Böcksteiner Bundesstraße 114 / Stöcklstraße 2
Haus Heuthaler, Wäscherei Auer, Schuster Oberhuber, Frisör Faltis

Böcksteiner Bundesstraße 114 / Stöcklstraße 2
Haus Heuthaler
Zuerst hieß das Haus Villa Bader, ab den 1960er Jahren dann Haus Heuthaler. Laut Register führte Anna Heuthaler in den 1960er Jahren eine Pension mit Fremdenzimmervermietung. [1]
Wäscherei Auer
Im Gebäude befand sich schon seit der Vorkriegszeit und bis Mitte der 1960er Jahre die Wäscherei der Kärntnerin Maria Auer. Sie holten Wasser aus dem Anlauftal Bach neben dem Haus erzählte mir Dagmar Maschinda. Sie kannte die Wäscherei aus ihre Kindheit. Auer famd ich auch im Herolds Telefonbuch.[2]
Schuster Oberhuber
Ende der 1960er Jahre eröffnete der Schuster Sepp Oberhuber (*1906†1993) ein Schuh- und Schustergeschäft in dem Lokal im erdgeschoss. Nachdem er sein Geschäft Anfang der 1970er Jahre schloss, war er in einer Schuhfabrik in Villach angestellt. Dennoch reparierte er nebenbei und auch nach seiner Pensionierung weiterhin Schuhe, und zwar in einem kleinen Schusterraum im Wohnhaus Landhaus Herta, auf der Stöcklstrasse 3, wo er wohnte.
Es wurde mir von einem Schuhgeschäft namens "Schuhe Gugganig" erzählt und dass es hier hätte sein sollen und ich ging auf der Suche. Ich fand heraus dass Frau Albine Gugganig tatsächlich für kurze Zeit unter dem Namen „Schuhhaus Gugganig“ fabrikneue Schuhe verlaufte. Das dürfte in den 1960er/1970er Jahren gewesen sein, als immer mehr Schuhe aus den Fabriken kamen. Mir wurde jedoch mitgeteilt, dass ihr Mann Benedikt Gugganig seine Schusterwerkstatt im Hotel Post hatte und sie die Schuhe höchstwahrscheinlich dort im Hotel Post verkaufte, nicht im Haus Heuthaler. Da der Schuster Oberhuber hier war und Gugganig im Hotel Post arbeitete, gehe ich davon aus, dass bei den Erinnerungen einiges durcheinandergekommen ist. Sepp Oberhuber, der Sohn von Schuster Oberhuber, hat mir erzählt, dass nach seinem Vater kein weiteres Schuhgeschäft im Haus war. [3]
Frisör Faltis
Das Geschäftslokal stand nur kurze Zeit leer, bis 1975 Frieda Faltis (1931 †2019) ihren neuen Friseursalon eröffnete. Sie blieb dort etwa fünf Jahre. Bei ihr war zum Beispiel Silvia Rathgeb angestellt.
Frieda Faltis stammte – wie auch ihr Mann – aus Südtirol. Sie begann ihre Karriere als Friseurin im Salon Lechner am Bahnhof. Als Herr Hadler, der Halbbruder ihres Mannes, ein Wohn- und Geschäftshaus in der Schareckstraße 26 baute, eröffnete sie dort in den 1960er Jahren ihren eigenen Friseursalon. Nach dem Tod des Friseurmeisters Franz Schmollmüller im Jahr 1970 pachtete Frieda Faltis dessen Salon auf der Böcksteiner Bundesstraße 55 für fünf Jahre. Schmollmüllers Salon befand sich auf der gegenüberliegenden Seite der Straße.
1975 erkannte Frieda Faltis das Potenzial auf dieser Straßenseite und eröffnete im Haus Heuthaler für fünf Jahre ihren Salon.[4]
Wohnhaus
Laut Informationen der Anrainer wurde das Haus seitdem hauptsächlich als Wohnhaus genutzt und kein Geschäft mehr betrieben.
Fußnoten/Quellen:
[1] Persönliche Erzählung von Herbert Gruber (*1931) am 13. April 2022, und Dagmar Machinda (*1935 †2024)
[2] Herbert Gruber (*1931) und Dagmar Maschinda (*1935) haben über das Haus und die Wäscherei erzählt dazu gab es ein Eintrag im Herold-Adressbuch von 1965. Dagmar hat erzählte, dass Auer Kärntnerin war.
Persönliches Gespräch mit Gertraud Schwab (Tochter) im März 2021
[3] Schriftverkehr im Feb. 2021 mit dem Sohn Sepp Oberhuber Junior. (*1967)
[4] Erzählungen von Bärbl Rathgeb, Elfi Oberbichler und vorallem ein persönliche Gespräche im Mai 2021 mit Gertraud Schwab, der Tochter von Friseur Schmollmüller.

