[1] Persönliches Gespräch mit Herbert Gruber 13.April 2022und kurze Bestätigung 2023 von Christl Klaffenböck geb. Neunüller 

[2] Textausschnitt von Elisabeth Pohl, Interview mit H. Gruber von Feb. 2022

[3] Zentralblatt 1954 + Compass 1956 Industrie www.zedhia.at Gründungsjahr auf https://www.herold.at/gelbe-seiten/bad-gastein/lCdSB/neum%C3%BCller-franz-ing/ Zentralblatt 1978 Eintr Handelsregister www.zedhia.at

[4]Persönliches Gespräch mit Herbert Gruber 13.April 2022, dazu hat Rudi Holly dies auch am 8. Nov.2022 erzählt, Er war Lehrling bei Werbnigg, als Nähr dort begann. https://www.naehr.at/ueber-uns/ Information  aufgerufen 31. Mai 2022 on Frau Lugger. Telefonat und persönliches Gespräch Mai/ Juni 2022; zudem hat Alwin Wigele – der Neffe von Walter Nähr -die Daten bestätigt.

[5] Zentralblatt 1978 Firma gelöscht Eintr. Handelsregister www.zedhia.at und Gespräch mit Helga Lugger am 4. Mai 2022 

[6] Information von Helga Lugger. Telefonat und persönliches Gespräch Mai/ Juni 2022

[7] Persönliches Gespräch mit Helga Lugger am 4. Mai 2022

[8] Habe ich vor Ort selbst mitbekommen

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