Grillparzerstrasse 20
Miethaus Edelweiss, Schlosserei Hegel, Internat Schüler, Wohnnhaus

Haus Edelweiss
Das Haus wurde 1895/96 erbaut, ein Zubau erfolgte 1913 – ähnlich wie bei den anderen Häusern entlang des unteren Teils der Grillparzerstraße.
Im Jahr 1927 wird das Gebäude als "Miethaus Edelweiß" bezeichnet.[1]
Schlosserei Josef Heger
Der heutige Besitzer Willi Trefzer zeigte mir das Haus. Im Erdgeschoss, wo sich früher der Eingang befand, steht noch der riesengroße Kachelofen, der vermutlich aus der damaligen Schlosserei Heger stammt.
1960 wurde der Schlossereibetrieb eingestellt. Zwischen 1960 und 1964 wurde das Haus im Inneren umfassend umgebaut – durch die verbleibende Familie Heger.[2]
Zufluchtsort für ungarische Mädchen nach der sowjetischen Invasion 1956
Am 23. Oktober 1956 entwickelte sich aus Studentenprotesten in Budapest ein landesweiter Volksaufstand gegen das kommunistische Regime.
Die Sowjetunion ließ den Aufstand blutig niederschlagen.
Der heutige Besitzer, Willi Trefzer, erzählte mir, dass ihn vor einigen Jahren eine junge Hotelfachschülerin aus Bad Hofgastein besuchte.
Sie war gebürtige Ungarin und berichtete ihm, dass ihre Großmutter 1956 in diesem Haus Schutz und Wohnraum gefunden habe.
Sie wollte einfach das Gebäude sehen, in dem damals ungarische Mädchen untergebracht waren.
1956 wusste Österreich und die Welt nicht, wie sich die sowjetische Invasion politisch auswirken würde.
Nach dem gescheiterten Aufstand flohen etwa 200.000 Menschen nach Österreich – darunter viele Studierende.
Die österreichischen Behörden und die Bevölkerung boten den Geflüchteten Unterstützung, da Österreich zu dieser Zeit eine neutrale Position einnahm (Quelle: Haus der Geschichte Österreich).
Viele ungarische Studierende konnten hier ihr Studium fortsetzen oder neue Ausbildungsmöglichkeiten nutzen (Quelle: Bundeskanzleramt Österreich).[3]
Internat für die Schihauptschule
Im Jahr 1975 wurde die Schihauptschule in Bad Gastein ins Leben gerufen – mehr dazu unter dem Standort Hauptschulstraße.
Da viele auswärtige Kinder aufgenommen wurden, bot Frau Heger ihnen für einige Jahre eine Unterkunft im Haus Edelweiss an.[4]
Privates Wohnhaus
Im Jahr 1980 kaufte Liselotte („Lotte“) Schmid (*1924–†2020) das Haus.
Sie war die Schwester von Dr. Ferdinand Schmid (*1925–†2013), einem deutschen Manager und langjährigen Direktor der Münchener Augustiner-Brauerei (1970–1991).
Lotte war häufig an seiner Seite zu sehen.
In der Mediagalerie finden Sie einige Artikel aus deutschen Medien, die anlässlich seines Todes veröffentlicht wurden.
2012 verkaufte Lotte das Haus an ihren Neffen Willi Trefzer, der es heute ausschließlich als Wohnhaus nutzt.[5]
Quellen:
[1] Quellenhinweis: L. Krisch auf https://gastein-im-bild.info/eb/eko109e.html dazu Bauakten Unterlagen beim Willi Trefzer angesehen.
[2] Compas 1960 Industrie www.zedhia.at, Bauakte Unterlagen von Fam Heger beim jetzige Besitzer Trefzer angesehen im Mai 2025
[3] https://hdgoe.at/ungarische-revolution und https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/342325/vor-65-jahren-ungarische volksaufstand/#:~:text=Am%2023.%20Oktober%201956%20entwickelte,lie%C3%9F%20die%20Proteste%20blutig%20niederschlagen. erzählungen von Besitzer Trefzer 2025
[4] Persönliches Gespräch mit dem Besitzer Trefzer die auch oft im Haus war während Dr Schmid Besitzer war.
[5] https://www.tz.de/muenchen/wiesn/oktoberfest-2016-wiesn-muenchen-lotte-schmid-schwester-ex-augustiner-chef-92-jahren-besucherin-zr-6794160.html und https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Schmid_(Manager) und https://www.merkur.de/lokales/muenchen/seele-augustiner-ferdinand-schmid-gestorben-3231829.html soiwe Zeitungsartikeln zuverfügung gestellt von Willii Trefzer.



