Stöcklstraße 3
Landhaus Herta ,Näherinnen, Vereins- und Lesehaus der Arbeiter & Gemüse und Weihhandel Frohnwieser,, Steuerbüro Gallent, Schuster Oberhuber, Ferienappartementhaus TauernStöckl

Landhaus Herta
Das ehemalige Landhaus Herta heißt heute Haus Tauernstöckl.
Das Haus wurde 1902 erbaut (Altes Foto hier )und gehörte schon in der Zwischenkriegszeit der Familie Robert Krisch (*1870†1931). Der Fleischermeister Robert Krisch kam 1911 von Zell am See nach Bad Gastein, wo er am Wasserfall/Straubingerplatz 5 ein Verkaufslokal für seine Fleischhauerei eröffnete. Er führte sie gemeinsam mit seiner Frau Margarethe (*1875, †1962). Sie hatten drei Kinder. Nach seinem Tod übernahm seine Frau zusammen mit ihrem Sohn Hans den Betrieb.
Das Haus hier in der Stöcklstraße wurde nach ihrer Tochter Herta (*1904, †1972) benannt. Herta heiratete Herrn Franz Windischbauer (*1907, †1987) vom Hotel Söntgen und wurde somit dort die Chefin. Früher gab es im Haus Schneiderinnen", erzählte Dagmar Maschinda, "eine Frau hat ihrer Mutter erzählt, wie sie monatelang Bettwäsche für das Hotel Söntgen im Haus Herta genäht hat".
Für jüngere Leser zur Information: Früher konnte man keine fertige Bettwäsche aus einer Fabrik kaufen. Vieles, was im Haushalt und in Hotels wie Tischdecken, Handtücher, Geschirrtücher, Vorhänge, Bettwäsche usw. benötigt wurde, musste von Hand genäht werden. Deshalb waren Stoff- und Kurzwarenhändler mit Nähzeug wichtig.
Herta Krisch verh. Windischbauer hatte zwei Brüder: Hans, der wie der Vater Fleischermeister war, und Walter (*1916 †1985). Walter wurde Arzt und praktizierte ab ca. 1950 neben dem Hotel Straubinger. Ab 1978 zog er in den Werner Berg-Weg 3 um. 1981 ging er in Pension. [1]
Mehr Info zum Dr. Krisch finden Sie auf der Adresse Werner Berg Weg 4.
Vereins- und Lesehaus der Arbeiter & Gemüse und Weihhandel Frohnwieser
Das Gebäude in der Stöcklstraße 3 steht unter Denkmalschutz und war einst das „Vereins- und Lesehaus der Arbeiter“ in Böckstein. . Im ehemaligen Landhaus Herta befand sich schon vor dem Weltkrieg im Erdgeschoss der Gemüse- und Weinhändler Frohnwiesner. Auch nach der Krieg war er hier aktiv. "Er war Sozialist und hielt oft sozialistische Versammlungen im Haus Herta ab, vor allem am 1. Mai", erzählt Robert Reindl. Dagmar Maschinda erzählt auch wie sie hier für Ihre Mutter einkaufen war. [2]
Schuster Oberhuber
Im Landhaus Herta waren nach dem Krieg Mietwohnungen, in denen unter anderem der Schuster Josef Oberhuber (*1906 †1993) mit seiner Familie wohnte. Er hatte auch eine kleine Werkstatt, einen „Schusterraum“ im Haus, wo er Schuhe reparierte. Sein Schuhgeschäft und seine Schuster-Annahmestelle befanden sich in der Böcksteiner Bundesstraße 114, im Haus Heuthaler. Nachdem er sein Schuhgeschäft in den 1970er Jahren schloss, war er in einer Schuhfabrik in Villach angestellt. Nebenbei reparierte er immer wieder Schuhe in seinem Schusterraum, auch noch nach seiner Pensionierung.[3]
Steuerbüro Gallent
1964 eröffnete Rudolfine Gallent ihr Steuerbüro in ihren Wohnräumen im Haus. Laut Herold-Adressbuch war sie „Helferin in Buchführung und Steuersachen“. 1971 zog Rudolfine mit ihrem Steuerbüro in die Bergherrnstraße 46.
Ferienapartment TauernStöckl
Alex Standteiner und seine Frau Stanzi entdeckten das verfallene, stark sanierungsbedürftige Haus im Jahr 2016. Nach einer umfassenden Sanierung heißt das ehemalige Landhaus Herta jetzt „Tauernstöckl“ und bietet Ferienwohnungen.[5]
Fußnoten/Quellen:
[1] Persönliche Erzählungen von Dagmar Maschinda (*1936†2024) wie sie als Kind hier eingekauft hat. Baujahr fand ich in einem Online-Zeitungsartikel von „Der Standard“ vom 22. Mai 2022. Persönliches Gespräch im April 2023 mit Petra Krisch über die Verwandtschaft der Familie Krisch und das Haus. Schriftverkehr mit Elfi Oberbichler nach Ihrem Gespräch mit Dr. Laurenz Krisch.in Sept 2023
[2] Robert Reindl erzählte mir über den Frohwiesner. und https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_denkmalgeschuetzten_Objekte_in_Bad_Gastein auf geruden 18. Okt 2022
[3] Persönliches Gespräch 2021 mit Sepp Oberhuber über seinem Vater
[4] Kurzese Telefonat mit Frau Gallent Frühling im Mai 2021
[5] https://www.derstandard.at/story/2000135779050/kann-man-sich-im-gasteinertal-heute-noch-ein-haus-leisten aufgerufen 30. Mai 2023. Artikel von 21. Mai 2022