top of page

Waldschmiede

Waldschmiede - Schmiede Anton Friess dann Schlosserei Oskar Werbnigg

Waldschmiede

Waldschmiede 

Das Gebäude "Waldschmiede" ist nicht mehr vorhanden und befand sich auf der rechten Seite des Weges, in der Nähe von Blümlweg 2. 


Anton Fries Schmiede, Rollfuhrunternehmen, Holzzerkleinung, Selcherei und Gerberei

Vor dem Zweiten Weltkrieg befanden sich in der Waldschmiede die Schmiede, Schlosserei und Gerberei von Anton Fries. Dagmar Maschinda (*1934†2023) erinnerte sich daran, wie sie als Kind auf dem Heimweg von der Schule immer fasziniert in die Schmiede schaute, da dort oft Feuer brannte und gehämmert wurde. Anton Fries räumte im Winter Schnee, und Dagmar erzählte, dass er dafür einen Gaul und einen Schlitten-Schneepflug hatte. Außerdem betrieb er ein Rollfuhrunternehmen und transportierte schwere Güter vom Bahnhof Böckstein zu Geschäften wie Mittermayr, Hartliebt, Odar usw. sowie zu den Hotels. Einige Waren holten die Geschäftsleute selbst mit Karren am Bahnhof ab, während schwere Lasten von Herrn Fries befördert wurden. "Die alte Frau Odar hat sogar alles am Kopf getragen", erzählte Herbert Gruber (*1931) und fügt hinzu: "Wenn wir über die Waldschmiede sprechen, erinnere ich mich, dass Frau Fries dort eine Selcherei betrieben hat, und wir Einheimische konnten unser Fleisch dort hinbringen und räuchern lassen. Obwohl es auch eine Selcherei beim Pansera Haus gab, gingen wir lieber zu Frau Fries, obwohl unser Stall etwas oberhalb des Passauer Hauses war.“ [1]


Laut Herold-Adressbuch 1957 bot Anton Fries auch Holzzerkleinerung an. Einige Einheimische erzählen, dass Fries dazu eine Gerberei hatte. Als Gerben wird die Verarbeitung von rohen Tierhäuten zu Leder bezeichnet. Diese Tätigkeit klingt logisch, obwohl kein Eintrag gefunden wurde, wenn Herr Friess mit Fleisch /Räucherei handelte. [2]


Schlosserei Glawitsch & Werbnigg

Als Nachfolger in den 1950er Jahren kam die Schlosserei Oskar Werbnigg. Der Besitzer vom Gebäude und Grund war laut Dieter Werbnigg in den 1950er Jahren Herr Wörther. Oskar Werbnigg (*1908†1989) und Franz Glawitsch Senior (*1920†2013) hatten hier 1956 zusammen eine Schlosserei gegründet. Mitte der 1960er Jahre beschloss Franz, eine Autowerkstatt zu eröffnen und Oskar machte an diesem Standort allein weiter. [3]


Schlosserei Werbnigg 

1958 begann Rudi Holly als Lehrling bei Werbnigg und erzählt: „Es war aus heutiger Sicht ein ganz gefährlicher „Schluft“ (Anm.Schluft bedeutet unter anderem „enger Raum“ Schluft ist auch ein veraltetes Wort für Schlucht) der Werkbank hingen Ketten, um alles hochziehen zu können. Alles war viel zu eng und es gab noch keine Schutzbestimmungen. Ein Wunder, dass kaum etwas passiert ist. Fred Pippenbach war Geselle und dann war natürlich der alte Werbigg und ich dort. Wir waren zu dritt, dann kam Walter Nähr in die Firma und später ist auch Hraschan Peter als Lehrling dazugekommen.“ Ehemlaige Vizebürgermeister Dietmar Huber  hat bei Werbnigg gelernt, sowie Max Dallabona, Michael Katschthaler und Walter Oberleitner. [4]


1966 hatte Werbnigg die Möglichkeit, an der Sonnblickstraße 2 eine neue Schlosserei zu bauen. Auch der spätere  Das Gebäude Waldschmiede wurde später abgerissen.


Fußnoten/Quellen:
[1] Gespräch im Feb. 2021 mit Andrea Condrads und Dagmar Maschinda am 11. März 2022 sowie mit Herbert Gruber am 13. April 2022,  Schriftliche Notiz von Andrea Condrads im Feb. 2021

[2] Eintrag Herolds Telefonbuch 1957

[3] Persönliches Gespräch im Sept. 2021 mit Dietrich Werbnigg. Telefonat im März 2021 mit Christa Glawitsch über ihren Schwiegervater sowie einmal ein persönliches Gespräch im Sept. 2021 mit Dieter Werbnigg.

[4] Video über einen Rundgang von Rudi Holly und Hans Kofler in Böckstein im November 2022.


bottom of page