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Scahreckstrasse 37

Rauchfangkehrer Wigele

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Schareckstraße 37 + 37a 

Rauchfangkehrbetrieb Wigele

Emmerich Wigele senior (*1912 †1985) kam nach dem Krieg nach Gastein, um den Witwenbetrieb Kaminkehrer Wiedermann in der jetzigen Palfnerstraße 2 als Geschäftsführer zu leiten. Mehr Info dazu auf Textabschnitt Palfnerstrße 2. 


1971 konnte Emmerich den Betrieb selbst übernehmen. Wie damals üblich, musste er Leibrente an Maria Wiedermann bezahlen. Diese war indexgebunden und wurde oft durch die Jahre zu einer Belastung für den Kaminkehrmeister. Er schaffte es, und auch sein Sohn Emmerich jun. musste noch einige Zeit Leibrente an Frau Wiedermann bezahlen. 

Während Emmerich sen. Geschäftsführer bei Wiedermann war, wohnte er in der Karl-Heinrich-Waggerl-Straße und ging jeden Tag zur Palfnerstraße 2, wo der Betrieb war. Mit der Eröffnung seiner eigenen Rauchfangkehrfirma 1971 wurden die Kellerräume im Wohnblock auf der Böcksteiner Bundesstraße 11 zum neuen Standort. Dort waren sie zur Miete bis 2003. 


Emmerich sen. war mit Frau Gerda Röben verheiratet. Gerda stammte aus Ostfriesland an der Nordseeküste in Deutschland. Gerda kam im Zweiten Weltkrieg als Kindermädchen in die Helenenburg, ein Hotel der evangelischen Diakonie. Als Emmerich sen. zum Rauchfangkehren ins Hotel kam, haben sie sich kennengelernt. Durch ihre Abstammung gab sie ihren sechs Kindern nordisch klingende, auch in Österreich geläufige, Namen wie Waltraud, Annemarie, Bernhard, Gerhard, Hans Jochen und Emmerich. 


Der Sohn Emmerich Wigele jun. (*1945 †2012) erlernte den Beruf des Rauchfangkehrers in Innsbruck und legte 1968 die Meisterprüfung ab. 1978 übernahm er von seinem Vater. Er war mit Renate Nähr (*1952 †2022) verheiratet. Renate war in Altböckstein aufgewachsen und ihr Bruder Walter hat in den 1970er Jahren seine Zaunfirma gegründet, die jetzt in Bad Hofgastein ansässig ist. Renate und Emmerich bekamen zwei Kinder, Alwin und Marlies. Die junge Familie wohnte zuerst in Böckstein, wo die alte Seifenfabrik Alpina war (Mehr zu Alpinaauf der Adresse Goldbergstrasse 2-4), und 1988 kauften sie das Haus hier in der Schareckstraße 37 von Werner Pflaum. 


Der Sohn Jochen Wigele, Bruder von Emmerich, war ausgebildeter Schlosser und hatte bei der Firma Koren in Bad Gastein gelernt. Da in der Rauchfangfirma Personal gebraucht wurde, fing er stattdessen bei seinem Bruder Emmerich als Kaminkehrer an. 


Die Schwester Waltraud war mit Kaminkehrer Hans Lackner aus Bad Hofgastein verheiratet. Leider sind beide früh gestorben, sogar bevor der Sohn Alexander volljährig war, weshalb Emmerich Jun. seinem Neffen als Vormund diente und die Geschäftsleitung im Rauchfangkehrbetrieb Bad Hofgastein übernahm. Emmerich leitete also zwei Firmen parallel, bis Alexander Lackner 1992 selbst übernehmen konnte. 


Alwin Wigele

Der Firmenstandort der Firma Wigele in Bad Gastein war bis 2003 die Böcksteiner Bundesstraße 11, im ehemaligen Eisenbahnerkurhaus. Rund 2003 kaufte Alwin Wigele (*1969) den Grund hinter seinem Elternhaus in der Schareckstraße 37 von der Gemeinde. Ein Wohnhaus für Alwin und seine Lebensgefährtin Jutta Sametreiter mit ihrem Sohn Arne wurde gebaut, sowie Garagen und Lagerräume. Alwin hatte 1986 seine Lehre im elterlichen Betrieb angefangen und durchlief die gesamte Ausbildung zu einem modernen Rauchfangkehrmeister, unter anderem absolvierte er die Schulungen für Ölbrennerservice, Abgastechnik, Brandschutz und Biowärme. Er legte 2011 seine Rauchfangkehrmeisterprüfung ab. Sein Vater Emmerich hatte gesundheitliche Probleme und wollte früher aufhören. Leider wurde ihm nicht so viel Zeit im Ruhestand vergönnt wie gedacht. Er verstarb schon im Dezember 2012. 


Das streng reglementierte Rauchfangkehrgewerbe ist einer der wenigen noch reglementierten Berufe in Österreich, mit Bedarfsprüfung und Gebietsschutz, weshalb es in Österreich nur einen Kaminkehrerbetrieb pro Kehrbezirk geben darf. Bei uns in Bad Gastein entspricht der Kehrbezirk dem Gemeindegebiet, aber der Kehrbezirk der Firma Lackner in Bad Hofgastein erstreckt sich sowohl über Bad Hofgastein als auch Dorfgastein.[1]


Fußnoten/Quellen: [1]Zeitschrift „Kultur Passiert“ Heft 12 Text von Ilse Mösl und Siegi Moser. 

Gespräche mit Renate Wigele Ehefrau von Emmerich jun. 2021, 

Persönliches Gespräch mit Alwin Wigele im Juni 2023

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