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Lawinen, Hochwasser und das Ölbrennergut

Lawinen und Hochwasser im Laufe der Jahre im Kötschachtal – darunter die Lawinenkatastrophe von 1951 beim Ölbrennergut.

Das Ölbrennergut (Gebäude nicht mehr vorhanden)

Das Ölbrennergut war ein altes, stattliches Bauerngehöft mit mehreren Zubauten am Eingang des Kötschachtales erbaut 1634 . Der Name des Gutes weist auf Öl hin, das dort aus mineralölhaltigem Schiefergestein gebrannt wurde.[4]


Lawinenkatastrophe 1951 beim Ölbrennergut

Am 21. Jänner 1951 wurde das im Besitz der Familie Amoser stehende Gehöft gegen 20 Uhr durch zwei Staublawinen zerstört. Der 300 Meter breite Lawinenkegel zerstörte auch ein Wirtschaftsgebäude des Hotels Grüner Baum. Vierzehn Menschen fanden dabei den Tod und wurden auf dem Ortsfriedhof Badbruck beerdigt. Die Opfer gehörten unter anderem zu den Familien Höhenwarter und Lafenthaler. Zum Gedenken an die Opfer wurde vom 24. bis 26. Jänner 1951 Landestrauer angeordnet.

Der Jänner 1951 war ein Katastrophenjänner. Bis zum 23. Jänner zählte man über 100 Lawinentote in Österreich.  

Eine bronzene Gedenktafel (Foto) die an einem hoch aufragenden Granitgneisfelsen angebracht ist erinnert an dieses tragische Unglück.[1]


Hier sind Fotos vom ehemaligen Gut zu sehen 


sowie weitere Fotos Ölbrennergut.


Der Historiker Zimburg zitierte aus dem Buch „Bad Hofgastein und die Geschichte Gasteins“ von Sebastian Hinterseer, erschienen 1977:

"In der Nachbarschaft verspürte man wohl einen heftigen Windstoß, der auf eine kleine Lawine schließen ließ, die traurige Wirklichkeit aber nahm man erst am nächsten Morgen wahr, als der Nachbarbauer das Pferd des Ölbrenners entleihen wollte. Zu seinem Entsetzen musste er entdecken, dass das Gehöft vom Erdboden verschwunden war und er einer völlig veränderten Landschaft gegenüberstand. Freiwillige Helfer, Ortsansässige wie Fremde, Österreicher und Ausländer, begannen sofort mit den Bergungsarbeiten. Getötet wurden: Das Ehepaar Höhenwarter, der Schwiegersohn Martin Lafenthaler und dessen Gattin Maria, die drei Kinder dieses Ehepaares und das neunjährige Pflegekind Johanna Amoser sowie der 73jährige Austragbauer Rupert Lafenthaler. Im Ölbrennergut hielten sich zur Zeit des Unglücks noch das Senner-Ehepaar Peter und Anna Neumaier, das zweijährige Pflegekind Gottfried Schindlbauer, der 16jährige Josef Hagleitner und der 14jährige Jungknecht Alois Stöckl auf. Auch sie wurden verschüttet und fanden den Tod. Neben der Katastrophe von Heiligenblut war das Lawinenunglück in Kötschachtal das furchtbarste im ganzen Bundesgebiet."


Gasteiner Perchten - Hohe Turm Auf der Homepage vom Gasteiner Perchten ist wie folgt zu lesen: "Auch der große Turm symbolisiert nach alten Überlieferungen einen Kirchturm. Er war im Privatbesitz der Familie Pirnbacher in Bad Gastein. Er wurde fast immer im Ölbrennergut im Kötschachtal aufbewahrt. Beim schweren Lawinenunglück am 21.1.1951, bei dem 14 Menschen starben, wurde das uralte Ölbrennergut ausgelöscht und damit auch der große Turm zerstört. Er wurde wiederum neu gebaut und ist mit prächtigen Blumen (Astern, Margeriten, Chrysanthemen) geschmückt. Die Höhe der Kappe beträgt 250cm, die Breite 40cm und das Gewicht ca. 22kg. Sie befindet sich im Eigentum der Gasteiner Perchten". [2]


Unwetterkatastrophen kamen immer wieder

Das Tischlerkar oberhalb der Prossau sorgte im Laufe der Geschichte immer wieder für Unruhe. Mehrere Bäche aus dem Tischlerkar bilden die Tischlerkarfälle und vereinigen sich in der Hinteren Prossau zum Kötschachbach. Lawinen und große Schneemassen sowie bei Starkregen Wasser, Geröll und Geschiebe gelangten von dort ins Kötschachtal und führten wiederholt zu gefährlichen Situationen und schweren Schäden.

Die Prossau im hinteren Kötschachtal ist aufgrund ihrer Geländeform seit jeher stark lawinengefährdet. Südlich des Alpenhauses Prossau wurde mir erzählt befinden sich mehrere ausgeprägte Lawinenzüge, und in der Hinteren Prossau liegt ein großer Lawinenkessel.


  • 14. September 1903 – Hochwasser

    Der Kötschachbach trat über die Ufer und soll dabei sogar seinen Lauf verändert haben. Die Wiederherstellung des Bachbettes dauerte mehrere Monate.

  • November 1910 – Lawinenunglück im Kötschachtal

  • 26./27. Mai 1914 – Hochwasserkatastrophe

    Schwere Hochwasserschäden betrafen gleichzeitig Kötschachtal, Anlauftal und Nassfelder Tal.

  • Herbst 1928 – Gewitter und Vermurungen

    Ein starkes Gewitter führte im Kötschachtal zu Vermurungen. Die Schäden sollen noch lange sichtbar gewesen sein.

  • 11. August 1933 – Hochwasserkatastrophe in Kötschachdorf

  • Nach einem Gewitter entstanden Vermurungen und massive Hochwasserschäden. Bei den Aufräumarbeiten kamen zwei Männer ums Leben steht in die Feuerwehrfestschrift/chronik.

  • 1. August 1937 – extremes Hochwasser

  • Der Kötschachbach erreichte laut der Dokumentation den höchsten Wasserstand seit 1903. Alle Brücken im Tal wurden zerstört, Wiesen vermurt und Elektrizitätsanlagen beschädigt. Sogar eine Silberfuchsfarm wurde überschwemmt.

  • 16. August 1949 – Hochwasser

  • 21./22. Jänner 1951 – die große Lawinenkatastrophe beim Ölbrennergut

     14 Menschen befanden sich im Haus und alle kamen ums Leben. Die Opfer gehörten unter anderem zu den Familien Höhenwarter und Lafenthaler.

  • 4. Mai 1965 – Lawinenabgang in der Prossau

     Am 4. Mai 1965 ging in der Prossau im hinteren Kötschachtal eine große Lawine ab.

    Quelle zum Foto: Foto/Dokumentation Kravanja, „Lawinenabgang Kötschachtal – Prossau, 04. Mai 1965“.

  • 30. Juli 2016 – Sturzflut/Hochwasser

    Die Kombination aus Starkregen, Geröll, Moränenmaterial und Wasser aus dem Bereich Tischlerkar führte zu einer gewaltigen Sturzflut. Straßen und Brücken wurden zerstört; das Rückhaltebecken oberhalb von Badbruck füllte sich innerhalb kurzer Zeit rund 15 Meter hoch mit Geröll, Sand und Holz.


    Hier ein Video von 2016

  • August 2023 – Sturzflut/Hochwasser erneut schwere Schäden.  2023 waren die Seitentäler wieder massiv betroffen. Im Kötschachtal wurde die Straße abschnittsweise vollständig zerstört.

  • 6. August 2026 – Sturzflut/Hochwasser um 17:24 Uhr Das Sintflutartiger Starkregen im Bereich des Tischlerkars mobilisierte über 100.000 Kubikmeter Geröll und Schlamm und löste gewaltige Muren aus. Eine Katastrophe für den tiefer gelegenen Siedlungsraum Bad Bruck konnte nur durch die vor fünf Jahren fertiggestellte, 7,5 Millionen Euro teure Wildbachverbauung verhindert werden. [3]



Quelle/Fussnoten:

[1] Ölbrennergut - Internet https://wiki.sn.at/wiki/%C3%96lbrennergut. und Gastein im Bild Anton Lafenthaler https://gastein-im-bild.info/doku/dbild/dbboel2.html.  sowie https://gastein-im-bild.info/doku/dbild/dbboel3.html.  sowie https://gastein-im-bild.info/eb/etafoe1.html

[2] Perchtern Hohe Turm https://www.gasteinerperchten.com/grosser-turm.html [3] Unwetter Chronik hat Anton Lafenthaler erstellt auf https://www.gastein-im-bild.info/zeit/zonk.html?utm_source=chatgpt.com.

Unwetter Aug 2026 https://salzburg.orf.at/v2/news/stories/2788508/. und https://www.sn.at/salzburg/chronik/grosses-aufraeumen-nach-unwetter-in-gastein-ohne-die-wildbachsperren-waere-bad-bruck-ausgeloescht-worden-art-666857

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