Nassfeldstraße – Evianquelle – Alraune
Nassfeldstraße – Evianquelle – Alraune

Nassfeldstraße – Evianquelle – Alraune
Die Brücke und Heilstollenstraße
Wir fahren jetzt mit unserem imaginären Taxi über die Brücke und verlassen Altböckstein. Genau hier, wo der Karl-Imhof-Ring auf die Heilstollenstraße trifft, erinnern wir uns daran, dass die Straße Richtung Nassfeld früher etwas anders verlief als es jetzt der Fall ist. Die Brücke hier von Altböckstein zur Heilstollenstraße wird im Volksmund „Zlöbl-Brücke“ genannt, da das alte Zlöbl-Haus genau hier in der Kehre, auf Nr 13 gegenüber dem Brunnen, stand.
Links von der Brücke steht ein Brunnen mit einem Wassertrog mit frischem Quellwasser, und in der Nähe befindet sich die Bushaltestelle Böckstein Ort. Rechts von uns beginnt die Straße hoch zum Nassfelder Talboden.
Kiosk Prosser
Hier unten an der Kreuzung stand bis 1957 der Verkaufskiosk von Franz Prosser. Er und seine Frau Thekla hatten in den 1950er Jahren zuerst ihren Kiosk zwischen Hotel Haas und Rader. [1]
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Schmiede und US Soldaten-Baracken
Der in Altböckstein aufgewachsene Adi Weber erzählt, dass hier unterhalb des Straßenverlaufs - Richtung Bach - die Schmiede der Gewerkschaft Radhausberg stand. Zudem wurden dort nach dem Krieg Holzbaracken errichtet, in denen unter anderem amerikanische Soldaten untergebracht waren. Am Ende des Zweiten Weltkriegs, und somit dem Ende der Herrschaft der Nationalsozialisten, erlebte Österreich zunächst eine militärische Besetzung. Österreich war in vier Besatzungszonen unterteilt, und im Gasteinertal waren amerikanische Truppen stationiert. Die Besatzung Österreichs durch die vier Alliierten - Sowjetunion, Großbritannien, USA und Frankreich - endete erst nach 10 Jahren im Jahr 1955 durch den Abschluss des Staatsvertrags. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren viele Menschen in Österreich arm. Es fehlte ihnen in den ersten Jahren an allem: an Essen, an Kleidung, an Wohnraum, an Baumaterial, an Baumaschinen und vielem anderen. Tausende freigelassene Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene sowie aus ihrer Heimat vertriebene Volksdeutsche kamen teilweise nach Gastein. Viele von ihnen lebten in Baracken, Not- und Behelfsquartieren. Viele Hotels wurden auch als Kriegslazarette und Auffangquartiere genutzt. Diese so genannten „Displaced Persons“ waren vorübergehend hier, bevor sie weiterreisen konnten. Es waren auch militärische Personal und Soldaten hier. Hotels dienten als Büros und Quartiere. Hier in Böckstein waren zum Teil amerikanische Soldaten in einfacheren Holzhäusern untergebracht. Sie können mehr über die Nachkriegszeit in Österreich im Internet erfahren. [2]
Gasteiner Alpenstrasse
Das Naßfeld unterteilt sich in das touristisch erschlossene "Sportgastein" im nördlichen Bereich und das bei Wanderern beliebte, größtenteils naturnah belassene hintere, südlichere Nassfeld.
Als das neue Wintersportgebiet Sportgastein zwischen 1970 und 1972 errichtet wurde, entstand auch die Gasteiner Alpenstraße Richtung Nassfeld. Die alte Straße verlief etwas weiter hinten, wenn man sie von der Brücke aus betrachtete, und wurde während des Baus auf die jetzige Strecke verlegt.
Die Vermessungsarbeiten für die Gasteiner Alpenstraße wurden vom Geometer Fleischmann durchgeführt. Evianqulle - Alraune. [3]
Evianquelle & Alraune
Weiter oben rechts auf der Heilstollenstraße Richtung Nassfeld befindet sich die Einfahrt zum Hotel Evianquelle und den zwei Asten-Almen. Dort verläuft auch die alte Straße Richtung Naßfeld, die im Sommer begehbar ist. Kurz nach der Einfahrt zur Evianquelle sehen wir den alten Pulverturm aus dem 18. Jahrhundert. Weiter vorne, auf demselben alten Weg zur Asten-Alm, befand sich einst das Ausflugslokal Alraune. Das Gebäude existiert nicht mehr, jedoch gibt es viele Ansichtskarten davon. Wenn Sie zur Asten-Alm unterwegs sind, sehen Sie auf Ihrer rechten Seite die Überreste eines Schornsteins und die Bodenplatte des Gebäudes. Der Besitzer der „Alraune“ entschied sich nach zwei zerstörerischen Staublawinen, das Ausflugslokal nicht wieder aufzubauen. Wir stehen imaginär hier auf dem Parkplatz des derzeit geschlossenen
Hotels Evianquelle, in dem früher täglich warmer Topfen- und Apfelstrudel serviert wurden. Beim Teich der Evianquelle finden gelegentlich noch Aktivitäten wie Goldwaschen für Kinder statt. [4]
Obere und untere Asten Alm
Obere Asten Alm mit Michi als Hüttenwirt. Hier ein Film von Juni 2021 ertellt von Johann Kofler
Untere Asten Alm mit Hüttenwirtin Heidi. Hier ein Film von Juni 2024 erstellt von Johann Kofler
Sie könneb über die Heilstollenstraße zur Mautstelle der Gasteiner Alpenstrasse.
Dort ist die Zufahrt zum Gasteiner Heilstollen. Mehr zum Heilstollen finden Sie hier.
Fußnoten/Quellen:
[1] https://www.sn.at/wiki/Nassfeld Erzählungen im Feb 2021 von Helga Rebhan über den Verkaufskiosk Prosser. Schriftverkehr mit Dr. August Hartlieb, Bestätigung von Walter Phöss, Eintrag in Zentralblatt 1970 Eintr. Handelsregister Österreich
[2] https://www.sn.at/wiki/Nachkriegszeit, aufgerufen am 08. Mai 2023 & 2022 https://hdgoe.at/displaced-persons Aufgerufen 15. Juli 2022 sowie https://www.sn.at/wiki/Geschichte_des_Gasteinertales sowie Erzählungen von Einheimischen wie Franz Spannberger, Rudi Holly, Adi Weber
[3] Daten aus der Zentralblatt 1970 Eintr. Handelsregister Österreich. Erzählungen von Herrn Fleischmann selbst und Einheimischen sowie Hans Kofler
[4] Erzählungen von Einheimischen Betreff Alraune und Hotel Evianquelle. Persönliche Beobachtung vor Ort seit 1990















