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Radio Berger

Alfred Berger

Radio Berger

Radio Berger

Alfred Berger (*1930 †2013), sein Vater, Georg Berger, war Gendarmeriebeamter in Bad Gastein. Ursprünglich kamen er und seine Frau, Katharina Berger, aus Mühlbach am Hochkönig. Dort lernten sich die beiden kennen und übersiedelten, nachdem Georg Berger eine Stelle als Gendarm in Bad Gastein bekommen hatte, dorthin. Sie bauten ihr Wohnhaus am Fuße des Stubnerkogels selbst. Nachdem der Vater Georg Berger sich während des Krieges weigerte, sich als Mitglied bei der NSDAP-Partei anzumelden, wurde er zum Kriegsdienst in die Tschechoslowakei (heute Tschechien) versetzt, und die Familie Berger musste Bad Gastein verlassen. Ihr Haus vermieteten sie an eine ortsansässige Familie. Aus der Tschechoslowakei mussten sie später fliehen, sodass sie in Bergheim bei Salzburg ihr neues Quartier aufschlugen. Die Ausbildung und Lehre absolvierte Alfred Berger zum überwiegenden Teil in Salzburg und Oberndorf bei Salzburg.[1]


Elektrogeschäft GrillparzerstraßeRadio Berger war in den 1950er bis Mitte der 1960er Jahre auf der Grillparzerstraße. Alfred Berger eröffnete in den 1950er Jahren ein kleines Elektrogeschäft als Nachfolger von Schneider Witzigmann, neben Juwelier Calupsky. Im ersten Stock richtete er eine Reparaturwerkstätte ein. Dazu eröffnete er unten am Kinoplatz eine Filiale, um die Infrastruktur im Ortszentrum zu stärken.[2]

Helmut Kühr (*1950†2023) berichtete: „Ich habe dort gelernt, 1964 begonnen. Da war die Firma noch in der Grillparzerstraße, ein kleiner Laden, ca. 3 x 3 m, neben dem Juwelier Chalupsky. Das war die sogenannte Dick-Kolonnade. Im Geschäft war Herr Berger Senior, ein pensionierter Gendarmeriebeamter. Die Werkstatt war im oberen Stock über eine steile Stiege erreichbar. 1966 wurde mit dem Neubau auf der Pyrkerhöhenstraße, wo derzeit Sport Hervis ist, begonnen. Wir Lehrlinge haben da auch am Bau mitgeholfen. Ich glaube, 1967 sind wir dann übersiedelt."


TV in Bad Gastein

Mitte der 1960er Jahre war der Zeitpunkt, als in Gastein das Fernsehen Einzug hielt. ORF 1, der Sender am Stubnerkogel. Wolfgang, Sohn von Alfred Berger, berichtete: „1963 wurden die ersten Versuche gestartet, das Fernsehen auch in Bad Gastein zu ermöglichen. Gemeinsam mit seinem damaligen Lehrling Josef Gruber bestieg Alfred Berger, bepackt mit großen Antennen und einem Fernseher samt Messgeräten, den Graukogel und suchte die besten Empfangsmöglichkeiten.“[3]

Nach Radio Berger wurde das Lokal auf der Grillparzerstraße an Uhren – Schmuck Steinberger von Witwe Mühl vermietet. Steinberger hatte schon „das vierte Lokal“ von Calupzky übernommen. Uhren Schmuck Steinberger bestand bis zum Jahr 2000.


Wohn- und Geschäftshaus Pyrkerhöhenstraße1962 begann Alfred Berger mit dem Bau eines Wohn- und Geschäftshauses auf der Pyrkerhöhenstraße. Ab Mitte der 1960er Jahre wurde in diesem neuen Geschäft das gesamte Programm der Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen und Küchengerät verkauft und auch repariert. Alfred Berger war ein lösungsorientierter Mensch und hatte für alle Probleme die passenden Mittel und Geräte zur Hand. Notfalls wurde einfach selbst gebaut. Dadurch war er ein sehr gern gesehener Mitarbeiter und geschätzter Kollege.

Es wurde oft viele Nächte durchgearbeitet, um große Veranstaltungen ordnungsgemäß abwickeln zu können. Durch seine aktive Teilnahme an diversen Großveranstaltungen wurde er oft geehrt und war Teilnehmer internationaler Delegationen. Alfred Berger engagierte sich bei diversen Organisationen, unter anderem beim Reitsport in Bad Bruck, bei Tennisveranstaltungen und beim Schwerttanz in Böckstein. Er war ehrenamtlich beim Skiclub Bad Gastein tätig, wo er bei der Zeitnehmung mitwirkte und die Lautsprecheranlage betreute. Auch bei den legendären Silberkrugrennen war er immer als Techniker im Einsatz. Die Gemeinde Bad Gastein schätzte es sehr, wenn er mit seinem Wissen und technischen Verständnis unterstützend mitwirkte. So verstärkte er regelmäßig das Technikteam der Gemeinde bei den Ärztekongressen.

Das Wohn- und Geschäftshaus wurde mehrmals umgebaut und erweitert. In diesem Haus hatte er auch eine größere Reparaturwerkstätte, in der er Lehrlinge ausbildete. Z. B. Helmut Kühr, Josef Gruber, Hans Fliess, Seppi Hettegger, Karl Unterberger und Erich Grammer wurden unter anderem von ihm ausgebildet. Auch Praktikanten ermöglichte er das "Schnuppern" im Beruf.[4] Der letzte Geschäftszubau erfolgte 1986.

Roswitha Radtauschl berichtet: "Ich habe in der Haushaltsabteilung/Weißwaren gearbeitet. Mein Kollege Mandl Karli hat in der TV- und Unterhaltungselektronik verkauft. Ich glaube, es war 1987, und ca. drei Jahre danach haben sie leider das Geschäft geschlossen." Edeltraud Piesch: "Ich habe auch bei Radio Berger gearbeitet, in den letzten Jahren vor dem Zusperren."[5]

Als Radio Berger 1990 aufhörte, verkaufte Alfred Berger das Haus an mehrere Käufer. Alfred und seine Frau Helga, geb. Fanninger, eine gebürtige Salzburgerin, bekamen zwei Kinder: Gabriela und Wolfgang.


Nachfolger im Haus

Als Nachfolger im Geschäft auf der Pyrkerhöhenstraße kam 1991 Monuth & Seebacher Elektrogeräte, bis 1993.[6] Zwischen 1993 und 1999 gab es dort einen Spar-Markt und danach Sport Hervis.[7] Mehr Text und Fotos dazu finden Sie beim Standort Pyrkerhöhenstraße.


Quellen: 

[1] Schriftverkehr mit Wolfgang Berger im Mai 2021. Wolfgang hat Text und Fotos zu Verfügung gestellt. Er ist Sohn zu Alfred Berger

[2] Zentralblatt 1993 Eintr Firmenbuch www.zedhia.at

[3]Facebook Kommentar mit Helmut Kühr und anschließende Schriftverkehr in April 2021 

[4]Schriftverkehr in Mai 2021 mit Wolfgang Berger, Sohn

[5]Öffentliche Kommentare auf Faceboom  in April 2021 von  Roswitha Raudaschl und Edeltraut Piesch

[6]Zentralblatt 1993 Eintr Firmenbuch www.zedhia.at

[7]Persönliche beobachtung und Kunde bei Spar.  Gespräch mit Eduard Schwaiger  und Spar Zentralbüro in April 2021



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