Steinbruch
Böcksteiner Steinbruch

Der Böcksteiner Steinbruch
Nicht weit vom Berghaus auf dem Blümlweg 1 führt ein Wanderweg – der Böcksteiner Waldweg – nach Bad Gastein hinaus. Bevor Sie unter der Eisenbahn hindurchgehen, müssen Sie links in den Wald hinein. Dort befand sich einst der Böcksteiner Steinbruch. Ein Schild wies früher auf diesen alten, aufgelassenen Steinbruch hin. Rund um den ehemaligen Steinbruch ist die Natur mittlerweile so dicht verwachsen, dass es für Ortsunkundige schwer ist, ihn zu finden. Mir wurde erzählt, dass während des Eisenbahnbaus bis 1909 hier Steine für Tunnelportale, Brücken und andere Bauwerke abgebaut wurden. [1]
Hugo Dick
Der Steinbruch gehörte einst dem Baumeister Hugo Dick (1880–1958). Hugo Dick ließ in den 1920er Jahren in der Grillparzerstraße, zwischen Bahnhof und Salzburger Hof, die „Dick Kolonnade“ erbauen, wie mir der gebürtige Böcksteiner Herbert Gruber (* 1931) berichtete. Die Familie Dick wohnte in der Villa Orania. Seine Tochter Lydia Bruckner und seine Enkelin Edith Bruckner führten das Hotel Goethehof. [2]
Sand - und Schotterwerk
Franz Hochreiter betrieb laut Register Ende der 1950er Jahre ein Sand- und Schotterwerk in Böckstein. Ob es sich dabei um denselben Standort handelte, konnte mir niemand genau sagen.[3]
Franz Neumüller
Herbert erzählte mir jedoch, dass Ing. Franz Neumüller den Steinbruch in den 1960er Jahren übernahm. Er baute eine Geschäftskolonnade am Bahnhof. Gruber und einige Einheimische berichteten mir von einem "Grundstückstausch" zwischen Neumüller und der Gemeinde. Laut Herbert Gruber lief es folgendermaßen ab: „Als Anton Mittermaier Obmann des Böcksteiner Fremdenverkehrsamtes war, empfand er den Steinbruch in Böckstein als störend für den Fremdenverkehr. Ein Deal wurde ausgehandelt, bei dem Mittermaier ein Tauschgeschäft organisierte, sodass der Steinbruch von Neumüller an die Gemeinde Bad Gastein überging.“ Damit konnte der Steinbruch stillgelegt werden. Laut Herbert Gruber und anderen Einheimischen erhielt Franz Neumüller als Entschädigung ein Grundstück an der heutigen Böcksteiner Bundesstraße 70–76. Herbert ergänzt: „Dieser Grundstückstausch wurde jedoch mit einer Auflage verknüpft: Franz Neumüller sollte dort seinen Angestellten ermöglichen, ihre eigenen Wohnhäuser zu bauen.“ Herbert war damals bei Neumüller angestellt und baute genau dort sein Haus.[4]
Fußnoten/Quellen:
[1] Persönliche beobachtung vor Ort schon 1990er Jahren sowie Erzählungen vor Ort
[2] Persönliche Erzählung von Herbert Gruber (*1931) am 13. April 2022,
[3] Betreff Hochreiter - Eintrag im Herold-Adressbuch 1957
[4] Persönliche Erzählung von Herbert Gruber (*1931) am 13. April 2022, Bewohner aus dem Berghaus haben mir auch vom Steinbruch und diese Grundstücktausch erzählt. Kurzes Gespräch mit Christl Klaffenböck Hersbt 2023