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Hoteldorf Grüner Baum

Familie Linsinger & Blumschein

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Hoteldorf Grüner Baum

Die Geschichte des Grünen Baums im Kötschachtal reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Erzherzog Johann, ein großer Freund Gasteins, Sommerfrischler, Jäger und begeisterter Alpinist, ließ um 1831 im Kötschachtal ein Jagdhaus errichten. Dieses diente später auch Wanderern und Bergsteigern als Unterkunft und entwickelte sich mit der Zeit zu einer Jausenstation bzw. einem Gasthaus.

Link zu alte Fotos auf Gastein im Bild


Familie Linsinger

1913 erwarben Anna Linsinger und Hans Lindinger den Grünen Baum. Nach dem Tod ihres Mannes heiratete Anna Linsinger 1919 Anton Hopfer, einen Jäger aus dem Ausseerland. 1923 brannte der Grüne Baum ab und wurde anschließend neu aufgebaut. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte kamen weitere Gebäude hinzu und aus dem ursprünglichen Gasthaus entwickelte sich nach und nach eine Hotelanlage.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs richteten die Amerikaner im Grünen Baum vorübergehend ein Lazarett ein. Schon bald konnte der Hotelbetrieb jedoch wieder aufgenommen werden.

Ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung erfolgte 1959, als Erwin Linsinger und Erna Lindinger eine Thermalwasserleitung bis ins Kötschachtal verlegen ließen. Dadurch konnte später ein eigenes Thermal-Hallenbad errichtet werden, das 1969 eröffnet wurde. Für ein Hotel in der abgeschiedenen Lage des Kötschachtals war dies damals etwas Besonderes.


Familie Blumschein und der Ausbau zum Hoteldorf

Eine neue Ära begann mit Hannes und Monica Blumschein. Monica  (*1944†2021) wurde in Salzburg geboren und wuchs im Grünen Baum auf. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1983 übernahm sie das elterliche Erbe. Sie heirattet Hannes Blumschein (*1945 †2023), gelernter Metzger und Koch aus Tirol und er übernahm ab 1970 die Führung des Vier-Sterne-Hotels. Gemeinsam machten Monica und Hannes Blumschein aus dem Grünen Baum im Laufe der Jahre ein weit über Gastein hinaus bekanntes Hoteldorf.  Gegenüber dem Haupthaus, bergseitig an der Straße, befanden sich unter anderem das Florihaus und das Jägerhaus. Das Haus Lindy liegt weiter taleinwärts. Auch der Reiterbauer am Eingang des Kötschachtales, der um das Jahr 2000 von der Familie übernommen wurde, sowie die Kapelle an der Straße gehörten zum Hoteldorf. Monica Blumschein, geprägt vom vorausdenkenden Schaffen großer Vorfahren erschafft zusammen mit ihrem Mann ihr Lebenswerk Hoteldorf Grüner Baum. Mit Professionalität, Bodenständigkeit, Herz und Klasse führte sie zusammen den Betrieb durch Höhen und Tiefen. [1]


Minigolfplatz und Kegelbahn

Der Grüne Baum war nicht nur ein Hotel für Urlaubsgäste. Zu vermerken ist dass Hoteldorf Grüner Baum ein grosse Arbeitgeber war. Über viele Jahrzehnte war er auch für die Gasteiner Bevölkerung ein beliebter Treffpunkt und Ausflugsort. Zum Grünen Baum gehörten unter anderem ein Minigolfplatz und eine Kegelbahn. Viele Einheimische hatten dort ihre regelmäßigen Kegelrunden und Stammtische. Familien kamen ins Kötschachtal, Kinder spielten Minigolf und viele Gasteiner verbinden bis heute persönliche Erinnerungen mit dem Grünen Baum.

Zu einem alten Foto auf Facebook vom Minigolfplatz schrieb Doris Weinhardtsberg:

„So lustig und schön war das im Grünen Baum.“

Heidi Pfeifenberger erinnerte sich:

„Des warn no Zeiten. Da haben wir als Kinder immer die Bälle zurück gebracht. Hat sich ausgezahlt.“

Solche persönlichen Erinnerungen gehören ebenfalls zur Geschichte des Grünen Baums. 

Für viele Gasteiner war er nicht das berühmte Hotel der prominenten Gäste, sondern ein Ort, an dem man sich traf, kegelte, Minigolf spielte, feierte oder einfach gemütliche Stunden miteinander verbrachte. [3]


Gault&Millau & Promi Gäste

Viele Gäste und Einheimischen kamen um nur a la Carte zu essen, denn die Küche des Hotels hatte einen ausgezeichneten Ruf und wurde immer wieder ausgezeichnet. So erhielt sie beispielsweise 2010 von Gault&Millau eine Haube mit 12,5 Punkten. Neben den vielen Stammgästen und Einheimischen kamen im Laufe der Jahrzehnte auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten in den Grünen Baum. Zu den prominenten Gästen zählten unter anderem Niki Lauda, Luis Trenker, Liza Minnelli, der Schah von Persien, Richard von Weizsäcker und Prinzessin Margriet der Niederlande.  Hannes Blumschein wurde dadurch auch als Bad Gasteiner „Promi-Wirt“ bekannt. [4]


Bio Heizwerk und StromerzeugungIn ein Artikel von Journalistin Irmgard Kischko im Kurier vom 1. August 2014 über die Umstellung des Hoteldorfs Grüner Baum auf Bio. Darin steht, dass der Grüne Baum mit Hackschnitzeln aus dem eigenen Wald beheizt wurde. Die Anlage erzeugte gleichzeitig den Strom für das Hotel. Der Sohn Florian Blumschein hat diese Teil betreut. [5] 


Ein kleiner Filmausschnitt erinnert an Hannes Blumschein und seine Zeit als Hotelier und Promi-Wirt in Bad Gastein.


Das Ende des Familienbetriebes

Im 21. Jahrhundert führten der jüngere Sohn  Maximilian Blumschein mit seine Frau Sigrid  in der vierten Generation. 2015 wurde es für der traditionsreiche Betrieb wirtschaftliche Schwierig. Neben notwendigen Investitionen wurden auch die hohen Betriebskosten der teilweise alten und schlecht isolierten Bausubstanz als Problem genannt. Im Frühjahr 2016 schloss der Grüne Baum jedoch seine Pforten. Damit ging nach mehr als 100 Jahren die Ära des Grünen Baums als Familienbetrieb zu Ende.

Ihre Geschichte und die Geschichte des Grünen Baums hat sie in dem Buch "Mein Grüner Baum - Leben und Untergang einer Legende" festgehalten. 

Monica Blumschein ist im Jänner 2021 verstorben.

Hannes Blumschein in Mai 2023. Aus der Ehe stammen drei Kindern; Florian, Johanna und Maximilian


  • Maximilian und Sigrid Blumschein oft liebevoll „Max und Sigi“ genannt übernahm 2016 des traditionsreichen Hotel & Wirtshaus Post im Zentrum von St. Johann in Tirol. 

  • Johanna führt zusammen mit ihrem Mann Christoph Ehrharter die Villa Excelsior und Haus Behrens hier in Bad Gastein auf der Reitlstrasse 20.

  • Florian engagiert sich im Kommunalpolitik als Gemeinderat und ist bei der Freiwillige Feuerwehr aktiv. Er führt dazu eine Firma für Hausbetreuung. Er hat, wie schon erwähnt 2014 - 2016 das Bio-Heizwerk mit Stromerzeugung im Kötschachtal betreut, [6]


Versuch eines Neubeginns 2017 - 2019

Nach der Insolvenz wurde das Hoteldorf verkauft. Eine österreichische Tochtergesellschaft der vor allem im Fremdenverkehr tätigen Leipziger Leipzigbau AG erwarb die Hotelanlage.

Im Dezember 2017 kam es im historischen Haupthaus zu einem Neustart. Unter dem Tourismusmanager und Hoteldirektor Olaf Krohne vom Hotel Regina auf der Karl Heinrich Waggerlstrasse. sollte der einst auch beim internationalen Jetset beliebte Grüne Baum wiederbelebt werden. Das Konzept sah vor, den besonderen Charakter und die Geschichte des Hauses zu bewahren, gleichzeitig aber auch jüngere Gäste und Künstler anzusprechen. Anfangs schien der Neubeginn durchaus erfolgreich zu sein.

Von Dauer war er jedoch nicht. Im April 2019 war das Hotel bereits wieder geschlossen. Damit wurde es erneut still um das einst so lebendige Hoteldorf im Kötschachtal. [7]


Grüner Baum könnte wiederbelebt werden?

In Feb- 2026 war auf Salzburg.orf zu lesen dass Hoteldorf Grüner Baum in Bad Gastein nach zehn Jahren Leerstand wiederbelebt werden könnte: "Die Gemeindevertretung widmete das gesamte Gelände als Beherbergungsgroßbetrieb und will Zweitwohnsitze verhindern. Laut dem Pinzgauer Unternehmer Patrick Müller, der das Projekt als Partner der deutschen Aktiengesellschaft abwickelt, soll hier schon bald eine zweistellige Millionensumme investiert werden. Im Haupthaus soll ein Luxushotel für Erwachsene entstehen, im Landhaus daneben ein Dreisternehotel für Familien. Insgesamt sind 225 Hotelzimmer möglich. Auch ein neuer Dorfplatz, darunter eine Tiefgarage und die Wiederbelebung des ehemaligen Gasthauses Reiterbauer sind Teil des Entwurfs. Dennoch könnte die Umwelt das Bauvorhaben weiter verzögern. Denn durch den jahrelangen Leerstand siedelten sich im Areal Fledermäuse und Amphibien an. Das wisse auch der Projektwerber, sagt der Bürgermeister. Und er „ist auch willens, dass er hier gemeinsam mit der Landesumweltanwaltschaft Lösungen herbeiführt. Und ich bin mir auch ganz sicher, dass man Lösungen finden wird. Wobei derzeit noch eine Frage offen bleibt: Denn nach der Insolvenz der Alpin Family GmbH im vergangenen Jahr, steht das Projekt derzeit noch ohne Betreiberin da. Die Gespräche mit drei Bewerberfirmen seien aber schon weit fortgeschritten, betont Patrick Müller. Er rechnet mit einem Baubeginn in frühestens zwei Jahren.“ [8] 



Fussnoten/Quelle

[1]https://salzburg.orf.at/stories/3341025/ und  https://www.epubli.com/autoren/monica-blumschein-48525 und https://gastein-im-bild.info/doku/dbild/dcafbgb1.html

[2] Die Geschichte gibt es im Buch von Moniak Blumschein https://www.epubli.com/autoren/monica-blumschein-48525  

[3] Persönliche Beobachtung und öffentliche Kommentare auf Facebook

[4] https://salzburg.orf.at/v2/news/stories/2974543/ ,

[5] Über Fernheizwerk  https://kurier.at/wirtschaft/alles-bio-im-hotel-das-ist-gar-nicht-einfach/77.846.169?utm_source=chatgpt.com persönlische Beobachtung vor Orzt 

[6] Persönliche Beobachtung da ich die Kindern kenne. War auch in St Johann und beim Excelsior usw

[7] Persönlische Beobachtung wie Olaf Krohe vesuchte das Hotel am laufende zu halten.,

[8] Salzburg Orf Feb 2026 https://salzburg.orf.at/stories/3341025/. dazu Postwurf vom Bürgermeister Ellmauer



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