Böcksteiner Bundesstraße 25
Wäscherei Schneeberger, Firma Neumüller und Fliesen Bader

Wäscherei Schneeberger
Errichtet wurde der ältere, hinter dem heutigen Haupthaus, eher versteckt liegende Gebäudeteil im Jahr 1905. Die Tauernbahn war damals in Bau und die vielen Arbeiter mussten untergebracht werden – unter anderem in diesem Gebäude. Als die Bahn fertiggestellt wurde und die Unterkunft nicht mehr gebraucht wurde, zog die Wäscherei Schneeberger ein. Hermann Schneeberger Senior (*1875†1949) und seine Frau Maria, geb. Hirschmann (*1878†1948), hatten zwei Kinder, Hermann (*1903†1949) und Anna (*1911†1983). Sie lebten im „Schlossgraben" hinter Straubingerplatz. Es gab damals einige Wohnhäuser hinter dem damaligen Hotel Badeschloss am Straubingerplatz, wo sich heute der Hotelturm des Hotel Badeschloss befindet.
Hermann Schneeberger Junior (*1903†1949) heiratete Maria, geb. Budin (*1901†1981), die aus St. Gilgen im Salzkammergut stammte. Maria kam wie viele andere nach Bad Gastein, um hier zu arbeiten.
Die Wäschereien befanden sich oft in der Nähe von Quellen oder Bächen. Die Wäscherei Schneeberger wusch mit Wasser aus einer Quelle oberhalb der Eisenbahn. Maria arbeitete als Wäscherin bei Schneeberger und heiratete später den Sohn Hermann jun., der als Telegrafenbeamter tätig war. Das Paar bekam zwei Kinder, Herwig (*1941) und Maritta (*1943). Leider erlitt die junge Frau schon bald einen schweren Verlust, als Hermann 1949 bei einem Arbeitsunfall von einem Telefonmast fiel und einige Tage später an den Folgen des Unfalls verstarb. Die junge Witwe stand vor der Aufgabe, die Wäscherei und ihre beiden Kinder allein zu versorgen. Sie musste die Wäscherei auf der Böcksteiner Bundesstraße 25 aufgeben. Dennoch wagte Maria 1951 einen Neuanfang und eröffnete eine neue Wäscherei in der Palfnerstraße. Mehr über diese Geschichte erfahren Sie im nächsten auf Textabschnitt Palfnerstrasse 1 - 5. [1]
Firma Neumüller
1951 übernahm Ingenieur Franz Neumüller das Gebäude und wandelte die ehemalige Wäscherei in eine Maschinenschlosserei um. Unter seiner Leitung wurde die Lagerhalle erweitert, ebenso wie das heutige Haupthaus, um Wohnungen für seine Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Die Geschichte der Firma Neumüller finden Sie auf Böcksteiner Bundesstraße 56 .
Das Privatwohnhaus von Franz und Antonia Neumüller befand sich auf der gegenüberliegenden Seite, auf der Böcksteiner Bundesstraße 36. [2]
Gasteiner Elektrizitätswerks
Nachdem Neumüller das Firmengebäude aufgegeben hatte, ging es in den Besitz des Gasteiner Elektrizitätswerks über, das später zur SAFE wurde. Die ehemalige Fabrik wurde in eine Lagerhalle umgewandelt, und die Wohnungen wurden von Mitarbeitern bezogen. [3]
Firma Bader
Ende der 1970er Jahre, als Friedl Bader auf der Suche nach einem geeigneten Firmengelände war, stand der Gebäudekomplex erneut zum Verkauf. 1979 übernahm Friedl Bader das Gebäude, führte umfangreiche Sanierungs- und Umbaumaßnahmen durch und verlieh dem Gebäude eine neue, sinnvolle Nutzung. Heute beherbergt die Böcksteiner Bundesstraße 25 neben einem großen Schauraum und dem Firmengelände der Christof Bader KG auch fünf Wohnungen.
Silvia Schmid beschreibt die Firmengeschichte von Fliesen Bader wie folgt:
„Mit „Null Kapital“ wagte Firmengründer Friedl Bader (*1944) 1970 den Start in die Selbständigkeit. Im Landhaus Glet-schermühle richtete er einen kleinen Schauraum ein, montierte die Rückbank seines VW-Käfers aus und mietet eine kleine Garage als Lager in Böckstein. Der Gasteiner ahnte damals wohl noch nicht, dass er damit den Grundstein für einen florierenden und stets auf Nachhaltigkeit bedachten Hafner- und Fliesenfachbetriebe legte – für sich und auch für die nächste Generation. Fest standen für ihn von Anfang an die Leitlinien seines Unternehmens: Einwandfreie Qualität aus Meisterhand, individuell angepasste Lösungen, zuvorkommender Service sowie freundliche, hilfsbereite Mitarbeiter. Grundsätze, die vom Chef bis zum Lehrling vom gesamten Betrieb tagtäglich gelebt wurden und werden und mit den Jahren eine breite Basis des Vertrauens geschaffen haben: für die Kunden ebenso wie für seine Mitarbeiter. Schon bald entsprachen VW-Käfer und Garage nicht mehr den Anforderungen des Unternehmens. Friedl Bader bewies erneut unternehmerischen Mut und zog 1979 in ein Werksgebäu-de in der Böcksteiner Bundesstraße, am südlichen Ortsrand von Bad Gastein. Neben Lagerhalle und Werkstatt war nun im längst erweiterten Gebäude der ehemaligen „Wäscherei Schneeberger“ auch ausreichend Platz für einen großzügigen Schauraum. Von der Begeisterung des Vaters ließ sich Sohn Christof anstecken. Nach Abschluss der Skihandelsschule in Schladming lernte er in einem Hafnerbetrieb in Golling dieses faszinierende, alte Handwerk. 1995, mit 25 Jahren, legte er die Meisterprüfung als Hafner- und Fliesenlegermeister ab. Christof Bader kehrte 1996 in den Familienbetrieb zurück und bekam von seinem Vater bereits große Verantwortungsbereiche zugeteilt. Den Hafnerbereich baute er neu auf und schnell sprach es sich herum, dass bei der Firma Bader in Gastein auch feinfühlig entworfene, individuell gestaltete Kachelöfen angefertigt werden. Seit 2004 trägt Christof Bader nun be-reits die gesamte Verantwortung für den Hafner- und Fliesenfachbetrieb, der heute sechs Mitarbeiter beschäftigt und bereits über 20 Lehrling ausbildet hat. Seit 2013 ist Christof Bader in ein spannendes Hilfsprojekt von Bhutan-Network zur Förderung des Handwerks in Bhutan eingebunden. Bisherige Höhepunkte waren zwei Reisen nach Bhutan, um dort im Rahmen von Workshops mit Studenten und Studentinnen Brotbacköfen zu bauen. Auf ganz neues Terrain wagte sich Christof Bader 2018 mit der Erstellung einer Gemeinwohlbilanz (GWÖ): Termingerecht zum 50jährigen Jubiläum 2020 erhielt die Christof Bader KG das Zertifikat und richtet sich mehr denn je danach aus. „Für uns ist es Freude und Verpflichtung, mit Keramik zu arbeiten – einem traditionellen, aus natürlichen Rohstoffen ent-standenen Material“, betont Christof Bader. „Uns ist wichtig, immer eine wohltuende, gesunde Raum-atmosphäre zu schaffen und nachhaltig zu arbeiten. Unsere Firmenphilosophie wird auch weiterhin nicht auf Preiskampf, sondern auf Nachhaltigkeit und faire Kooperation ausgerichtet sein.“ Das bringt auch das Motto der Christof Bader KG zum Ausdruck: Natürlich. Leben! Natürlich. Keramik!“.[4]
Fußnoten/Quellen:
[1] Persönliches Gespräch mit Maritta Wimmer/Tochter von Hermann und Maria Schneeberger und eigenes Wissen über die Familie Schneeberger.
[2] Herbert Gruber hat erzöhlt wie er hier Neumüler half beim Einziehen. Silvia Schmid hat die Daten bestätigt
[3] Schriftverkehr über das Gebäude mit Silvia Schmid/Fliesen Bader über wer hier als Vorgänger war usw,
[4] Schriftverkehr im Mai 2022. Der Text stammt von Silvia Schmied /Fliesen Bader Betreff Info zum Haus.





