Der Ederstall
Der Ederstall

Der Ederstall
Das Ederlehen mit dem Ederstall und der Eder-Villa sind nicht mehr vorhanden.
In der Schareckstraße 14, wo sich heute das Hotel Simader befindet, war großteils der Ederstall und Richtung Schareckstraße 5/Patschghof lag das Bauernhaus, die Eder-Villa. Sowohl die Villa als auch der Stall wurden um das Jahr 1900 von Georg Pfeffer gebaut. Er hat später an die Familie Michael Eder verkauft, erzählt Christa Glawitsch, Enkeltochter von Georg Pfeffer. Der Ederstall war ein vielseitig genutzte Wirtschaftsgebäude, in dem verschiedenen Firmen ihren Standort hatten und wo auch Familien wohnten. [1]
Franzmair
Zum Beispiel kam Baumeister Franz Xaver Franzmaier im August 1925 nach Bad Gastein. Im Jahr 1926 gelang es ihm, den gleichaltrigen Bautechniker Alois Spiluttini und den Salzburger Hans Huber für sich und seine Firma zu gewinnen. Dr. Laurenz Krisch schreibt in seinem Büchlein über Baumeister Franzmaier, dass sein erstes Baubüro sich im Ederansitz, auch Ederstall genannt, befand. [2]
Lackner
Sepp Lackner nutzte einen Teil des Gebäudes als Garage für seine Autos und Busse. Ab 1957 hatte Franz Glawitsch dort seine Autowerkstatt. Franz hatte gelenrt beim Schlosser Mortsch in Böckstein und mit Oskar Werbnigg hatte er eine Schlosserei in Böckstein gegründet bevor er beschloss eine Autowerkstatt zu betrteiben. (Mehr dazu beim Text Waldschmiede in Böckstein und zur Geschichte Familie Glawistch finden Sie unter Böcksteiner Bundesstraße 30). [3]
Bauer Zlöbl
Es gab auch einen Stall für die Kühe von Bauer Zlöbl aus Böckstein. Der Sohn Schurli Zlöbl kam jeden Tag von Böckstein, um die Kühe zu melken. Das Zlöbl Hof war in Böckstein (Mehr dazu auf Heilstollenstraße 13) [4]
Speisehaus Oberbichler
Dazu gab es ein Speisehaus, in dem Anna Oberbichler gekocht und bewirtet hat. Anna dürfte die Schwägerin/Schwester vom Metzger Michael Oberbichler (*1894 †1950) auf der gegenüberliegenden Seite gewesen sein. Das Metzgereilokal Oberbichler befand sich in dem Haus, heutige Schareckstraße 15. Der ehemalige Nachbar Hermann Altenhuber (*1928) erzählt, dass der Eder-Stall während des Kriegs kein Speisehaus hatte. Dies wurde ihm zufolge erst später hinzugefügt. Während und nach dem Krieg gab es in Bad Gastein an vielen Orten Speisehäuser, da nicht alle Unterkünfte über Kochmöglichkeiten und fließendes Wasser verfügten. Aus diesem Grund mussten viele Menschen auswärts essen. [4]
Mietwohnungen
Im sogenannten Ederstall, im Obergeschoss, das früher als Tenne genutzt wurde, gab es Mietwohnungen. Zum Beispiel wohnten dort die Familien Ösen und Familie Bacher. Inge Schneeberger (*1935 †2022) erzählt: „In den 1950er Jahren habe ich mit meinen ersten beiden Kindern bei meiner Schwiegermutter Anna Bacher, geb. Schneeberger, gewohnt. Mein Mann Walter hatte seine Mutter Anna als Ledige bekommen und deshalb hieß mein Mann Schneeberger und nicht Bacher“. Die Familie Bacher bewohnte zwei Zimmer und eine Küche. „Wir haben zu acht in einem Zimmer geschlafen“, erzählt Inge weiter, „mein Mann und ich mit unseren ersten zwei Kindern, dazu meine Schwager und Schwägerinnen. Die Schwiegermutter und ihr Lebensgefährte Johann Wolf mit ihrer gemeinsamen erwachsenen Tochter haben im zweiten Schlafzimmer geschlafen. Wir waren damals schon arm.“ [4]
Baumeister Angerer und Herr Simader und das Feuer 1963
Herr Altenhuber erzählt, dass Baumeister Angerer das Gebäude des Eder-Stalls nach dem Krieg gekauft hatte, mit der Absicht, dort ein Kino einzurichten. Schnell stellte Baumeister Angerer jedoch fest, dass dies nicht möglich war, da das Gebäude bereits voll vermietet war. Hermann Altenhuber berichtet weiter, dass Hans Angerer kurz überlegte und dann beschloss, das Gebäude sofort weiterzuverkaufen. Baumeister Angerer nahm Kontakt mit dem Herrn Simader, der Pächter des Gasthofs Post in Lend. Es kam zu einem Besitzerwechsel. Feuer Im Januar 1963 ereignete sich jedoch ein verheerender Brand, der das gesamte Gebäude zerstörte. Mehrere Geschichten ranken sich um dieses Ereignis, warum es zu Feuer kam; diese können wir aus rechtlichen Gründen hier nicht wiedergeben. Christa Glawitsch erinnert sich an das große Feuer von 18. Jänner 1963 im Eder-Stall. Sie arbeitete als Assis-tentin bei der Zahnärztin Dr. Ada Meran im Haus Tauriska. Christa erzählt, wie sie am Fenster stand und plötzlich sah, wie ein Feuer im Eder-Stall ausbrach. Zu dieser Zeit war sie bereits mit Franz Glawitsch befreundet und rief sofort in seiner Werkstatt im Eder-Stall an. Sie informierte auch die Feuerwehr, um Alarm zu schlagen. Elfi Oberbichler, damals Schülerin, die gegenüber dem Eder-Stall wohnte, erzählt: „Ich kann mich erinnern, wie es lichterloh gebrannt hat. Nach dem Brand war das Gebäude nicht mehr bewohnbar.“ Inge Schneeberger (*1935†2022), Schwiegertochter von Anna Bacher geb. Schneeberger und damals im Haus wohnhaft, erzählte wie folgt: „Auf einmal musste meine Schwiegermutter mit ihrem Mann sowie meinen Schwagern und Schwägerinnen bei uns in der Hauptschulstraße Unterschlupf finden, da sie obdachlos waren."
Herr Simader ließ die Ruine abreißen und daraufhin das Hotel Simader errichten. Das Hotel Simader wurde später in der zweiten Generation von seinem ältesten Sohn Sepp Simader und seiner Frau Gertrude geführt. Sepp Simader betrieb nicht nur das Hotel, sondern auch ein Restaurant an der heutigen Böcksteiner Bundesstraße 1, wo sich das ehemalige Café Wien befand. [5]
Die aktuellen Hotelbesitzer des Hotels Simader stammen aus Lettland und führen das Haus seit gut zwanzig Jahren.[6]
Fusnoten/Quellen
[1] Persönlisches Gespräch mit Christa Glawitch
[2] Text über Franzmaier bei Dr Laurenz Krisch gefunden sowie online.
[3] Erzählungen von Einheimischen, Von Christa Glawistch sowie im Text über Lackner im Kultur Passiert über der Firma Lackner
[4] Persönliches Gespräch mit Altenhuber in Feb 2023, Gespräch mit Oberbichler Elfi und Persönliche Erzählung von Inge Schneeberger und anderen Einheimischen über die Eder Stall, Speisehaus Dazu über Zlöbl usw.
[5] Viel wurde erzählt von Altebhuberm Oberbichler, Schneeberger, Mittehofer, Katzelberger usw.
[6] Persönliche Beobachtung und Kontakt