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Wölflweg 4, 6, 8

Wölfl Gut. Familie Windischbauer und Getränke Depot Gainschnigg, Egger und Dimminger

Wölflweg 4, 6, 8

Mehrere Häuser entland der Wölflweg


Die ehemalige Bauenhof Wölflgut 

Das alte Bauernhof Wölflgut mit Nebengebäuden dürfte bis zum 15. Jahrhundert zurückgehen, dafür habe ich jedoch keine Beweise, nur Erzählungen. Hier waren die Wirtschaftsgebäude des Hotels Söntgen. Die Familie Windischbauer waren keine Dienstleister im  Sinne, wie wir es hier berichten, jedoch waren sie wichtige Hoteliers. 


Familie Windischbauer

Die beiden großen Hoteliersfamilien Straubinger und Windischbauer in Bad Gastein wäre eigene Bücher wert. Ich möchte jedoch nur kurz erwähnen, was ich über diese Häuser hier vor Ort herausgefunden habe. 


Alois Windischbauer (*1872 †1911) war mit Klara Fuchs (*1877 †1932) aus Wels verheiratet und bekam zwei Söhne, Alois Windischbauer (*1902 †1983) und Franz Windischbauer (*1907 †1986). 

Leider verstarb Alois früh und hinterließ Klara mit den Söhnen Alois und Franz. Ihr zweiter Mann und Stiefvater für Alois und Franz war Carl Söntgen (*1880 †1932) aus dem Rheinland. 


Der Sohn Franz übernahm später das Hotel Söntgen und die Villa Klara und heiratete Hertha Krisch (*1904 †1972); seine zweite Ehefrau hieß Erika. 

Sein Bruder Alois Windischbauer (*1902 †1983) wurde Arzt, Dr. med., und seine Ordination befand sich in der Villa Rheinland (Anm. heute als Silver Bullet bekannt), neben dem Hotel Söntgen. Mehr dazu über die Ordination, auf die Adresse Mayerbeerweg 1. Das Hotel Söntgen und Villa Klara befand sich auf dem Meyerbeerweg (etwa gegenüber dem jetzigen Lokal Silver Bullet). Das Hotelgebäude ist nicht mehr vorhanden.


Zum Grundstück hier auf dem Wölflweg: 

Hier befanden sich, laut Erzählungen, die ehemalige Hotelgarage, die Hoteltischlerei, das Schlachthaus sowie der Gemüsegarten und der Hühner- und Schweinestall für das Hotel. 

Franz und Herta bekamen den Sohn Jörg Windischbauer (*1933 †2020), und er war der letzte Hoteldirektor bis 1987, als das Hotel Söntgen schloss. Er führte auch die Diskothek Mühlhäusel bis Anfang die 1990er Jahren im Hotel Söntgen und eine Bar im Haus Sponfeldner am Wasserfall. Mehr dazu beim Textabschnitt -  Haus Sponfeldner. [1]


Getränke Depot Schwarzacher Brauerei 

"Das Haus mit der Rampe"  - das mittlere Haus  war ab den 1960er Jahren ein Getränke-Depot der Schwarzacher Brauerei. Die Brauerei in Schwarzach wurde 1843 von Fürst Friedrich Schwarzenberg, dem späteren Erzbischof von Prag gegründet. Die Brauerei lag damals im Schloss Schernberg westlich von Schwarzach. Im Jahre 1937 übernahm die aus Südtirol stammende Brauerfamilie Seeber die Brauerei. Mitte der 1990er Jahre braute die Familie Seeber bereits in der elften Generation. 2008 schloss die damalige Brauerei in Schwarzach. [2]


Herr Gainschnigg, Herr Egger und Herr Dimminger 

Hier in Bad Gastein gab es ein Depot für das Schwarzacher Brauerei, und bis 1965 war Jakob Gainschnigg Pächter und zuständig. Es wurde mir erzählt, dass Gainschnigg einen Hanomag-Lastwagen hatte. 


Als Gainschnigg Mitte der 1960er Jahre in Pension ging, übernahm Simon Egger (*1938 †2002). Egger wuchs in Bad Hofgastein am Bauernhof Schweizerhof Vorderschneeberg 8 auf. Als gelernter Bademeister war er im Schillerhof und im Hotel Bellevue tätig. Er musste auch andere Positionen im Hotel übernehmen, wie z. B. als Chauffeur zu arbeiten, bevor er beschloss, die Leitung des Schwarzacher Brauerei-Depots in Bad Gastein zu übernehmen. 

Simon heiratete Theresia Lainer (*1938). Sie war in Rauris geboren, kam jedoch schon als Kleinkind nach Böckstein. Sie und Simon bekamen zwei Söhne: Thomas (*1963), Küchenmeister, und Christian (*1968), Konditor. 

Seinem Sohn Thomas erzählte mir folgendes: „Ab 1965 bis 1972 war mein Vater Betriebsleiter der Schwarzacher Brauerei, während meine Mutter Theresia den Telefondienst und die Buchhaltung machte. Das Bier wurde per LKW-Zug von Schwarzach in das Depot beim Wölflgut angeliefert. Mein Vater hatte zur damaligen Zeit ca. 500 Kunden im Gasteiner Tal, von Nassfeld bis Klammstein. Geliefert wurde mit einem kleinen LKW zu den Kunden – sowohl Hotels, Gasthöfe, Privathäuser als auch Depotabverkauf. Es gab zu dieser Zeit noch keine großen Supermärkte wie heute. Nach der Brauerei waren meine Eltern von 1972 bis 1994 Pächter im Café des Gasteiner Heilstollens und Betreiber der eigenen Frühstückspension am Birkenring 28 Haus Egger. [3]


Das Depot hier am Wölflgut hat 1972/73 Georg ‚Schuli‘ Diminger (†2012) für ein paar Jahre übernommen.“[4]


Fußnoten/Quellen:

[1] Gespräche mit Inge Schneeberger (*1935†2022), 40 Jahre Mitarbeiterin im Hotel Söntgen. Gespräche mit Dagmar Maschinda (*1934†2023) Aufzeichnungen Betreff die Familienbaum erhalten von Nono Kaltenbrunner sowie Daten von Grabsteinen.

[2] Eintrag Compass 1966 Industrie www.zedhia.at, https://www.bräustüberl-schwarzach.at/geschichte, 

[3] Schriftverkehr mit Thomas Egger (Sohn)  Mai 2024 und Kommentare von Einheimischen

[4] Erzählungen von Einheimischen. 


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