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Kötschachtal 5

Gori Bauernhof und Wäscherei Paula Gruber

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Der Gori-Hof – Gori Bauer

Der Gori-Hof, oft auch in alten Schriften als Greibauer oder Goribauer bezeichnet, war einer der ursprünglichen, jahrhundertealten Bergbauernhöfe im Kötschachtal, lange bevor das Tal zu einer Nobel-Destination wurde. Die Bauern in diesem Bereich lebten ursprünglich von der Viehwirtschaft und der Forstwirtschaft. Durch den Wandel durch den Tourismus im 19. und frühen 20. Jahrhundert, als Bad Gastein zum Weltkurort aufstieg und das nahegelegene Hoteldorf Grüner Baum expandierte, veränderten sich die Höfe im Kötschachtal. Viele Bauern boten Dienstleistungen für die herrschaftlichen Kurgäste und die großen Hotelbetriebe an. Der Hof war über Generationen fest in den Händen der Familie Weinig, dann der Familie Gruber. [1]


Gori Krampus Pass

Nachzulesen ist, dass der Gori-Hof im Kötschachtal historisch eine der absolut zentralen Keimzellen des Gasteiner Perchtenbrauchtums war. Der Hof war über Generationen fest in den Händen der Familie Weinig. Bekannt ist z. B. der Perchtenläufer Georg Weinig (1923–1986), vulgo „Gori Schorsch“. Die berühmte historische Gasteiner Perchtenkappe Nr. 2 war die offizielle Hofkappe der Familie Weinig vom Gori-Gut.


Horst Wierer, Gemeindearchivar in Bad Hofgastein, schreibt im Buch „Gasteiner Perchten“, erschienen 2001 im Verlag Franz Hochwarter St. Johann wie folgt:

„Beim Lauf 1962 und auch noch 1966 nahm Herr Georg Weinig, vulgo Gori (1923–1986) aus dem Kötschachtal in Bad Gastein am Perchtenlauf teil. Gori Schorsch, der der bedeutendsten Perchtenfamilie im Gasteinertal entstammte und dessen Vorfahren bis ins 18. Jahrhundert Perchtenläufer waren, erzählte mir dazu:

„In unserer Familie wurde schon immer geperchtelt. Im 18. Jahrhundert waren die Teilnehmer hauptsächlich die Nachbarn aus dem Kötschachtal bzw. einige aus Kötschachdorf und Bad Bruck. Alle stammten von Bauern ab und es wurden fast nur Bauernhöfe aufgesucht. Unsere Familienmitglieder nahmen bereits beim Besuch Kaiser Ferdinands im Jahre 1837 teil. Anlässlich seines Besuches in Bad Gastein wurden – von der Gemeindevorstehung in Ermangelung anderer Attraktionen – die Kötschachtaler Perchten ersucht, vor dem Kaiser aufzutreten. Sie machten ihren Auftritt sehr gut, jedem Perchtenläufer wurde vom Kaiser wohlwollend gedankt und diese zum Essen und Trinken eingeladen. Dieses Ereignis war mit ein Grund, dass die Perchten mit einem Schlag aufgewertet wurden! Denn was einem Kaiser gefällt, kann so schlecht nicht sein. Die Kappen zu jener Zeit – so wurde es in unserer Familie weitergegeben – waren sehr klein. Sie wiesen nur eine Höhe von 30 bis 40 cm auf.“

Soweit die Ausführungen von Georg Weinig. Wir können daher davon ausgehen, dass bis ca. 1810/20 die Schönperchten auch im Gasteinertal ähnlich den Pinzgauer Schönperchten gekleidet waren.“


Horst Wierer berichtet in dem von mir nur zu empfehlenden Artikel, wenn Sie mehr über die Perchten nachlesen wollen, weiter: „Bis in die 1920er-Jahre nahmen fast nur Perchtenläufer aus dem Kötschachtal, Kötschachdorf und Remsach, meistens aus dem bäuerlichen Umfeld, teil. Derzeit ist das Verhältnis zwischen Teilnehmern aus Bad Gastein und Bad Hofgastein ziemlich ausgeglichen. Die Teilnehmerzahl hat sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark vergrößert: 1944 nahmen 58 Personen teil, bis 1998 hat sich diese Zahl auf 137 Mitwirkende erhöht.“[2]


Gori Paula

In den historischen Dokumenten zum Gasteiner Klaubauf- und Krampusbrauchtum taucht Paula Gruber auf – allerdings unter ihrem gebräuchlichen Vulgonamen: „Gori Paula“! Während der Kriegsjahre (Zweiter Weltkrieg) herrschte im Gasteiner Tal ein akuter Männermangel, da die meisten Männer an der Front waren. Damit der Brauch nicht ausstarb, fanden sich im Kötschachtal mutige Frauen, die in die Rolle des Heiligen Nikolaus schlüpften. Zwei Namen haben in der Gasteiner Bevölkerung bis heute einen legendären Ruf für diesen Mumm: die „Jaga Rosl“ und „Gori Paula“![3]


Wäscherei Paula Gruber

Neben dem Bauernhof betrieb Paula (*1913–†2004) eine Wäscherei im Haus Nr. 5. Ev kann wer ergänzen mit Daten ab wann bis wann Paula aktiv war.

Um die Jahrhundertwende und in der Zwischenkriegszeit gab es in Bad Gastein einen immensen Bedarf an Wäschereien, da die Luxushotels täglich riesige Mengen an Bett- und Tischwäsche reinigen mussten. Da im Kötschachtal durch die Gebirgsbäche, wie den Kötschachbach reichlich klares, sauberes Wasser und Platz vorhanden waren, siedelten sich genau hier private Wäschereibetriebe an. Das Hoteldorf Grüner Baum hatte eine eigene Wäscherei. Über Paulas Hauptkunden ist bislang nichts bekannt. Aufgrund der Lage ihrer Wäscherei ist jedoch denkbar, dass sie beispielsweise für den Habsburgerhof, andere Hotels und Privatkunden Wäsche gewaschen hat.

Paula (*1913–2004) war mit Simon Gruber (*1907–1988) verheiratet. Sie bekamen mehrere Kinder: MIr bekannt sind jetzt Toni Gruber (bekannt als Skilehrer und Tiefschnee-Toni), Hans (Pistengerät-Fahrer und Berufsfahrer LKW und Taxi), und Marianne, die Kutscher Ludwig Freiberger geheiratet hat ( Siehe standort Martin Lodinger Höhenweg 12) Eventuell gab es mehrere Kindern aber mir fehlt noch einiges an Information. Diese Text kann gerne ergänzt werden. Zur Familie Gori Gruber gehörte außerdem die Schneiderin Hermine „Hermi“ Gruber (1957–2019). Sie erlernte ihr Handwerk in der Schneiderei von Inge Hagemüller. Später betrieb sie ihre eigene Änderungsschneiderei „Hermis Nähstube“ in der Kaiser-Franz-Josef-Straße 17. [4]


Quellen/Fußnoten:

[1] https://www.brauch.at/folge01/ch05s07.html?utm_source=chatgpt.com

[2]  https://www.gasteinertal.com/rundschau/rundschau_1220.pdf?time=1769568677

https://www.brauch.at/folge01/ch05s07.html

[3] https://www.gasteinertal.com/rundschau/rundschau_1220.pdf?time=1769568677 – Seite 22, Text von Prof. Gruber

[4] Daten vom Grabstein und Erzählungen von Inge Hagenmüller und persönliche Beobachtung vor Ort.

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