Schareckstrasse 17
Fischzucht Leimböck und Restarant Fischerstüberl

Fischzucht Leimböck
Die Grundlage des Geschäfts der Familie Leimböck war die Fischerei. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, während des Baus der Tauernbahn, ließ sich Felix Leimböck (*1865 †1948) aus Wagrain in Bad Gastein nieder. Er war Fischer und Jäger und erkannte früh den steigenden Bedarf an frischem Fisch und Wild, die damals zu den geschätzten Spezialitäten der Gasteiner Bevölkerung und der Kurgäste zählten. Mit seinem Handel legte er den Grundstein für das Familienunternehmen und erwarb im Laufe der Jahre zahlreiche Fischereirechte im Land Salzburg.
Felix Leimböck und seine Familie wohnten zunächst im 1923 erbauten Haus „Fischerwirt“ in der heutigen Karl-Heinrich-Waggerl-Straße 32. Gemeinsam mit seiner Frau hatte er neun Kinder. Mehrere von ihnen führten die Familientradition weiter und prägten über Jahrzehnte das Wirtschaftsleben in Bad Gastein.
Mit Unterstützung ihrer Nachkommen berichten wir hier über drei ihrer Kinder und deren Familienzweige:
Maria Leimböck, die den „Fischerwirt“ als Gastbetrieb führte, Kaspar Leimböck, der in der Poserstraße 10 ein Wohn- und Geschäftshaus mit Wild- und Fischhandel errichtete, sowie Friedrich Leimböck, dessen Geschichte mit dem Haus Fischwerstürberl in der Schareckstraße 17 verbunden ist.
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Familienzweig Kaspar Leimböck - Handel mit Wild und Fisch
Der älteste Sohn von Felix Leimböck war Kaspar Leimböck (*1897 †1978). In den 1930er Jahren errichtete er neben dem elterlichen Wohnhaus „Fischerwirt“ an der Ecke Karl-Heinrich-Waggerl-Straße/Poserstraße 10 ein Wohn- und Geschäftshaus mit Kurhaus. Dort betrieb er einen Handel mit Wild und Fisch. Kaspar war mit Julia (*1900 †1979) verheiratet. Gemeinsam hatten sie vier Kinder: Ernst, Willi, Lisa und Erna.
Der Sohn Ernst Leimböck (*1931 †1987) übernahm später das Wild- und Fischgeschäft seines Vaters. Wie bereits Kaspar betrieb auch er eine Fischzucht mit einem Teich in Badbruck. Die Einfahrt befindet sich kurz nach der sogenannten Czerny-Kurve beziehungsweise Leimböck-Kurve – je nachdem, unter welchem Namen die Kurve den Einheimischen bekannt ist – an der Gasteiner Bundesstraße, kurz vor der Bushaltestelle Bertahof.
Mitte der 1970er Jahre errichtete Ernst an der Rückseite des Kurhauses, neben dem damaligen Konsumgeschäft, einen Zubau. Dort eröffnete er ein modernes Wild- und Fischfachgeschäft, das bis etwa 1987 in Betrieb war.
Ernst war mit Christina Schett verheiratet. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.
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Familienzweig Maria Leimböck - Restaurant Fischerwirt
Die Tochter Maria Leimböck war mit einem Herrn Hofer verheiratet. Sie eröffnete und führte das Restaurant im Haus „Fischerwirt“.
Tochter Herta
Später übernahm ihre Tochter Herta, verheiratete Wucherer, den Gastbetrieb. Ab den 1990er Jahren wurde das Gasthaus verpachtet.
Nach dem Tod von Herta Wucherer verkauften ihre Kinder das Haus „Fischerwirt“ in der Karl-Heinrich-Waggerl-Straße 32 im Jahr 2022. Seither steht das Gebäude leer. Damit endete die Geschichte der Familie Leimböck an diesem traditionsreichen Standort. 2025 wurde das Gebäude vekauft.
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Familienzweig Friedrich Leimböck - Schareckstrasse 19
Der Sohn Friedrich Leimböck (*1904 †1993) übernahm um 1930 die Fischzucht seines Vaters Felix in der Schareckstraße 17. Er heiratete Marianne, geb. Hassler, und das Ehepaar bekam drei Kinder: Hubert, Felix und Frieda.
Im Jahr 1955 errichteten Friedrich und Marianne ihr Wohnhaus in der Schareckstraße 19. Dort lebt bis heute ihre Tochter Frieda Werbnigg, geb. Leimböck, gemeinsam mit ihrem Mann, dem Schlossermeister Dieter Werbnigg.
Der Sohn Hubert Leimböck - Fischerstüberl - hier auf Schareckstrasse 17
Der Sohn Hubert Leimböck (*1943) errichtete in den 1970er Jahren neben dem Elternhaus das Wohn- und Geschäftshaus in der Schareckstraße 17. Gemeinsam mit seiner Frau Anneliese, geb. Hornung, eröffnete er dort im Jahr 1973 das Fischerstüberl.
Die Fischzucht der Familie wurde weiterhin betrieben. An der Stelle des heutigen Gebäudes befand sich bis 1973 eine einfache Fischerhütte über dem Ederbach – ein sogenannter Fischerkalter, wie diese Anlagen in der Sprache der Fischer bezeichnet werden. Das ausgebaute Fischbecken ist heute das letzte erhaltene Zeugnis dieser ursprünglichen Fischzucht.
Das gemütliche Restaurant Fischerstüberl war weit über Bad Gastein hinaus bekannt und besaß eine außergewöhnliche Besonderheit: Mitten durch den Gastraum floss Wasser aus der Ederbach. Im klaren Quellwasser wurden Forellen gehalten, die direkt aus dem Bach in die Küche und anschließend frisch auf die Teller der Gäste gelangten. Mit Unterstützung des Freundes G. Dengg sowie des renommierten Salzburger Architekten F. Kohlbacher konnte diese außergewöhnliche Idee verwirklicht werden.
Ein Herr Lukas schrieb viele Jahre später auf Facebook:
„Dort war mitten im Gastsaal ein ‚Brunnen‘, wo die Forellen schwammen. War für mich als Kind beeindruckend, so dass ich 40 Jahre später alles noch in Erinnerung habe.“
Nicht nur Lukas, sondern auch viele andere Kinder und Erwachsene dürften den Forellenbrunnen bis heute in lebhafter Erinnerung behalten haben.
Hubert und Anneliese Leimböck führten das Fischerstüberl von 1974 bis 1996. Das Lokal war bei Einheimischen und Gästen gleichermaßen beliebt und zählte über viele Jahre zu den besonderen Gastronomiebetrieben Bad Gasteins.[1]
Fischerstüberl Czack
Im Jahr 1999 übernahmen Mike und Eva Czack das Restaurant. Zunächst führten sie den Betrieb gemeinsam, später leitete Eva Czack das Lokal allein weiter. Das „Restaurant mit dem Bach im Gastraum“ blieb bis September 2015 geöffnet.
Seitdem wird das Gebäude nicht mehr als öffentliches Restaurant genutzt.[2]
Fußnoten(Quellen:
[1]Textmaterial und Bilder zu Verfügung gestellt von Hubert und Anneliese Leimböck. Daten von Grabsteinen am Friedhof. Persönliches Gespräch mit Frieda Werbnigg geb. Leimböck. Öffentliche Kommentar auf Facebook
[2] Persönliche Beobachtung vor Ort und Kundin bei Leimböck und bei Eva Czack gewesen


