Böcksteiner Bundesstraße 45 A & 45 B
Die Volkschule, Bestattung – Dachdecker & Glaserei Dorfer, Studio M, Korbbinder Halle

Böcksteiner Bundesstraße 45 A & 45 B
Die Volkschule
Viele erinnern sich, dass hier die Volkschule war. Ich bekam dazu Einsicht in die Bauakten und konnte folgendes über dieses Haus lesen. 1909 wurde parallel zur alten Volkschule in Altböckstein auch hier im Haus unterrichtet.
Das ganze Gebäude gehörte Albert Auer, der hier auch ein „Speisehaus“ führte. Das Haus wird 1912 in der Bauakte als „Armenhaus“ tituliert. Albert Auer führte aus das Warenhaus Auer, so später Konsum hinkam. Mehr dazu auf der Textabschnitt Böcksteiner Bundesstrasse 57. [1]
Es gab lange Zeit keine Hauptschule in Böckstein oder Bad Gastein, sondern nur zwei Volksschulen: diese hier und eine bei der Nikolauskirche, an der jetzigen Adresse Bismarckstraße 15. Die Kinder aus Böckstein und Bad Gastein (Die Grenze war die Palfnerbach) mussten bis Ende der 1950er Jahre nach Bad Hofgastein fahren, um dort die Hauptschule zu besuchen. Auch eine Berufsschule gab es in Bad Hofgastein. Die neu gebaute Hauptschule Bad Gastein wurde 1958 in Betrieb genommen. Als im Jahr 1975 auch die Volksschule in das im Jahr 1968 errichtete Schulgebäude in der Hauptschulstraße umzog, war es mit der Volksschule hier in Böckstein vorbei. [2]
Ernst Labacher war hier einst Schüler und später Lehrer. Auch seine Eltern waren hier bereits als Lehrer tätig. Als Schüler besuchte er die Volksschule Böckstein zwischen 1953 und 1956. Die Familie Labacher zog ein paar Jahre später nach Niederalm/Anif. Nach der Schule besuchte Ernst die Lehrerbildungsanstalt in Salzburg. Im Jahr 1969 kehrte er als Lehrer in den Ort zurück, in dem er einst Schüler war. Im Jahr 1970 begann er in der neuen Hauptschule in der jetzigen Hauptschulstraße zu unterrichten. Dort war Herr Labacher nicht nur Lehrer, sondern auch Trainer der Schihauptschule. Von 1989 bis 2007 war er Schuldirektor der Haupt- und Schihauptschule Bad Gastein. [3]
In der Volksschule Böckstein unterrichteten auch Direktor Walter Gruber sowie Oberschulrätin Marianne Krawanja (*1935†2020). Sie war ab 1968 Volkschuldirektorin in Böckstein und ab 1979 in Bad Gastein. Im Jahr 1998 trat sie in den Ruhestand. Es wird auch berichtet, dass Sylvia Blyth, geborene Steinlechner, hier in Böckstein unterrichtete. [4]
Bestattung – Dachdecker & Glaserei Trauner
Wir bleiben bei der Geschichte des Hauses in der Böcksteiner Bundesstraße 45 A + 45 B und berichten über die Firma Bestattung, Schlosserei & Glaserei Dorfer. Im Jahr 1977 erwarb Regina Trauner-Dorfer (†2007) das Haus. Der Vater von Regina Trauner, Alois Trauner, gründete die Firma Ende der 1950er Jahre in der jetzige Wasserfallgasse. (Anm. Etwa unterhalb vom damalige Gasteinerhof ) Nach dem Tod von Alois wurde die Firma eine Weile als Witwenbetrieb geführt, bis der Lebensgefährte der Tochter Regina die Führung übernahm. Regina war mit Heinz Dorfer (*1950†2007) liiert. Sie wuchsen als Nachbarkinder in der Wasserfallgasse auf und heirateten.
Bestattung – Dachdecker & Glaserei Dorfer
Im Jahr 1968 übernahm Heinz Dorfer im Alter von nur 18 Jahren die Bestattungsfirma und Glaserei Trauner. Die Arbeits- und Lieferbedingungen in der Wasserfallgasse waren sehr eingeengt, und die Lieferungen und Abholungen mit Lastkraftwagen wurden schwieriger, sodass Heinz und Regina nach einem neuen Standort suchten und fanden. Hier in Böckstein zogen sie 1977 ein. Im Erdgeschoss richteten sie eine Schlosserei für Metalldächer und einen Betrieb für Blauglas, zum Beispiel für Flachglas und Bleiglasfenster, sowie eine Bestattungsanstalt, wie es damals genannt wurde, ein. Im Obergeschoss bauten sie sich eine Wohnung.
In den 1980er Jahren kam es zwischen Regina und Heinz Dorfer zur Scheidung. Zu dieser Zeit interessierte sich Heinz Dorfer für die Kunstglasschleiferei und nahm an Ausstellungen und Messen teil, bei denen er Angelika Ach aus Regensburg kennenlernte.
Kunstglas-Schleifkunst
Anke erzählt, wie sie 1984 nach Bad Gastein kam und mit ihm die Kunstglas-Schleifkunst entwickelte. Sie fertigte für Kunden Gläser, Vasen usw. und arbeitete in allen Bereichen der Firma mit. Der Betrieb wuchs in den 1980-1990er Jahren mit dem Hauptgeschäft und der Werkstatt in Böckstein stark an und war täglich für Kundenbetreuung, Lieferungen und Aufträge geöffnet. Zudem gab es ein Geschäft im Haus Lothringen und ein Geschäft in Bad Hofgastein, in dem Anke auch als Verkäuferin tätig war. Anke und Heinz bekamen zwei Kinder. Mitte der 1990er Jahre wurde die Firma kleiner. Heinz Dorfer konzentrierte sich nur noch auf das Bestattungsinstitut. Im Jahr 1997 verkaufte er das Haus Nr 45.
Heinz führte die Bestattungsfirma in Bad Bruck weiter und mietete drei Jahre lang das Lokal im Erdgeschoss vom neuen Besitzer Scherfler, als Lager für die Särge seines Bestattungsinstituts. [5]
Dir Firma Trauner und Dorfer werden auch auf der Wasserfallgasse erwähnt.
Kosmetik& Fußpflege Studio M
Das Gebäude Nr 45 wurde 1997 auf zwei Käufer aufgeteilt: Familie Haller erwarb den nördlichen Teil, während Berndt und Martina Scherfler, beide gebürtige Bad Gasteiner, den südlichen Teil des Hauses, Böcksteiner Bundesstraße 45 B, kauften. Zunächst nutzten sie das Haus ausschließlich als Wohnsitz. Martina renovierte das Lokal im Erdgeschoss und richtete dort im südlichen Teil im Jahr 1997 ihr Kosmetik- und Fußpflegestudio "M" ein. [6]
Korbbinder Haller
Im zweiten Teil des Hauses, Böcksteiner Bundesstraße 45, wohnt die Familie Haller. Gerald Haller (*1940 †2004) war lange Zeit Korbmacher. In dem alten „Haller-Haus“ auf der jetzigen Gasteiner Bundesstraße 15 wurden bis 1974 Körbe geflochten, gebunden und verkauft. Dieses Haus Nr 45 dient für Haller nur als Wohnhaus.
Als das Kongresshaus 1974 neu eröffnete, betrieb Gerhard Haller dort bis 1987 die Gasteiner Geschenkstube. Korbbinder Haller wird auch auf der Gasteiner Bundesstrasse 15 und im Kongresshaus Text erwähnt.[7]
Fußnoten/Quellen:
[1] Betreff Albert Auer - Einsicht in der Bauakte mit freundlicher Erlaubnis der jetzigen Besitzer, der Familie Scherfler.
[2] Erzählungen von einigen älteren Einheimischen, wie Dagmar Maschinda, Inge Hagenmüller, Christl Angerer im Jahr 2021. über die Schulen und Berufschule Kopierte Text über der Firtsfeier 4. okt 1957 vom Herr Labacher erhalten. Die Firstfeier wird traditionell gefeiert, wenn die Zimmerleute ihre Arbeit beendet haben, sie ist ein Dank an alle fleißigen Handwerker und wird vom Bauherrn ausgerichtet.
[3] Schriftverkehr mit Ernst Labacher Feb. 2021.
[4] Erzählungen von Einheimischen dazu https://www.sn.at/wiki/Marianne_Kravanja
[5] Telefonat mit Angelika „Anke“ Ach Feb. 2021, Persönliches Gespräch Martina Scherfler Feb 2021 und mit Hans Kofler (*1951) im Jahr 2022. Eintrag Zentralblatt 1987 Eintr. Handelsregister Österreich
[6] Persönliches Gespräch Martina Scherfler Feb 2021
[7] Erzählungen von Einheimischen und alte Inserate











