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Firma Krauth - Feichter

Spiel - und Schreibwaren, Paiper und Bücher sowie Souvenirs

Firma Krauth - Feichter

Filiale Grillparzerstraße - Firma Krauth

1963 kauften Karl und Maria Krauth das Gebäude in der Grillparzerstraße. Das Haus bestand aus mehreren kleinen Geschäftslokalen, die zum Teil vermietet wurden. Der linke Teil war über die Jahre Sitz verschiedener Modegeschäfte, darunter das Modegeschäft Arnsteiner, danach Kindermode Hänsel & Gretel und schließlich Mode Reiter, das bis 1995 bestand. Der rechte Teil in Richtung Bahnhof, in dem sich zuvor das Spielwarengeschäft Haas sowie Papierwaren Pfarrmaier befanden, wurde von der Firma Krauth ebenfalls für den Verkauf von Spiel- und Papierwaren genutzt. Im Laufe der Jahre wurde immer wieder umgebaut. Seit 1995 ist daraus ein größeres, zusammenhängendes Geschäftslokal entstanden. Dort richtete die Firma Krauth-Feichter eine großzügige Verkaufsfläche für Souvenirs und Mitbringsel ein.


Traditionsbetrieb Krauth 

Die Firma Krauth ist ein Familienunternehmen, das seit 1906 in Gastein ansässig ist. Es wird bereits in vierter Generation geführt. Das Unternehmen entstand in einer Wendezeit des Gasteinertals: Durch den Bau der Tauernbahn im Jahr 1905 wurden die beiden Kurorte Bad Gastein und Bad Hofgastein an das Streckennetz der Bahn angeschlossen. Dies diente vor allem der besseren touristischen Erschließung des Tales und führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, was die Gründung vieler Geschäfte ermöglichte. Der Firmengründer Karl Krauth sen. (*1881 †1967) begann seine Ausbildung zum Buchhändler im Jahr 1898 als Buchhandelsgehilfe in der k.&k. Hofbuchhandlung Eduard Höllrigl in Salzburg. Als langjähriger und pflichtbewusster Mitarbeiter übernahm er 1906 als Geschäftsführer die Leitung der Saisonfiliale in Bad Gastein, die bis 1909 im heutigen Hotel Eden untergebracht war. 1907 heiratete er Johanna Wiesinger (*1884 †1947), die Tochter eines Tischlermeisters aus Salzburg. 1908 wurde ihr Sohn Karl Krauth jun. in Salzburg geboren. Die Familie lebte während der Sommersaison in Bad Gastein und in den Wintermonaten in Salzburg, wo Karl Krauth sen. weiterhin in der Buchhandlung Höllrigl arbeitete.


Buchhandel und Verlag Karl Krauth Im März 1919 erwarb Karl Krauth die Filiale im Zentrum von Bad Gastein, die zwischenzeitlich im westlichen Teil der ehemaligen Wandelhalle untergebracht war und unter dem Namen „Karl Krauth“ bald ein Begriff wurde. Es wurde auch ein kleiner lokaler Verlag gegründet, der unter anderem eine Neuauflage des Führers „Gastein und das Gasteinertal“ herausgab. Weitere auf Gastein bezogene Literatur und Wanderkarten folgten.

Bereits 1920 expandierte Karl Krauth sen. weiter, indem er den von Peter und Carl Straubinger errichteten Kiosk am Straubingerplatz übernahm. 1925 stellte er ein Ansuchen an die Kurkommission, das im Kurkasino befindliche Geschäftslokal umzubauen und zu modernisieren. Die Genehmigung wurde unter der Bedingung erteilt, dass Herr Krauth die Kosten selbst trägt.

Karl Krauth jun. (*1908 †1995) besuchte die Volksschule, das Gymnasium und die Handelsschule in Salzburg. Bereits als Kind half er in den Ferien in der Buchhandlung mit. Nach seinem Schulabschluss 1926 arbeitete er im Winter bei Höllrigl in Salzburg und im Sommer im Betrieb seines Vaters in Bad Gastein.


Geschäfte in Bad Gastein und Bad Hofgastein 

1937 eröffnete Karl Krauth jun. eine eigene Buch- und Papierhandlung in der „Friedrichsburg“ in Bad Hofgastein. Am 1. März 1941 heiratete er Dr. Maria Mayringer (*1915 †2012) aus Wien, Ärztin im Krankenhaus Schwarzach und im Badehospiz Bad Gastein. Aus der Ehe gingen die Töchter Helga und Christa hervor.

Während Karl Krauth jun. im Zweiten Weltkrieg in russischer Gefangenschaft war, führte seine Frau Maria das Bad Hofgasteiner Geschäft weiter. Dazu musste sie 1946/47 unter schwierigen Bedingungen einen Abiturientenlehrgang an der Handelsakademie Salzburg absolvieren. Ihr Vater Josef Mayringer trat zur Unterstützung ins Geschäft ein. Nach Kriegsende kehrte Karl Krauth jun. zurück und übernahm neben seinem Geschäft in Bad Hofgastein auch die väterliche Buchhandlung und den Kiosk in Bad Gastein. Die Väter Karl Krauth sen. und Josef Mayringer arbeiteten bis ins hohe Alter mit.


Filiale in St. Gilgen am Wolfgangsee und in der Grillparzerstraße in Bad Gastein 1955 erwarb die Familie ein weiteres Geschäft in St. Gilgen am Wolfgangsee, das von Dr. Maria Krauth im Sommer geführt wurde. 1958 wurde das Bad Hofgasteiner Geschäft vom Standort „Friedrichsburg“ auf den zentralen Kirchenplatz verlegt. 1963 wurde die Filiale in St. Gilgen verkauft, und dafür das Geschäft in der Grillparzerstraße in Bad Gastein erworben. Fortan leitete Dr. Maria Krauth diese Geschäftsstelle.


Krauth – Szedlarik und Feichter 

Die Töchter Helga und Christa absolvierten eine Buchhandelslehre in Theresienfeld mit anschließendem Praktikum bei Höllrigl in Salzburg und arbeiteten danach im Familienbetrieb. In St. Gilgen lernte Helga Wilhelm Szedlarik kennen. Die Hochzeit fand 1965 statt. Im August wurde Sohn Wilhelm jun. geboren, drei Jahre später Tochter Claudia.

1973 übernahmen Helga und Wilhelm Szedlarik das Geschäft am Kirchenplatz in Bad Hofgastein und führten es als Buch-, Papier- und Spielwarenhandlung weiter. Der Name „Krauth“ blieb erhalten. Wilhelm Szedlarik jun. stieg 1989 in den Betrieb ein und übernahm ihn 2002. 2004 erfolgte eine Übersiedlung an den heutigen Standort in der Pfarrgasse 5.

Christa heiratete 1970 Fritz Feichter aus Bad Gastein, der als Verkäufer in das Geschäft eintrat. 1971 übernahmen Christa und Fritz Feichter die Leitung der Buchhandlung im Zentrum von Bad Gastein.


Filiale Kongresszentrum - Firma Feichter

Als das neue Kongresszentrum 1974 fertiggestellt wurde, war die Firma Feichter eines der ersten Unternehmen, das in die Passage einzog. Der Grund dafür war, dass sie gedrängt wurden, ihre Buch- und Papierhandlung im Gebäude zwischen der alten Wandelhalle und dem Hotel Weismayr zu räumen, da dieses Gebäude abgerissen werden sollte.

Im neuen Kongresszentrum – mit Eingängen sowohl aus der Passage als auch von der Straße – fanden die Kunden einen modernen Buch-, Papier- und Spielwarenhandel mit einem kleinen Souvenirangebot vor.

Nachdem das Kongresszentrum an die Duval-Investmentgruppe verkauft wurde, wurde auch die dortige Filiale der Firma Feichter geschlossen. Seither blieb nur noch die Filiale in der Grillparzerstraße bestehen, die bis heute (2025) geöffnet ist.


Fussnoten/Quellen:

Artikel im Zeitschrift Kultur Passiert. Gasteiner Kulturkreis Herbst 2015

Persönliche beobachtung und Kunde beim Firma Feichter

Daten von Grabsteine Persönliche Gespräche/kurze Schriftverkehr mit Christa und Fritz Feichter 2021

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