Sonnblickstraße 8
Fiaker Gruber

Fiaker Gruber
Gruber Sebastian Gruber (*1901 †1970) gründete die Firma im Jahr 1921 mit einer Konzession zur Ausübung des Fiakergewerbes mit einem Einspännerwagen. Die Stallungen befanden sich in Remsach, und der Aufstellplatz war am Bahnhof in Bad Gastein. Im Jahr 1923 verlegte er seinen Betrieb nach Böckstein auf den sogenannten Zirbernhof in der Sonnblickstraße. Kurz zuvor hatte er Maria Sommerbichler aus Rauris geheiratet.
1931 wurde ihr Sohn Sebastian (*1931 †2019) geboren, der als "Wastl" bekannt war. Nach dem Besuch der Grundschule trat Wastl in den elterlichen Fiakerbetrieb ein. Während des Zweiten Weltkriegs musste sein Vater Sebastian in den Kriegsdienst ziehen. Wastl führte den Betrieb mit einem Mitarbeiter weiter, bis sein Vater nach dem Krieg zurückkehrte. Der Betrieb wurde nach dem Krieg erweitert, und die Konzession lautete nun auf Droschkenverkehr mit Ein- oder Zweispännern zur Beförderung von Personen auf dem Land.
Im Jahr 1953 übernahm Wastl den Betrieb von seinem Vater. Er heiratete Edith Sakouschegg (*1930 †1991) aus Schwarzach. Von ihren Kindern Kurt, Renate, Günter und Heinz übernahm Günter Gruber (*1962) die Geschäftsführung. Sein Bruder Heinz (*1965), der seine Ausbildung zum Automechaniker beim Autohaus Glawitsch absolvierte, ist ebenfalls eine wichtige Unterstützung im Betrieb, und beide fahren täglich (2024) mit ihren Pferden aus. Ein die beliebteste Strecke für die Gäste führte noch 2023 durch das Kötschachtal, vom Hoteldorf Grüner Baum zum Restaurant Prossau. Die Gäste fahren im Winter gerne mit dem Pferdeschlitten und im Sommer mit der Kutsche. Zusätzlich bietet Gruber im Sommer auch kürzere Strecken innerhalb des Ortes an.
Im Herold-Telefonbuch in den 1950er und 1960er Jahren waren das Anlauftal, Böckstein, Bad Gastein, Badbruck und das Kötschachtal jeweils separat aufgelistet. Folgende Fuhrwerksunternehmen /Fiaker standen in Böckstein auf der Liste - Fiaker: Gruber Sebastian sen. und jun., Hölzl Matthias: Autotransportunternehmen/Taxis: Stöckl Hubert und Gruber Johann. In Bad Gastein, gab es noch selbstverständlich mehr Taxiunternehmer. Mehr dazu im nächsten Buch, wo alle Taxiunternehmen rund um den Bahnhof Bad Gastein vorgestellt werden.[1]
Fußnoten:
[1] Text in der Zeitschrift „Kultur Passiert“ von Ilse Mösl und Siegi Moser, dazu persönliches Gespräch mit Günter im Mai 2021









