Böcksteiner Bundesstraße 24
Bärenheim, Österreichische Gewerkschaftsbund ÖGB und SGKK, Tapezierer Pfingstmann und Personalhaus für Bärenhof

Böcksteiner Bundesstraße 24
Bärenheim
Den Namen Bärenheim bekam das Haus erst in den 1980er Jahren, als die damalige Besitzerin des Hotels Bärenhof, Frau Wink, das Haus kaufte, um hier Personalwohnungen einzurichten. Bärenheim ist noch immer (2024) ein Personalhaus für das Hotel Bärenhof.
Österreichischer Gewerkschaftsbund (ÖGB)
Das Haus war ursprünglich ein Heim des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), einer 1945 gegründeten, überparteilichen Interessenvertretung für Arbeitnehmer. Das Büro der Gewerkschaft befand sich in diesem Haus. Manfred Lengauer, ein ehemaliger SPÖ-Gemeindevertreter, fungierte als Bezirkssekretär. Im Erdgeschoss gab es ein Veranstaltungslokal, und im Untergeschoss befand sich unter anderem ein Raum für die Gewerkschaftsjugend. Erst später wurde das Haus um Nächtigungszimmer erweitert und an Gewerkschaftsmitglieder vermietet.[1]
Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK)
In den 1970er Jahren hatte die Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) ihre Büros und Empfangsräumlichkeiten hier im Haus. Dietmar Huber und Herr Moosleitner waren dort angestellt. Zuvor, in den 1950er- und 1960er-Jahren, befand sich die SGKK im Haus Recktenwald, das heute die Adresse K.H. Waggerl-Straße 24 trägt. In den 1980er Jahren zog die SGKK dann in das Thermalkurhaus am Bahnhofsplatz um, wo sie im Erdgeschoss ein Büro hatte. [2]
Hier ist ein Pdf über die Geschichte der Gebietskrankekasse zu finden
Die gesetzliche Sozialversicherung, wie wir sie heute kennen, hat ihre Wurzeln am Ende der 1880er Jahre in der aufstrebenden Industriegesellschaft und der sich politisch organisierenden Arbeiterschaft. Österreich war neben dem Deutschen Reich einer der Pioniere auf dem Gebiet der gesetzlichen Sozialversicherung. Das Fundament, das damals entstand, mit der Pflichtversicherung, der Selbstverwaltung durch Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter und der Gliederung in Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung ist bis heute prägend. Aber auch dieses Fundament fußt auf Vorformen sozialer Absicherung, die zum Teil Jahrhunderte zurückreichen.
Die Pensionsversicherung kannte ursprünglich kein Pensionsantrittsalter, sondern nur 480 Beitrittsmonate als Voraussetzung für die Versicherung. Im Jahr 1914 wurde dann ein Pensionsalter festgelegt, ein unterschiedliches, 70 Jahre für Männer, 65 Jahre für Frauen. Das unterschiedliche Pensionsantrittsalter hatte versicherungsmathematische Gründe. Witwen bekamen nach dem Tod eines Versicherten eine Witwenrente, Witwer damals allerdings nicht. Dieses Ungleichgewicht sollte mit dem früheren Pensionsantrittsalter für Frauen ausgeglichen werden. Das Thema beschäftigt die Sozialversicherung bis heute. [3]
Tapezierer Pfingstmann
Auch die Firma Pfingstmann nutzte das Haus Bärenheim als Standort, und zwar in den Jahren 1986 und 1987.
Gernot Pfingstmann erzählt: "Das Ganze diente damals als Übergangslösung, bevor wir zu unserem jetzigen Standort in Bad Bruck gezogen sind. Im Bärenheim befand sich die Werkstatt, und gleichzeitig hatten wir ein Verkaufslokal am Bahnhofsplatz 9. Zuvor war der Verkaufsraum am Mozartplatz 8."
Die Firmengeschichte der Möbel-Tapezierer-Werkstatt Pfingstmann ist eine Geschichte mit vielen Stationen: Bad Bruck, Mozartplatz 8, Bahnhofsplatz usw. Weitere Texte und Fotos zur Geschichte der Pfingstmann-Werkstatt finden Sie am Hauptstandort Badbruckerweg 6.[4]
Heute dient das Haus hauptsächlich als Personalhaus für das Hotel Bärenhof auf der Pyrkeshöhenstraße 11.
Fußnoten/Quellen:
[1] Erzählungen von Einheimischen, Andreas Kandler von SPÖ hat mir auch kurz über das Haus aufgeklärt. Persönliches Gespräch mit Christa Glawitsch in Aug 2021. Sie war Nachbarin vom Bärenheim. Persönliche Beobachtung und Kontakt mit Bewohnern.
[2] Mehrere Einheimische wie z.B. Inge Schneeberger, Dagmar Maschinda, Annie Arnsteiner; Brigitte Wheeler bestätigen, dass die SGKK dort war.
[3] https://www.sozialversicherung.at/cdscontent/load?contentid=10008.713096&version=1556618668
[4] Persönliche Gespräche mit Gernot Pfingsmann Herbst 2021



